Dienstag, 28. Januar 2020

Ein neuer Heizkessel für Zelów in Polen

Gebäudekomplex der ref. Gemeinde in Zelów
"Dank der Hilfe des GAW konnten wir für unseren Gebäudekomplex aus Pfarrhaus, Kindergarten und Gemeindehaus einen neuen Heizkessel der neuen Generation kaufen und einbauen. Der alte Kessel fiel aus. Dadurch wurde die Fortexistenz unseres wichtigen Kindergartens gefährdet. Insofern hat uns das GAW gerettet! Der neue Heizkessel erfüllt hohe ökologische Standards. Er ist effizient und wirtschaftlich. Wir freuen uns, dass wir so auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten konnten!" schreibt Tomasz Pieczko aus der reformierten Kirchengemeinde in Zelów.

Zur spannenden Geschichte der refomierten Gemeinde in Zelów:

Die evangelisch gesinnte Bevölkerung in Böhmen und Mähren litt noch im 18. Jahrhunder
Neuer Heizkessel
t unter den strengen Rekatholisierungsgesetzen im Habsburgischen Reich, die nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg im November 1620 und dann besonders nach dem westfälischen Frieden immer wieder erneuert und verschärft wurden. Wem es nicht gelang, seinen Glauben zu verheimlichen, setzte nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das seiner ganzen Familie einer unberechenbaren Gefahr aus. Viele starben an den Folgen brutaler Verhöre, viele Familien wurden von ihrem Hof vertrieben und nicht selten wurden den Eltern auch die Kinder weggenommen. Wer sich zum Verlassen des Heimatlandes entschließen konnte, emigrierte. So fanden im 18. Jahrhundert mehr als 2000 Exulanten ihre Zuflucht u.a. in Berlin. Im preußische König fanden sie einen Fürsprecher, von dem sie sich erhofften, daß er ihnen einmal die Glaubensfreiheit sichern würde.
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es für die Exulanten eine günstige Möglichkeiten im preußischen Anteil des geteilten Polens, wo das Land billiger zu bekommen war als in Schlesien, zu siedeln. Im Jahre 1803 gründeten so die letzten Exulanten, die allerdings schon 24 und mehr Jahre an mehreren Orten verstreut in Schlesien lebten, zusammen mit jüngeren Exulantensöhnen und -enkeln aus den älteren böhmischen Dörfern in Schlesien eine böhmische Kolonie in Zelów in Polen zu gründen. Berühmt wurden die Siedler durch die von ihnen dort initiierte Textilindustrie, die von hoher Qualität war. So wuchs die Siedlung und zog auch bald andere an - Deutsche, Polen und Juden. Die Tschechen besaßen das Land und blieben deutlich in der Überzahl. Alle vier Volksgruppen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen lebten friedlich zusammen. Die Umgangssprache war Tschechisch, die Amtssprache war Polnisch und Russisch (ab 1815 lag Zelów im russischen Teil Polens).

Keine Kommentare: