Montag, 20. Januar 2020

In Ans-Alleur in Belgien muss die Kirchendecke saniert werden

Die ev. Kirche in Ans-Alleur in Belgien
Die evangelische Gemeinde Ans-Alleur ist vor 40 Jahren durch Missionsaktivitäten entstanden. Zu den Sonntagsgottesdiensten versammeln sich rund 100 Gläubige aus elf Nationen. Die Gemeinde ist offen für die Nachbarschaft – mit Konzerten, Theater, einem Kinderclub und Flohmärkten. 
Das Kirchendach muss saniert werden
Mehr Infos zur evangelischen Gemeinde in Ans-Alleur finden sie hier: http://egliseprotestanteans.info/ 

Das Projekt: Das Dach ihres modernen Kirchgebäudes hat eine interessante Konstruktion mit vielen Ecken und Winkeln. Leider war es schlecht isoliert und zunehmend undicht. Nach der erfolgten Dachsanierung muss jetzt auch die Decke saniert werden. 

Das GAW beteiligt sich mit 18.000 Euro an der Sanierung. Bitte helfen Sie mit: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

In Belgien gehören 72 % der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten sind 8 % Muslime, 1 % Protestanten, Orthodoxe und Juden. Das GAW ist verbunden mit der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien (Protestante Unie de Belgique – EPUB). Zu ihr gehören 45.000 Gemeindeglieder in 110 Gemeinden - davon 70 wallonische, 35 flämische, drei deutsch- und zwei englischsprachige Sie werden von 85 Pfarrerinnen/Pfarrer betreut.

Freitag, 17. Januar 2020

Lage in Aleppo verschlechtert sich

Erneut Angst vor Raketen auf Aleppo
Anfang März besucht uns in Deutschland der evangelisch-armenische Pfarrer Haroutune Selimian aus Aleppo in Syrien. Er ist am Sonntag Reminiszere auf Einladung von Prälat Martin Dutzmann zu Gast im Berliner Dom. Dort wird er den Gottesdienst mitgestalten, denn Syrien an Reminiszere ist Schwerpunktland für "Bedrängte und Verfolgte Christen".

Heute hat er uns Pfarrer Haroutune Selimian via Messenger über die Situation in Syrien auf dem Laufenden gehalten: 

"Die Situation in Aleppo verschlimmert sich sehr. Die ökonomische Situation hat sich dramatisiert. Das syrische Pfund im Vergleich zum Dollar ist innerhalb eines Monats von 500 auf 1250 Pfund gestiegen. Das heißt, dass die Kaufkraft erneut stark eingebrochen ist und es immer schwieriger wird, Lebensmittel zu bekommen. Die Leute haben nichts, um zu agieren. Lebensmittelhilfe ist dringend notwendig. Das verschärft die Krise für die Menschen. Sie beginnen sich zu sammeln, um dagegen zu rebellieren. Es ist eine katastrophale Situation. Bargeld und finanzielle Hilfe ist so nötig. 
Bloß wie kann man das managen? Wie können wir als Kirche helfen? Denn: Geld zu transferieren wird immer schwieriger seitdem die Krise im Libanon ausgebrochen ist.
Des Weiteren ist die Sicherheitssituation sehr fragil. Viele russische Soldaten sammeln sich derzeit in Aleppo, um gegen die Region Idlib und die Rebellen vorzugehen. Die Kämpfe werden schärfer durch die syrische Armee und ihre Verbündeten. Die Reaktionen der Rebellen werden sicherlich kommen mit Raketen gegen Aleppo. Es ist nicht leicht hier derzeit. Gestern Nacht schlugen schon einige Raketen in Aleppo ein... Bitte denkt an uns im Gebet! Wir brauche eure Solidarität!"

Von der Situation wird Haroutune Selimian im März aktuell berichten in Stuttgart, Hanau, Hamburg, Berlin und Bonn. 

