Donnerstag, 30. April 2020

Sieben Pfarrer dürfen nicht raus - sie sind älter als 65

Lutherische Kirche in Zrenjanin/Serbien
Evka Hlavati von der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien beschreibt die Situation ihrer Kirche in der derzeitigen Coronakrise:

"Seit Mitte März hat jeder Bürger in Serbien über 65 Jahren ein strenges Ausgeh- und Kontaktverbot. Wir haben in der Slowakischen Ev. Kirche A.B. in Serbien 21 Pfarrerinnen und Pfarrer. Sieben sind über 65 und schon Rentner, die jedoch aufgrund des Pfarrermangels immer noch im Dienst sind. Sie dürfen aber nicht raus. D.h., dass die restlichen 14 bei eventuellen Begräbnissen einspringen müssen. 

Ganz Serbien war praktisch bis zum 27. April 2020 wirtschaftlich lahm gelegt. Sämtliche Angestellte waren per Home-Office aktiv. Wenn man Glück hatte, konnte man  per E-Mail bei einem der Stadtämter oder Ministerien etwas erreichen. Die Ämter, die offen hatten, haben strenge Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Vor den Ämtern kam es zu langen Schlangen von Menschen mit Schutzmasken und Handschuhen. Es gibt immer noch eine Ausgangssperre, die jetzt von 18 bis 5 Uhr morgens gilt.

So wie sämtliche öffentliche Veranstaltungen abgesagt wurden, so mussten auch wir unsere Gottesdienste absagen, denn es dürfen nicht mehr als zwei Personen in einem geschlossenen Raum sich aufhalten. Für unsere Kirchenmitglieder und Pfarrer ist das eine harte Zeit. Aber wir haben dank digitaler Technik versucht, Kirchenleben und Gottesdienste zu organisieren. Die Pfarrer haben die Gottesdienste per youtube gesendet, so dass man sich praktisch jeden Sonntag mehrere komplette Gottesdienste ansehen kann. Zudem waren alle sowohl telefonisch als auch persönlich, die die raus durften, mit der Gemeinde in Kontakt und zur Stelle. 

Die Frauenkreise haben sich gleich organisiert und sogenannte Sozial- bzw. Erste-Hilfe-Päckchen „gebastelt“ und an die Senioren und Alten in der Gemeinde verteilt (Schutzmaske, Desinfektionsmittel, Lebensmittel, u.ä.), denn diese dürfen ja nicht unter die Leute."


Mittwoch, 29. April 2020

Die Bibel ist voll von Geschichten über Menschen, die sich in Krisenzeiten auf Gott verlassen haben

Pfarrerin Claire Sixt-Gateuille
Pfarrerin Claire Sixt-Gateuille lebt in Paris und ist Sekretärin für internationale Beziehungen bei Eglise Protestante Unie de France (EPUdF). In einem Interview spricht sie von den Auswirkungen der Coronakrise auf das Gemeindeleben in Frankreich:

"Die Gemeindearbeit basiert zurzeit viel stärker auf der Bibel. In diesen unsicheren Zeiten suchen die Menschen nach Sinn. Sie fragen nach Bibelarbeiten oder Meditationen, sie wollen geistliche Nahrung erhalten, um ihren Glauben zu stärken, ihre Hoffnung zu erneuern und ihre Nächsten zu lieben. Die Bibel ist voll von Geschichten über Menschen, die sich in Krisenzeiten auf Gott verlassen haben. Mit diesen Figuren können sie sich identifizieren, um eigene Antworten auf die schwierigen Fragen dieser Pandemie zu finden. Die Pfarrerinnen und Pfarrer stellen Material als Texte, Videos oder Audios zur Verfügung.

Allgemein kann man auch sagen, dass der Lockdown die jeweils in den Gemeinden vorherrschende Situation verstärkt hat: Gemeinden, die eher nach innen gerichtet waren und deren Fokus auf der Fürsorge für ihre Mitglieder lag, machen das nun in verstärkter Weise. Und Gemeinden, die mehr nach außen gerichtet waren, experimentieren und entwickeln Kommunikationswege über soziale Medien. Gesunde Gemeinden, in denen die Mitglieder eine enge Verbindung zu einander haben, haben neue Wege gefunden, um miteinander Gottesdienst zu feiern und sich zu unterstützen, während Gemeinden, in denen die Gemeinschaft nicht so innig war, jetzt Schwierigkeiten haben, der geistliche Zufluchtsort zu sein, der sie sein sollten. Die Bischöfe kümmern sich jetzt besonders um diese Gemeinden."

Das vollständige Interview mit Claire Sixt-Gateuille findet sich auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland:

Dienstag, 28. April 2020

Argentinien: Angst vor dem Virus der Weißen

Die zweisprachige Schule für indigene Kinder in Takuapí/Argentinien war Teil des Jahresprojekts der GAW-Frauenarbeit 2019. Ruth Weidmann von der evangelischen Gemeinde vor Ort hilft ehrenamtlich in der Schule mit. Sie schreibt uns über die aktuelle Lage: „Nach den langen Sommerferien fing die Schule an, wurde jedoch schon Ende der ersten Woche geschlossen. Seitdem ist alles sehr eingeschränkt, wir können nicht mal ohne Bewilligung ins Nachbardorf. Seit letzter Woche ist Schutzmaskenpflicht. 

Einschulung der ErstklässlerInnen
Die Menschen von Takuapí sind besorgt, sie haben Angst vor diesem «Virus der Weißen», wie sie ihn nennen. Sie finden, diese seltsamen Krankheiten kommen von den Weißen. Das ist nur verständlich, wenn man bedenkt, dass nach der gewaltsamen Eroberung Amerikas weitaus mehr Indigene an den aus Europa eingeschleppten Krankheiten wie Masern, Pocken, Cholera und Grippe starben als an den Waffen der Spanier. Diese schlimme Erfahrung ist im kollektiven Gedächtnis der Indigenen immer noch sehr stark präsent.

Gemeinsames Frühstück
Es ist interessant, wie die Menschen aus Takuapí auf Grund ihrer Weltanschauung diese Pandemie verstehen. Sie sagen, dass man sich zu sehr von Gott abgewendet hat und die Natur zu wenig respektiert und pflegt. Man sollte mehr auf Gott und die Natur hören. In ihrer Religion haben sie verschiedene Götter, die Macht über die Natur haben.
 
In der Schule läuft der Unterricht weiter, nur eben zu Hause bei den Kindern. Die Lehrerinnen bereiten wöchentlich Aufgaben und Aktivitäten für die Schüler ihrer jeweiligen Klasse vor. Es sind Aufgaben, ihren Fähigkeiten angepasst, die sie möglichst selbständig erledigen können, da die wenigsten Eltern ihren Kindern helfen können. Doch jederzeit können sie sich an die indigenen Hilfslehrer aus dem Dorf wenden, wenn sie Hilfe oder Erklärungen brauchen. Einmal pro Woche fährt die Schulleiterin, Alicia, in die Schule, wo sie sich mit den indigenen Lehrern trifft, um mit ihnen die Aufgaben für die Schüler zu besprechen und zu erklären. 

Jeden Tag bereiten zwei oder drei freiwillige Mütter der Kinder zusammen mit den indigenen Lehrern in der Schulküche eine warme Mahlzeit für die Kinder zu. Dies können wir machen mit der Hilfe von Spenden und einem kleinen Unkostenanteil vom argentinischen Staat.“

Die Corona-Krise darf unseren Glauben und unser Denken nicht vernebeln!

Pfr. Gerhard Frey-Reininghaus
Pfarrer Gerhard Frey-Reininghaus aus Prag in Tschechien schreibt über die Coronakrise und seine Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB): 

"Seit dem 12. März ist in Tschechien der Notstand ausgerufen worden auf Grund der Corona-Pandemie. In kurzer Zeit wurde das öffentliche Leben lahmgelegt. Derzeit wird diskutiert, ob die restriktiven Maßnahmen der Regierung bis in den Mai verlängert werden. Tschechien ist bisher relativ gut durch diese Krisenzeit gekommen. 

In der EKBB sind alle Gottesdienste untersagt. Das war vor Kurzem noch undenkbar. Gottesdienste, Bibelstunden... - alles findet digital statt. Seit dem 17. März kann man jeden Morgen eine Andacht auf der Web-Seite der Kirche anhören – mit Gebet, Bibeltext und Segen. (www.e-cirkev.cz)

Öffentliche Gottesdienste sind bis zum 26. April strikt verboten. Ab  dem 3. Mai sollen Gottesdienste erstmals mit max. 15 Personen möglich sein. Ab dem 17. Mai werden 30 Personen am Gottesdienst teilnehmen können, ab dem 31. Mai (Pfingsten) können es 50 Personen sein. Normaler Gottesdienst ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl soll dann ab dem 14. Juni möglich sein. Neben diesen Zahlenregelungen gibt es eine lange Reihe von Bedingungen, die eingehalten werden müssen: Zwei-Meter-Abstand, Desinfektion der Hände vor dem Gottesdienst, Mund- und Nasenschutz…. Die Entscheidung, was in den einzelnen Gemeinden wie gemacht wird, liegt bei den Kirchenvorständen, natürlich immer unter Beachtung der staatlich angeordneten Maßnahmen. 

Synodalsenior Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien (EKBB) hat gesagt „Víru si chraň, viru se braň!“, auf Deutsch „Bewahre dir den Glauben und vor dem Virus schütze dich!“ Im Tschechischen klingt das Wort Glaube (víra) und das Wort Virus fast gleich. Darum geht es ja in diesen Wochen: dass wir unseren Glauben bewähren in dieser Situation und herausfinden, wie wir im Glauben mit dieser Situation umgehen können. Sicher ist: Gott lässt uns auch in der Corona-Krise nicht allein. Und schützen müssen wir uns natürlich wie alle vor der Ansteckung durch das Virus. Doch wir müssen uns auch vor vielem Anderen schützen: vor der Angst, die es uns schwer macht zu atmen, vor der Angst vor meinen Mitmenschen, die mir plötzlich alle als potentielle Gefährder begegnen lässt. Schützen müssen wir einander auch davor, dass wir uns von der Corona-Krise unseren Glauben und unser Denken vernebeln lassen! Die Corona-Pandemie bleibt wohl noch lange eine globale und immense Herausforderung, auch für die Kirchen. Nehmen wir diese Herausforderung an!"

Montag, 27. April 2020

Die Corona-Pandemie gefährdet die Struktur der Diasporakirchen - und damit auch deren Diakonie

Gott ist Liebe - Waldenserkirche in Brescia / Italien
Aus Italien erreicht uns von der Kirchenleitung der Waldenserkirche ("Tavola Valdese") ein dringlicher Aufruf zur solidarischen Hilfe. Es wird deutlich, wie gravierend die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Strukturen der Kirche gefährden und wie auch die Hilfe der Kirche für die Gesellschaft - die Diakonie der Kirche - gefährdet wird:

"Die Pandemie, die unsere Welt verwüstet, wird schwerwiegende Auswirkungen auf den Haushalt 2020 der Tavola haben, da sie zu einen erheblichen Rückgang der Einnahmen führen wird. Unser Haushalt ist sehr fragil, denn unsere Haupteinnahmequellen sind die freiwilligen Mitgliedsbeiträge und die Mieteinnahmen. 

Was den ersten Punkt betrifft, haben viele unserer Gemeinden bereits angedeutet, dass sie ihre Verpflichtungen bezüglich des „Gottesdienstfonds“ nicht einhalten können, da sich die Beiträge ihrer Gemeindeglieder erheblich reduzieren werden. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren, andere (vor allem die Selbständigen) rechnen mit einer deutlichen Verringerung ihrer Einnahmen, da seit März viele wirtschaftlichen Aktivitäten eingestellt sind. Das wird bestimmt auch noch für den die Monate April und Mai zutreffen. Eine optimistische Einschätzung sieht eine Reduzierung der Beiträge von 17% (zwei Monatsgehälter) vor, was einer Einbuße von über 300.000 Euro entspricht. 

Die zweite Einnahmequelle sind die Mieteinnahmen. In diesem Fall hat die Tavola bereits zahlreiche Anfragen (von Privatpersonen oder Firmen) hinsichtlich einer Reduzierung oder sogar Aussetzung der Mieten erhalten; auch in diesem Fall rechnen wir mit einer Reduzierung der Einnahmen von etwa 17%, aber wahrscheinlich wird der tatsächliche Rückgang höher sein. In diesem Fall wird ein Umsatzrückgang von über 200.000 Euro erwartet. 

Die Tavola muss also mit einer Verringerung der Einnahmen von ungefähr 500.000 Euro rechnen, ein sehr hoher Betrag für unser Budget. Die Tavola rechnet mit der Reduzierung einiger Ausgaben (Reisekostenerstattung für die PfarrerInnen, für Arbeitsgruppen, die Instandhaltung einiger Immobilien...), aber selbst mit diesen Einsparungen bleibt das Defizit mit rund 300.000 Euro immer noch sehr hoch. Dies hängt von der Tatsache zusammen, dass der größte Aufwand in den Personalkosten besteht. In der Tat sind die Gehälter der PfarrerInnen schon gering. In Italien gibt es keine staatlichen Subventionen. Deshalb können diese Kosten nicht gesenkt werden. 

Eine der Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Situation ist die Solidarität unserer Schwesterkirchen und Partner, die uns helfen kann, dieses schwere Defizit abzubauen."

Wir wollen der Waldenserkirche weiterhin helfen. Bitte unterstützen Sie uns dabei!



Sonntag, 26. April 2020

Weltweit verbunden beten wir in Coronazeiten

Gott - du bist ein Liebhaber des Lebens. 
Du bist Barmherzigkeit - gerade jetzt inmitten der Ungewissheit dieser Zeit.

Wir wenden uns mit Vertrauen an Dich, 
in einer Zeit tiefer Sorge und Angst 
vor der Verbreitung des Virus in vielen Ländern der Welt.
Wir bauen auf dich, dass Du Kraft gibt, wenn alles unsicher wird. 

Mehr denn je empfinden wir, dass wir weltweit miteinander verbunden sind - von Chile bis Kirgistan, von Syrien bis Italien, von Litauen bis Venezuela, von Portugal bis Rußland. 

Wir gehören zusammen auch wenn die Angst vor Ansteckung unsere zwischenmenschlichen Beziehungen erschwert.

Gott der unendlichen Barmherzigkeit, Freundin der Menschen, 
Antlitz der Leidenden und Stütze der Kranken, in dieser 
und in allen Zeiten rufen wir Dich an: 

Gib allen Christen Unerschrockenheit in der Liebe, 
jenseits aller Enge des Herzens und jeder Kleingeisterei. 

Wir bitten Dich demütig, 
die Regierenden zu führen, 
die Forscher zu inspirieren, 
die Ärzte und Pfleger zu behüten, 
die Gesunden zu erhalten, 
die Infizierten zu retten, 
uns von allem Bösen zu befreien. 

Dir, Gott des grenzenlosen Erbarmens, 
sei Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit. 

Amen

Samstag, 25. April 2020

Wird das Pfarrgehalt reduziert wegen der Coronakrise...?

Pfr. Eduardo Rojo Vogel
Pfarrer Eduardo Rojo Vogel berichtet über die Auswirkungen der Coronakrise auf seine Gemeindearbeit in Temuco im Süden Chiles: 

"Eigentlich war der März mit vielen Aktivitäten geplant in unserer lutherischen Gemeinde in Temuco. Dann war aber schnell klar, dass sich das Leben von heute auf morgen ändern würde durch die Cornakrise. 

Um gerade ältere Menschen nicht zu gefährden, haben wir als Kirchenvorstand schnell entschieden, alles abzusagen. 

Vieles läuft jetzt über Telefon und digitale Kommunikation. Die Hälfte des Tages rufe ich Gemeindemitglieder an, die andere Hälfte kümmere ich mich um unsere digitale Präsenz als Kirchengemeinde z.B. durch Videogottesdienste. Sonntags verschicke ich die Predigten auch per Mail. Es gibt insgesamt sehr viele positive Rückmeldungen, denn die Menschen spüren, dass sie von uns als Gemeinde in der Isolation der Quarantäne nicht allein gelassen werden.  

Coronafälle in der Gemeinde gibt es nur sehr wenige. Es ist zum Glück niemand gestorben. Der chilenische Gesundheitsminister hat kein gutes Krisenmanagement betrieben. Er ist sehr kritisiert worden. Besonders für arme Menschen, die im informellen Bereich arbeiten, brechen jetzt die Lebensgrundlagen weg. Als Gemeinde versuchen wir, gerade solche Familien mit Hilfspaketen zu unterstützen. 

Unser kirchlicher Kindergarten, der vor wenigen Jahren vom GAW gefördert wurde, ist ebenso betroffen. Es findet derzeit nichts statt. Dadurch kommen auch keine Beiträge der Eltern rein. Ich hoffe nicht, dass wir Erzieherinnen entlassen müssen. Selbst stelle ich mich darauf ein, dass mein Pfarrgehalt reduziert werden wird um ein Viertel oder ein Drittel. Auf nationaler Ebene versuchen wir unsere Arbeit so gut wie möglich zu koordinieren. Die Synode wurde erst einmal abgesagt."

Freitag, 24. April 2020

Coronakrise ist eine große Ohrfeige für uns alle! - Bischof Fabiny

Bischof Tamás Fabiny, Ungarn
Der Bischof der lutherischen Kirche in Ungarn, Tamás Fabiny, geht davon aus, dass die die ganze Welt erschütternde Coronakrise uns zu Änderungen bewegen muss. Man könne nach der Pandemie das Leben nicht einfach so fortsetzen, wie es davor war, so Fabiny: "So eine große Ohrfeige hat die Welt schon lange nicht bekommen. Sowohl die Gesellschaft, als auch die Kirche haben davon viel zu lernen." 

Es sei auch die Verantwortung der Pfarrer und Pfarrerinnen, dass das jetzt zunehmende Interesse der Menschen für existenziell und transzendente Fragen aufgenommen werde. 

Die Krise ruft uns auf, Lehren hinsichtlich der Globalisierung, des Gesundheitswesens und der Wirtschaft zu ziehen. Aber auch ernste theologische Reflexionen seien nötig. Das Leben der Kirche habe sich während der Pandemie stark verändert. Es ist für viele - auch Pfarrer - ein Schock. Es hat aber viele positive Tendenzen eingeleitet: „Es tut uns ja weh, dass wir ohne Kirche sind, aber Frömmigkeit kann zu Hause, in der Familie erlebt werden - und sie muss ja auch dort gepflegt werden."

Donnerstag, 23. April 2020

Wir leben in unsicheren Zeiten! - Carola Tron von der Waldenserkirche am La Plata

In der Mitte: Moderatorin Carola Tron
Die Moderatorin der Waldenserkirche am Rio de la Plata, Carola Tron, berichtet über die Situation am La Plata in Uruguay und Argentinien:

"Die Restriktionen im Blick auf  COVID-19 sind in Argentinien strenger als in Uruguay. Die Regierungen handeln unterschiedlich. In Argentinien gibt es eine obligatorische Quarantäne, in Uruguay gibt es zwar eine Quarantäne, die empfohlen wird - jedoch ohne strenge Kontrollen. In Argentinien liegt der Fokus stärker auf der Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung - in Uruguay will man die Wirtschaft nicht zu stark schädigen. Noch ist der Winter nicht da. Wir versuchen, die Zahl der Infizierten einzudämmen, aber wir wissen nicht, was geschehen wird.

In unserer Waldenserkirche haben wir begonnen, unsere Treffen digital zu organisieren. Die Aktivitäten in den Gemeinden sind aber eingeschränkt. Das führt dazu, dass die Gemeindemitglieder ihre Beiträge nicht zahlen oder auch nicht zahlen können. Das hat Konsequenzen für die Zahlungen der Pfarrgehälter und der Pensionen für die Emeriti. Das macht uns große Sorgen. Aber für viele Familien ist es schwer geworden, da sie nicht zur Arbeit gehen können. Das Einkommen bricht weg. Und so können sie der Kirche auch nichts bezahlen. Andere Familien haben Probleme, Lebensmittel zu kaufen. Hier versuchen wir mit unseren Möglichkeiten zu helfen.

Die Pastoren konnten wir über das Sozialversicherungssystem in Uruguay absichern. So zahlt die Kirche nur einen Prozentsatz des Gehalts. Ein anderer Teil kommt vom Staat. In Argentinien gibt es das leider nicht.

Es ist eine zutiefst unsichere Situation, in der wir leben und uns als Kirche bewegen. Die Menschen sind verunsichert. Die Weltwirtschaft ist in einer schwierigen Krisenphase. Die Kirche ist davon betroffen - bei uns am La Plata - und sicher auch bei euch."

Mittwoch, 22. April 2020

Dass unsere evangelische Kirche an dieser Corona-Krise geistlich wachsen möge!

Synodenpräsident Peter Krömer
"Nach evangelischem Verständnis ist der Gottesdienst die Versammlung von Gläubigen an einem Ort, um gemeinsam auf die Verkündigung des Wortes Gottes in Predigt und Sakrament zu hören und mit Gott durch Gebet und Lobgesang, ja mit unserem ganzen Leben, zu reden und ihm zu antworten“, betonte in einem Interview mit epd-Österreich der Synodenpräsident Peter Krömer von der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Erstmals seit 1781 – als Joseph II. das Toleranzpatent erlassen hatte – können „Evangelische an den für sie wichtigen zentralen Feiertagen, Gründonnerstagabend, Karfreitag und Ostersonntag, gemeinsam in Versammlungen vor Ort keine Gottesdienste feiern“. Das ist ein gravierender Einschnitt in das Leben der Kirche. Außerdem sei die Feier des Heiligen Abendmahls für die Gottesdienste an diesen Feiertagen „essentiell“. Die vielfältigen Initiativen, Gottesdienste in Rundfunk und Internet zu übertragen, begrüßt Krömer, trotzdem fehle die „gottesdienstliche Versammlung vor Ort“ und die gemeinsame Feier des Abendmahls.


Evangelische Kirche in Feldkirch / Österreich
Für die Evangelischen in Österreich kam in diesem Jahr ein weiterer Einschnitt in ihrem Leben zum Tragen: im vergangenen Jahr wurde der Karfreitag für die Protestanten und Altkatholiken als freier Tag aufgehoben. Der Verfassungsgerichtshof hat diese Entscheidung bekräftigt. Für die Evangelischen heißt das nicht, dass sie zur Tagesordnung übergehen. Die Evangelische Kirche A.B. plant nach der Covid-19-Pandemie weitere rechtliche Schritte gegen diese Regelung.

Nach Ansicht des Synodenpräsidenten Krömer "müssen wir vermehrt als Evangelische lernen, alleine und im kleinen gemeinsamen Kreis Gottes Wort zu lesen, aufeinander zu hören und zu beten, allenfalls auch das Sakrament des Heiligen Abendmahls zu feiern“. Die von Bischof Michael Chalupka an alle evangelischen Haushalte übermittelten Konzepte von Hausandachten seien hier ein wichtiger „erster Schritt“ dazu.

Krömer betonte noch: „In der derzeitigen Situation sollen wir Evangelische für die Eindämmung der Pandemie, für die Obrigkeit, für die Ärzte, Gesundheits- und Pflegepersonal, für die Kranken, Alten und Alleinstehenden in besonderer Weise beten, auch, dass unsere Pfarrgemeinden und Kirchen an dieser Krise geistlich wachsen können.“

Dienstag, 21. April 2020

Das Pfarrhausdach in Ombúes de Lavalle (Uruguay) konnte saniert werden

Waldenserkirche in Ombués de Lavalle
Ombués de Lavalle ist ein typischer Ort in Uruguay. Er wurde 1890 von den Waldensern gegründet, als ein Pfarrer begann, Waldenser aus dem Piemont hier anzusiedeln. Sie lebten weitgehend von der Landwirtschaft. Heute ist es ein kleines Städtchen mit knapp über 3.000 Einwohnern. Die ganze Region im Südwesten ist von der Landwirtschaft geprägt. 

Zahlreiche Waldensergemeinden befinden sich in der Uferregion entlang des Rio de la Plata. In Ombués de Lavalle gibt es neben dem sonntäglichen Gottesdienst samstags ein Kinderprogramm mit 25 Kindern. In den umliegenden Dörfern finden Bibelstunden statt.

Pfarrhausdach vorher
Pfarrhausdach nachher
Im Jahr 2018 bat die Moderatorin der Waldenserkirche am La Plata um eine Unterstützung für die dringend notwendige Sanierung des Daches für das Pfarrhaus. In Eigenleistung wurden schon der Fußboden, die Küche, das Bad und ein Teil des Daches saniert und repariert. Um die Reparatur des Pfarrhausdaches abschließen zu können, fehlten der Gemeinde die Mittel. Auch von den Gemeindegliedern konnten keine zusätzlichen Mittel gefordert werden.

Das GAW hat zur Sanierung 3.500 Euro gespendet. Die Arbeiten sind abgeschlossen und das Projekt ist ordnungsgemäß abgerechnet.

"Wir danken dem GAW für die Unterstützung unserer Gemeinde in Ombués de Lavalle," schreibt Moderatorin Carola Tron.

Wir sind in Bolivien nicht auf die Pandemie vorbereitet!


Caranavi - Mädcheninternat der lutherischen Kirche
Der ehemalige Kirchenpräsident der lutherischen Kirche in Bolivien, Pfarrer Emilio Assla Flores, schreibt uns über seine große derzeitigen Sorgen:

"Wir sind sehr besorgt in Bolivien, weil unser Land auf die Corona-Pandemie nicht vorbereitet ist. Es ist schwer, sich an die neue Lebensweise und die Quarantäne anzupassen. Viele Menschen – besonders die Armen - verstehen das Ausmaß der Pandemie immer noch nicht. Sie denken, dass es sich um ein politisches oder parteipolitisches Problem handelt. Einige Gruppierungen widersetzen sich deshalb der Quarantäne. Sie führen Märsche durch und protestieren. Es kommt dabei auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bis dahin, dass Corona-Patienten nicht in Krankenhäuser eingeliefert und versorgt werden konnten. 

Wir befinden uns in einer schwierigen Situation der Gewalt, Angst und Panik. Es gibt eine große Unsicherheit, Verwirrung und viel Kritik. Einige versuchen aus der Situation politischen Profit zu schlagen, in dem sie desinformieren und beleidigen. Es gibt eine Ausgangsbeschränkung, aber was uns noch mehr beunruhigt, ist: Viele der Ärmsten werden an die versprochenen Hilfen in der Zeit der Ausgangsbeschränkungengar nicht  herankommen. Und zudem sind wir als Land nicht dafür gewappnet, mit den Folgen einer Pandemie umzugehen. Unser Gesundheitssystem wird kollabieren. Die Ärmsten der Armen werden am meisten darunter leiden. Über 60% der Bevölkerung lebt von informeller Arbeit. Sie haben kein Einkommen, wenn sie nicht arbeiten dürfen. Sie werden hungern.

Als lutherische Kirche versuchen wir, unsere Gemeindemitglieder aufzuklären, wie sie sich zu schützen haben. Die Gebiete, in denen wir als Kirche arbeiten, werden wohl schwer betroffen sein, weil wir da sind, wo die Ärmsten der Armen leben. 

Ich bete, dass der Herr uns begleitet und uns Kraft gibt, uns dieser globalen Pandemie zu stellen, mit der unsere Völker konfrontiert sind. Ich hoffe, dass wir das alles überstehen!"