Aufgaben der Minderheitskirchen

Wilhelm Dantine (1911-1981)
Der österreichische Theologe Wilhelm Dantine beschreibt vor 50 Jahren die Herausforderungen, Gefahren und Aufgaben evangelischer Diasporakirchen für ihre Gesellschaften und gerade auch für die "Mehrheitskirchen": 

"Es wird vor allem eine Aufgabe der Minderheitskirchen selber sein, von sich ernsthaft reden zu machen. Sie selber verharren zu leicht in einer Igelstellung innerhalb ihres nicht evangelischen Umfeldes, sind oft in erster Linie auf Überleben bedacht und verstehen sich als unterstützungsbedürftige Restgruppen. Ihr funktionaler Sinn als motorische Belebungszellen im Geiste des Evangeliums müßte ganz anders erkannt und wahrgenommen werden, und zwar sowohl im ökumenisch-kirchlichen Gespräch als auch in der Mitbeteiligung an der gesellschaftlich-politischen Verantwortung in ihren Ländern. Ob sie heute und in Zukunft etwas zu sagen haben werden, hängt entscheidend von ihnen selbst ab, d.h. von der Sinngebung, die sie selbst in ihrer ekklesisalen Sonderexistenz zu vermitteln imstande sind...
Wer die eigentümliche Verzahnung der evangelischen Diaspora mit ethnischen Traditionen und soziologischen Strukturen kennt und sie im Lichte der sich dort vollziehenden politischen, kulturell-geistigen und gesellschaftlichen Prozesse sieht, wird abwägen können, welche Bedeutung es haben würde, wenn die protestantischen Minderheiten die ihnen innewohnende eigentümliche Gemeinsamkeit in neuer Weise zur Geltung brächten. Sie könnten in ihren Räumen als ein unübersehbares Element eigener geistiger Prägung das mitgestalten , was in Gegenwart und Zukunft Wirkkraft haben wird. Sie stehen andererseits vor der eminenten Gefahr, aufgesogen zu werden oder zu bizarren Musealstrukturen zu verdorren, blieben sie ihrem endlosen innerkonfessionellen und meist auch innerethnischen Monolog verhaftet. Die Bewußtwerdung  einer evangelisch-protestantischen Sendung vermöchte sie nicht nur selbst zu neuem Leben ermutigen, sondern auch heilsame Rückwirkungen auf die großen Kirchenkörper ermöglichen." 

(Wilhelm Dantine, Gustav-Adolf-Blatt 15.Jg., Heft 3 Juli 1969)

Mit ihrer Studie zur einer "Theologie der Diaspora" versucht die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die auf der Vollversammlung in Basel im Oktober 2018 verabschiedet wurde, wird auf diese Herausforderungen eingegangen und Diaspora als Chance gesehen: "Die Fülle an Beziehungen (ist) die Berufung und Sendung der Diaspora-Gemeinden." (Miriam Rose)

Dienstag, 14. Januar 2020

Sanierung des Gemeindehauses in Ananjewo in Kirgistan


       
Bethaus in Ananjewo in Kirgistan


Die lutherische Gemeinde Ananjewo in der Nähe des Issyk-Kul-Sees in Kirgistan ist die älteste in dem Land. Sie wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet. Trotz mehrerer Emigrationswellen hat sich die Zahl der Gemeindeglieder bei rund 50 Personen mit zahlreichen Kindern und Jugendlichen stabilisiert. 

Das alte Gemeindehaus ist im Winter kalt und undicht. Die Gemeinde möchte das Gebäude isolieren, Fenster austauschen und eine neue Heizung einbauen.

Das GAW will in diesem Jahr 10.000 Euro sammeln, um die Arbeit der kleinen lutherischen Kirche in dem muslimischen Land zu unterstützen.