Montag, 20. April 2020

Communion bedeutet, dass wir gemeinsam eine AUFGABE haben

Pfarrerin Agnes von Kirchbach
Bewegend schildert Pfarrerin Agnes von Kirchbach von der Vereinigten Protestantischen Kirche in Frankreich die Situation in ihrem Land in diesen Coronazeiten - Communion bedeutet, dass wir gemeinsam eine große Aufgabe zu bestehen haben: 

"Zu normalen Zeiten teilt die Heilsarmee in der Pariser Innenstadt 450 Mahlzeiten aus, heute sind es 2000. Und trotzdem bekommen nicht alle Menschen, die an der Verteilstelle warten, ein Essenspaket. Die Auswirkungen der Epidemie auf die Überlebensmöglichkeiten ist dramatisch. Alleinerziehende Mütter, Freiberufler, Studierende… sie alle haben keine Arbeit mehr und das sowieso schmale Gehalt fällt weg. Am Ostersonntag hat deshalb der Protestantische Kirchenbund seine Mitglieder dringend gebeten, eine Sonderspende für die karitativen kirchlichen Hilfsorganisationen durchzuführen. Und das natürlich ohne Gottesdienste.

Die Zahlen der an Covid-19 Verstorbenen in Frankreich sind  hoch und steigen jeden Tag weiter an. Ein Drittel der 18.000 Verstorbenen sind BewohnerInnen von Altenheimen. Zahlen zu Erkrankten gibt es nicht. Frankreich hat wenige Mittel zum Testen der Bevölkerung. Es sind deshalb nur die Schwerkranken erfasst. Alle anderen müssen selbst sehen, wie sie mit der Ansteckung umgehen. Jedenfalls sollen sie nicht zum Arzt gehen, sondern sich stattdessen zuhause auskurieren. Die Ansteckungswelle innerhalb der Familien ist deshalb sehr hoch. Die sich zuhause Pflegenden sind die einzigen, die Recht auf zwei Packungen Paracematol haben, alle anderen dürfen in der Apotheke nur eine Schachtel kaufen.

Diese Situation verlangt große Aufmerksamkeit in den Gemeinden. Jede und jeder wacht über jemand anderen, meist per Telefon. Trotzdem ist der Eindruck großer Vereinsamung spürbar. Aber natürlich auch Panik, Angst und Aggressivität. Deshalb haben die protestantischen Kirchen eine landesweite Seelsorgenummer eingerichtet. Alle Pfarrerinnen und Pfarrer Frankreichs übernehmen eine gewisse Stundenzahl in der Woche, sodass immer jemand erreichbar ist. In den Krankenhäusern dürfen Seelsorger nicht mehr arbeiten. Bestattungen müssen im Freien auf dem Friedhof mit maximal 20 Personen stattfinden und dürfen nicht länger als 15 Minuten dauern. In einem Kirchgebäude dürfen sich zu einer Trauerfeier nur fünf Menschen einschließlich des Pfarrers/der Pfarrerin zusammenfinden

Helfen heißt in dem Fall oft, zuzuhören und auf die Möglichkeiten zu verweisen, die mit großer Kreativität entstehen: Rundbriefe und Newsletter, Bibelstunden und Konfirmandenunterricht über Skype oder ähnliche Vernetzungen; Gottesdienste in Hülle und Fülle über Youtube; unsichtbare Gebetsketten.

Und dann verweisen die evangelischen Kirchen in Frankreich gerne auf eine Wortbedeutung, die es im Deutschen nicht genau so gibt. «Communion» bedeutet «Gemeinschaft», «tiefes aneinander Teilhaben» im Bereich der Familie, der Freundschaften und der Kirche; das Wort bedeutet auch das Teilhaben am Abendmahl. Aber was die meisten nicht wissen: das Wort stammt nicht von der Wurzel «union = Einheit» ab, sondern von dem Wort «munus = Aufgabe». Miteinander in «communion» sein bedeutet also sich gemeinsam einer Aufgabe stellen, sie verantwortungsbewusst übernehmen, mit anderen aktiv wirken.

Die evangelischen Christen und Kirchen wollen sich nicht zurückziehen, bis alles vorbei ist. Sie wollen sich um die Einzelnen kümmern, aber auch um die große «Körperschaft» in der alle ihren Platz haben können von den Müllarbeitern bis zu den Regierenden."

Samstag, 18. April 2020

Ein Gebet zum Atem holen

HERR - unser Gott, es gibt vieles, was in dieser Zeit verunsichert.
Es gibt vieles, bei dem unklar ist, wie es weitergehen wird. 
Es gibt vieles, was nicht durchschaubar ist. 
Es gibt vieles, das wir nicht in der Hand habe. 

Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was mein Part ist. 

Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist. 

Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle, sondern dass Gottes Geist mir nahe ist. 

Was ich weiß, ist: Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann. 

Was ich sehen kann, ist: Dunkelheit wird durch Licht vertrieben. 

Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht. 

Deshalb: O HERR, unser Gott, gib uns Kraft in Zeiten der Beschränkung. Hilf uns Trennendes zu überwinden. Hilf uns zu lieben und Gutes zu tun.

Freitag, 17. April 2020

Die venezolanischen Flüchtlinge haben es in diesen Coronazeiten besonders schwer in Kolumbien

Das Pastorenteam der IELCO (4.v.li.: Adi Martinez)
Adi Martinez, derzeit Vikarin der lutherischen Kirche in Kolumbien (IELCO) und ehemalige GAW-Stipendiatin, berichtet von der Herausforderung für eine kleine Diasporakirche in Coronazeiten, die sich um venezolanische Flüchtlinge kümmert: 

"Die Lutherische Kirche in Kolumbien (IELCO) ist eine kleine Diasporakirche, die allerdings sehr sozial–diakonisch aktiv ist und sich für Arme, Bedürftige und Flüchtlinge einsetzt. 
Wir tun sehr viel zur Integration der venezolanischen Flüchtlinge. Allerdings hat uns die Coronakrise in dieser Arbeit ausgebremst. Für die Flüchtlinge ist das alles sehr dramatisch. Die kolumbianische Regierung hat große Probleme, angemessen zu helfen. 

Täglich kommen neue Flüchtlinge, die es schwer haben, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Durch die bestehende Ausgangssperre ist ihre Existenz bedroht, da Sie keinerlei Staatsgelder mehr in Anspruch nehmen können. Dazu kommt die große Problematik des Zusammenlebens in engen Räumen und oft auch häusliche Gewalt. Allen Migranten, die eine Wohnung gefunden hatten, droht nun der Verlust dieser Wohnung. 

Durch die staatliche „Apoyo a Migrantes Venezolanos” (Unterstützung für venezolanische Migranten) bekommt man unter normalen Umständen drei Tage in der Woche Mittagessen und ein paar andere Hilfen (Integrationskurse, Beratungsangebote). Das geht derzeit nur telefonisch. Die Hilfe der IELCO reicht nicht aus für alle Familien, Kinder, ältere Menschen, Schwangere und all jene, die unsere Hilfe benötigen. 

Meine Gemeinde in Bogota hilft 60 Familien mit Lebensmittelpaketen. 11 Euro kostet ein solches Paket, das für eine Woche reicht. Mehr als 100 Familien stehen noch auf der Warteliste, die keine Hilfe von der Regierung bekommen. 

Wir beten, dass Gott uns stärkt und uns Wissen gibt, damit wir weiter der Gesellschaft dienen können. Aber wir brauchen Hilfe, um diese Arbeit weiter machen zu können!"

Auch solche Hilfen wie in Kolumbien für venezolanische Flüchtlinge unterstützt das GAW mit dem Corona-Nothilfe-Aufruf: https://bit.ly/2y2TUcK

Helfen Sie bitte mit!

Donnerstag, 16. April 2020

Die Quarantäne ist wie eine verlängerte Passionszeit - ein Virus hat uns weltweit ausgebremst

Osterfest in Matanzas / Kuba
Die Moderatorin der Presbyteriansichen Kirche auf Kuba Dora Arce Valentín schreibt inmitten der Coronakrisenzeit zu Ostern:

"Wir leben in schwierigen Zeiten - weltweit und auch hier auf Kuba. Ein Virus hat uns ausgebremst. Alles, was uns Sicherheit gab, was wir zu kontrollieren glaubten und für normal hielten, wurde gestört. Es ist, als hätte die Geschichte aufgehört und eine unbestimmte Pause gebracht. Vieles relativiert sich und der Mensch wird wieder ​​wichtig. Und wir spüren, welche Bedeutung Ärzte haben und Menschen, die systemrelevant sind, die wir vorher nicht so gewürdigt haben. Sie sind in unserem täglichen Leben unverzichtbar. Wir erkennen, dass der Mensch nicht das Zentrum
des Universums ist. Ein unglaublich kleines Teilchen wie ein Virus verändert alles, ob im persönlichen Leben oder gemeinschaftlich. Es bringt all das ins Wanken, was wir bisher als Zeichen eines "guten Lebens" angesehen haben. Wir müssen neu nachdenken über das, wie wir die Welt verstehen als Geschenk Gottes.

Wir sind als Kirche gefordert, die Hoffnung, die wir verkünden, zu leben. Die Quarantäne erleben wir wie eine Fortsetzung der Passionszeit. Wir sind aber gerufen, durch diese erzwungene Pause im Glauben zu gehen und in der Krise eine Chance zu sehen, um das zu prüfen, was wirklich wichtig ist im Leben. Und wir hoffen, dass wir durch diese erzwungene "besondere Pilgerzeit" danach ein wirkliches Auferstehungfest feiern können, vereint in dem Glauben, der uns Mut macht für Veränderungen.

Mittwoch, 15. April 2020

Die Osterbostschaft bekommt in dieser Coronkrisenzeit plötzlich eine neue Dimension!

Evangelische Kirche in Santa Rosa del Monday (Paraguay)
Pfarrerin Sonia Skupch, die Generalsekretärin der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP), beschreibt in einer Mail die derzeitige Situation der Kirche: 

"Argentinien, Paraguay und Uruguay sind nicht so stark von der Ansteckungswelle von COVID-19 betroffen. In Paraguay entfällt die größte Zahl der Todesopfer auf Menschen, die unter Dengue-Fieber leiden, so auch im Norden Argentiniens. Davon sind auch viele unserer Mitglieder betroffen, davon auch ein Pfarrer. In allen drei Ländern gelten soziale Distanzierungs-, Quarantäne- oder Isolationsmassnahmen. Es gibt eine totale Ausgangssperre. Die Massnahmen sind sehr früh getroffen worden, um eine massive Ansteckungswelle zu verhindern, da unser Gesundheitssystem dabei zusammenbrechen würde. 

Was das kirchliche Leben anbelangt, so sind seit dem 14. März alle Aktivitäten, Treffen und Gottesdienste vollständig ausgesetzt. Durch soziale Netzwerke haben wir jedoch kreative neue Formen entwickelt, um trotz der Isolation in Gemeinschaft zu bleiben. Es ist wirklich erstaunlich, was alles Neues entstanden ist und wie viel Akzeptanz das Neue hat. Von der Kommunikationsabteilung der IERP werden jeden Sonntag Gottesdienste angeboten, Liederstunden und Erzählen von biblischen Geschichten für Kinder. Nach der Quarantäne werden wir überlegen, welche neu entwickelte Gottesdienstformate, geistlichen Impulse und Seelsorgeformen wir beibehalten und weiterentwickeln wollen. 

Wir als Kirchenleitung unterstützen jetzt besonders unsere diakonischen Einrichtungen wie Pflegeheime, Seniorenheime und Schulen. Die sozialen Projekte in den verarmten Vierteln des Großraums Buenos Aires haben dank einer besonderen Kollekte und einer in der ganzen Kirche gestarteten Lebensmittelspendenkampagne Lebensmittel verteilen können. Viele unserer Gemeinden haben ihre Räumlichkeiten als mögliche Isolationsräume für Menschen angeboten, die von COVID-19 betroffen sind. Bemerkenswert sind auch die Initiativen einiger Frauengruppen, Mundschutzmasken für Menschen in Pflegeheimen anzufertigen. 

Die Pandemie ist eine Tragödie wegen der Zahl der Kranken und der Todesfälle, die sie verursacht, aber auch wegen der enormen wirtschaftlichen Folgen für unsere Länder, ganz besonders für Argentinien, dass sich sowieso schon in einer tiefen Krise befand. Es ist wahrscheinlich, dass es einen starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts geben wird, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird und dass sich die soziale Krise vertiefen wird. Ungefähr 40% der argentinischen Bevölkerung lebt von dem täglichen Einkommen durch informelle Arbeit (Strassenverkäufer, Aushilfen auf dem Bau, Verkauf von Haus zu Haus etc.). All diese Menschen haben jetzt kein Einkommen. Man hilft sich in den Familien, in den Gemeinden und es gibt auch eine, zwar geringe aber immerhin, Hilfe vom Staat. Wie man sich vorstellen kann, wird diese Situation auch die Finanzen unserer Kirche beeinflussen. Wir haben jetzt einige Sparmaßnahmen getroffen. Es ist ein Planen von Woche zu Woche, sehr kurzfristig. Das Kirchenamt der IERP ist jetzt komplett im Homeoffice.

Die Auferstehungsbotschaft hat jetzt plötzlich eine neue Dimension angenommen. Man hört bei den Menschen immer wieder eine Trauer über die jetzige Situation, aber auch Hoffnung und Widerstandskraft, die ein wesentlicher Teil unserer Identität in Südamerika sind."

Dienstag, 14. April 2020

Wir erleben Verbundenheit, Nähe und Zusammenhalt wie nie zuvor!