Montag, 13. Januar 2020

Renovierung der Kirche und Arbeit mit Kindern in Pačir in Serbien

Reformierte Kirche in Pačir
"Dank eurer Hilfe konnten wir die Mauern unserer Kirche, nachdem sie abgetrocknet waren, neu verputzen und die Kirche so sichern. Zudem haben wir in unserer strukturschwachen Region zum 20. Mal unsere Kinder-Sommer-Bibelwoche für die Kinder des ganzen Dorfes durchführen können. Das war wunderbar! Vor allen Dingen haben viele ehrenamtlich mitgearbeitet insbesondere bei der Versorgung! Danke allen Spendern beim GAW! Ihr seid ein Segen für uns!" schreibt die reformierte Pfarrerin Erzsebét Csányi aus  Pačir in Serbien. 
Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen haben sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts 200 ungarische Familien im Dorf Pačir (Pacsér) in der Vojvodina niedergelassen. Von den 3.000 Einwohnern sind heute rund 1.000 Mitglieder der
reformierten Gemeinde. Durch seine Lage im Norden Vojvodinas gibt es in Pačir nur wenige Arbeitsmöglichkeiten. Die jüngeren Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit immer öfter ins Ausland. Das Gemeindeleben ist dennoch sehr aktiv. Neben den Gottesdiensten und Bibelkreisen gibt es geeignete Angebote für alle Altersgruppen. Die Gemeinde betreibt seit 15 Jahren einen zweisprachigen Kindergarten, der als einziger im Dorf auch Kinder zwischen zwei und fünf Jahren aufnimmt. Die sommerliche Bibelwoche für 100-110 Kinder und Jugendliche findet 2017 zum 20. Mal statt. 

Sommerbibelwoche in Pačir
Die Kirchengemeinde in der wirtschaftlich schwachen Region benötigt Unterstützung, um ihre gut laufenden Projekte wie die Bibelwoche durchzuführen. Auch die Kirchenrenovierung konnte nur schrittweise erfolgen. Mit Hilfe des GAW konnte die Gemeinde 2013 das Kirchendach sanieren. Jetzt mussten die Kirchenmauern, die vor zwei Jahren in der Höhe von 1,5 Meter freigelegt wurden und getrocknet sind, erneut verputzt werden. Zudem bat die Pfarrerin Erzsébet Csányi um Beihilfe für die Arbeit mit Kindern.


Über den GAW-Projektkatalog haben wir 2017 15 000 Euro für dieses Projekt gesammelt.

Dienstag, 7. Januar 2020

Sanierung „Kapelle der Begegnung“in Strassburg

Dass GAW-Projekte grenzüberschreitende Begegnungsprojekte oft genug sind zeigt ein tolles Projekt, dass das GAW in diesem Jahr fördert und dafür Spenden sammelt:

„Die Kapelle der Begegnung wird ein unkonventioneller Ort der Feier und des Gebets mit einer ökumenischen, grenzüberschreitenden und auch interreligiösen Dimension sein“, beschreibt der Projektmanager Bernard Saettler die Perspektive der Kapelle der Begegnung. Die kleine Kapelle im Hafengebiet/Port du Rhin bei Strassburg hat keine lange aber eine bewegte Geschichte. Sie wurde 1941 eingeweiht, gegen Ende des Krieges zerstört und schon 1947 wiederaufgebaut. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kapelle jedoch immer seltener genutzt. Ihr neues Leben, als ein Ort des deutsch-
französischen Dialog begann mit den wieder entstehenden Kontakten über den Rhein: mit der Einweihung des Gartens der Zwei Ufer und der Fußgängerbrücke über den Rhein, mit der Eröffnung der Straßenbahnlinie Straßburg-Kehl. Seit zehn Jahren feiert zudem eine französischsprachige rumänisch-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste in der Kapelle. 

Inzwischen wächst in Port du Rhin ein neuer Stadtteil. Die Evangelische Landeskirche in Baden und die Union Protestantischer
Kirchen von Elsass und Lothringen haben sich deshalb zu einem grenzüberschreitenden Projekt entschlossen. Ein deutschsprachiger Pfarrer und eine französischsprachige Pfarrerin sind seit Herbst 2017 damit beauftragt, die kleine protestantische Diaspora zusammenzubringen und eine protestantische Präsenz in dem neuen Stadtteil zu entwickeln. 
„In dem Stadtteil soll jede Form von Begegnung gefördert werden, bei der die Grenzen zwischen Ländern und Sprachen, Menschen und Kulturen verschwimmen“, so Pfarrer i.R. Bernard Saettler. Da die Kapelle seit der Errichtung vor mehr als 70 Jahren nicht modernisiert worden ist, ist eine Sanierung dringend notwendig. Die Kapelle braucht Zugänge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, eine Teeküche, Dach- und Wanddämmung, Brandschutz, Medientechnik und vieles mehr, um die Schlüsselwörter ihrer Arbeit mit Leben zu füllen: Willkommen, Freundlichkeit, Treffen, Gebet, Unterhaltung und Musik.

Das GAW fördert in diesem Jahr dieses Projekt mit 25.000 Euro! Helfen Sie mit!