Margit Kézdi, Referentin für Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche in Rumänien, erzählt uns zu Ostern von der schwierigen Lage in Rumänien in der Corona-Pandemie, zeigt aber auch, dass es Gründe zur Hoffnung gibt:

Vorstand der Frauenarbeit der EKR, rechts Margit Kézdi
„In Rumänien herrscht gerade Notzustand. Inzwischen wurde er sogar bis Mitte Mai verlängert. Das
heißt im Klartext, dass Militär und Polizei für Ordnung sorgen. Wir haben wegen strenger Ausgehverbote und geschlossenen Läden einen schweren Alltag. Senioren über 65 Jahre dürfen nur zwischen 11 und 13 Uhr raus, und auch dann nur mit Atemschutzmaske, Kinder überhaupt nicht. Alle, die einkaufen gehen, müssen ein ausgefülltes Formular dabeihaben, in dem sie Name, Strecke und Grund eintragen müssen. Die Polizei kontrolliert streng und verteilt Strafen an jene, die kein Formular dabeihaben. Seit vier Wochen hören wir im Radio und im Fernseher immer wieder: "Bleibt daheim! oder "Wir bleiben daheim", auch aus Polizeiautos ertönt mehrmals am Tag diese Warnung. Ja, es ist streng und einengend, so ein eingeschränktes Leben haben wir nicht mal in kommunistischer Zeit gehabt. Aber es muss sein! Wir akzeptieren es. Unser Gesundheitssystem ist nämlich schlimm dran. Z.B.: Das große Kreiskrankenhaus in Hermannstadt verfügte zu Beginn der Pandemie über 12 Betten auf der Intensivstation und ist für das ganze Umland zuständig. Dort gibt es erst seit wenigen Tagen den nötigen Apparat, mit dem Corona-Tests gemacht werden können. Im ganzen Land fehlen Fachärzte, Krankenschwester und das nötige Pflegepersonal, es fehlen die Medikamente und die Sicherheitsanzüge, die Mundschutzmasken, die Beatmungsgeräte... Unser Gesundheitswesen könnte nur extrem wenige Menschen behandeln. Deshalb sind wir zu Hausarrest verpflichtet worden, zu unserem Schutz.

Seniorenfreizeit 2019. Derzeit ist Umarmen nicht möglich.
Seit vier Wochen ist schulfrei. Wer Glück hatte, darf Home Office machen. Viele sind arbeitslos geblieben. Seit dreieinhalb Wochen ist alles geschlossen: Einkaufszentren, Kinos, Theater, Museen, Parks, Friseursalons, Kirchen. Nur Lebensmittelläden und Apotheken dürfen öffnen. Allerdings haben wir dank dieser frühzeitig getroffenen, strengen Maßnahmen nur 4.000 bestätigte Fälle und 160 Tote. Auch diese ergaben sich nur durch die Rückkehr der im Ausland lebenden Rumänen, die vor allem aus Italien geflohen sind. Und jetzt begraben sie ihre unschuldigen Anverwandten, die sie selbst angesteckt haben...


Wandertag der Frauenarbeit 2019
Wir waren anfangs auch fassungslos und konnten mit uns und der neuen, terminfreien Zeit nicht viel anfangen... Inzwischen hat sich eine allgemeine Ruhe eingestellt, wir sind ausgeschlafen wie seit vielen Jahren nicht mehr, und genießen einfach die Zeit in der Familie. Die Kinder haben online Schulunterricht, aber nicht täglich und nicht viel, sie lesen wieder gerne Bücher, ich habe Zeit für Handarbeit, Backen und Gartenarbeit. Unterdessen ist der Frühling ist eingezogen, die Störche und Schwalben sind zurück, die Vögel zwitschern von frühmorgens bis spät abends, es blühen Obstbäume und Blumen, es ist sonnig und warm hierzulande. Es ist einfach schön. Seit drei Sonntagen dürfen wir leider keine Gottesdienste feiern, allerdings sind so viele gottesdienstliche Angebote im Netz einsehbar, dass es eine Freude ist, verschiedene Pfarrerinnen und Pfarrer zu erleben. Wir erleben eine Verbundenheit, wir erleben Nähe und Zusammenhalt, Fürsorge und Liebe, wie nie zuvor, und "warten getrost, was kommen mag, Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag".“

Die Pandemie fordert heraus, kreativ zu werden in der Kirche

Altarbild der lutherischen Christuskirche in Omsk (Rußland)
Aus der Ev.-Luth. Kirche im Ural, Sibirien und Fernen Osten (ELKUSFO) erreicht uns eine Mail zur aktuellen Situation: 

"Bei uns in Omsk wie auch in den meisten anderen Regionen Rußlands sind die Menschen in Quarantäne bis zum 19.4.2020. Zu Ostern mussten alle zu Hause bleiben. 

Trotzdem konnte man an mehreren Gottesdiensten online teilnehmen. Alle unsere Pastoren haben ihre Predigten aufgenommen und z.B. auf Youtube gestellt. Die Links konnte man abrufen. Hier ist ein Beispiel: Palmarum in Tscheljabinsk https://youtu.be/XRklx-O8m2w

Wir lernen als Kirche im digitalen Bereich sehr viel dazu und können dadurch miteinander Gemeinschaft pflegen. Zum Beispiel per Zoom werden Bibelarbeiten und Jugendstunden durchgeführt.

Diese Pandemie hat auch etwas Positives an sich: Wir mussten kreativ werden und neue Wege suchen, die wir sicherlich weiter verwenden können.

Aber die Menschen werden langsam müde. Sie nehmen langsam alle aktuellen Verbote und  Vorschriften nicht mehr so ernst, zumal wir in Omsk nur noch wenige Erkrankte haben. Das Leben kehrt langsam auf die Straßen zurück. Es werden immer mehr Ausnahmen für verschiedene Bereiche gemacht: Industrie, Baufirmen, Cleaning-Firmen, Autowerkstätten, Rechtsanwälte und Notare dürfen öffnen."

Montag, 13. April 2020

Verlasst Euch drauf: wir beten für Euch alle in Brasilien in der Coronazeit! - Osterbotschaft aus Brasilien aus der IECLB

Der auferstandene Christus aus der
Himmelfahrtskirche in Curitiba
...Die Covid-19-Pandemie hat auch Brasilien erreicht. Anfangs langsam, jetzt aber in einem beschleunigten Prozess. In Brasilien wurde unter großen Anstrengungen ein staatliches Gesundheitssystem aufgebaut. Dieses Gesundheitssystem ist systematisch kaputt gespart worden zugunsten einer privaten Krankenversorgung. Dennoch wird das staatliche System für viele Menschen die einzige Hoffnung sein, die wegen des Virus Hilfe brauchen.



Die Pandemie selbst ist allein schon eine Tragödie für Brasilien. Hinzu kommt die  soziale und wirtschaftliche Lage. Außerdem müssen wir uns noch mit dem unwissenschaftlichen Verständnis der brasilianischen Regierung befassen, das sich aus epidemiologischer Sicht als sehr gefährlich erwiesen hat. Glücklicherweise folgen die meisten Organisationen den Richtlinien der Virologen.

Die IECLB befindet sich in ihrer dritten Quarantänewoche. Es war eine wichtige Entscheidung, die von der Präsidentschaft und den 18 Synodalpastoren gemeinsam getroffen wurde. Wir werden sie höchstwahrscheinlich noch länger beibehalten. Die Quarantänezeit hat es der Präsidentschaft ermöglicht, wöchentlich Online-Treffen mit den Synodalpastoren abzuhalten.

Wir sind uns bewusst, dass die Entscheidung, keine persönlichen Treffen wie Konferenzen, Dienstleistungen, Veranstaltungen, Versammlungen usw. zuzulassen, Konsequenzen haben wird, besonders in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass es an dieser Stelle wichtig ist, Leben zu retten, die Möglichkeit einer Ansteckung zu verringern und den Behörden mehr Zeit zu geben, sich auf die Versorgung kranker Menschen vorzubereiten.

Die neue Realität lehrt uns andere Formate von Dialogen und Besprechungen: digital, virtuell, Audio-Video. Wir lernen viel und entdecken, dass es in diesem Bereich viele Möglichkeiten gibt. Die meisten der mehr als 800 Pastor*innen, die in den 1800 lutherischen Gemeinden arbeiten, haben sich bemüht, über Chats, Telefonanrufe, WhatsApp und andere Kommunikationsmedien mit ihren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Ihre Feiern, Gebete, Lieder und Fürbitten haben die Netzwerke überflutet. Viele Menschen wurden erreicht, auch außerhalb der IECLB. Es wird viel darüber nachgedacht werden müssen, was dies alles für das Leben der Kirche nach der Pandemie bedeuten wird.

Wir sind besorgt und zuversichtlich zugleich. Wir haben die Gewissheit, dass Christus jeden Tag bis ans Ende der Zeit bei uns ist (Mt 28,20), und dass wir alles durch Christus tun können, der uns stärkt (Philipper 4,13). Wir leben durch die Gnade Gottes. So wird die Last leichter, obwohl sie schwer ist. Vor allem haben wir in Christus die neue Realität erlebt, die Ostern bringt: Das Leben wird triumphieren.

Wir danken Gott für Eure Partnerschaft. Wir danken Euch für Eure Unterstützung und Eure Gebete. Beachtet, dass wir auch für Euch alle betet! Darauf könnt Ihr Euch verlassen!

Frohe Ostern!

In Christus,

Pastorin Sílvia Beatrice Genz, Kirchenpräsidentin der IECLB

Pastor Odair Airton Braun, 1. Vizepräsident

Pastor Dr. Mauro Batista de Souza, 2. Vizepräsident

Sonntag, 12. April 2020

Wir sind mit Christus! Wir sind nicht dem Coronavirus überlassen! - Ein Ostergruß aus Moskau


Ein Ostergruss in diesen Coronazeiten von dem lutherischen Erzbischof Dietrich Brauer aus Moskau / Rußland:


"Der Herr hat die Hoffnungslosigkeit des Bösen und des Todes überwunden. 

Erzbischof Brauer
am Ostermorgen 2020
Wir sind weder allein gelassen noch dem Coronavirus überlassen. 

Wir sind mit Christus. Er ist auferstanden. Seine Stimme erinnert uns wieder daran, dass das letzte Wort nicht der Tod, sondern das Leben hat. 

Durch dieses Wort zu einer Kirche vereint, feiern wir Ostern! Wir feiern Christus, der uns auch unter diesen schwierigen Umständen, wenn wir voneinander Distanz halten müssen, nahe bleibt!"

Samstag, 11. April 2020

Wir leben weltweit verbunden in einer Karsamstagzeit...

Kirche in Raúl Peña / Paraguay
Karsamstag - die derzeit erlebte Zeit ist wie dieser Tag. Wir wissen nicht, wie das Leben unserer Partnerkirchen weltweit, das Leben des GAW und unserer Kirche und das Leben in unserer Gesellschaft nach der Pandemie weiter gehen wird. Das Auszuhalten fällt schwer. 

Auch wenn unsere Erfahrung von dem neuen Anfang weiß und unsere Hoffnung sich auf einen Neubeginn richtet - es gilt: Wie der neue Anfang geschehen wird und wie es für uns sein wird, das kann nicht am Karsamstag schon vorbereitet und verplant werden. 

Die Berichte der Evangelien über den Ostermorgen verkündigen uns: Auch die Erfahrungen aus der Zeit vor dem Karsamstag taugen nicht für das, was dann geschieht.

In dieser Karsamstagszeit versuchen wir als GAW - als Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland - unsere Partnerkirchen weltweit zu begleiten. Uns verbinden die gleichen Fragen, Sorgen, Klagen. Uns verbindet das gemeinsame Gebet - auch wenn es oft nur das Vater Unser ist. Uns verbindet aber der Glaube, der von der Hoffnung getragen ist, dass wir in aller Ohnmacht des Karsamstags nicht allein sind.

Wir bitten in dieser Karsamstagszeit als GAW um Spenden für unsere Partnerkirchen zum Erhalt ihrer kirchlichen, seelsorgerlichen und diakonischen Arbeit: https://bit.ly/2yDSkyo

Freitag, 10. April 2020

Ein Karfreitagsgebet für uns alle - weltweit im Glauben verbunden

Der Gekreuzigte (Ort: EKD-Büro in Brüssel)
Das Coronavirus hat die Welt verändert. Der Alltag ist ein anderer geworden, die Menschen mehr auf sich selbst gestellt - weltweit. Karfreitag ist zu spüren. Heute deshalb ein Gebet zum Karfreitag:

Jesus Christus, heute schauen wir auf das Kreuz. Es erinnert uns an die dunkle Seite des Lebens, an das Bittere und Schmerzliche, an Angst und Trauer, an Einsamkeit und Verrat, an Ungerechtigkeit und Lüge, an alles Harte und Grausame, das wir Menschen anderen Menschen anzutun in der Lage sind.

Gott, dieses düstere Zeichen ist zum Zeichen deiner Liebe geworden. Du willst uns nicht erschrecken mit Härte und Grausamkeit, sondern nahe kommen mit der Hoffnung, die auch im Kreuz steckt: der Hoffnung auf neues Leben.

So wenden wir uns an Dich: Alles ist so ungewohnt in diesem Jahr. Weltweit können viele Christen nicht mehr zusammenkommen, um sich im Gottesdienst stärken zu lassen. Mit ihnen allen sind wir im Glauben verbunden.

Du bist die Quelle des Trostes, Kraft und Licht unseres Lebens.

Wir bringen vor Dich die Sorge der Menschen in allen unseren Partnerkirchen weltweit, die nicht wissen, wie es weitergehen soll, die sich sorgen, weil die Gesundheitsversorgung nicht gut ist. Lass uns sie alle nicht vergessen bei all den Sorgen, die wir haben.

Dort wo jetzt schon Hunger und Durst, Armut und Elend herrschen – in Syrien oder in Venezuela oder in den Flüchtlingslagern in Griechenland - O Gott - wir bangen um sie, die schutzlos ausgeliefert sind.

Segne die Politikerinnen und Politiker, die jetzt mit Weitblick handeln, und Notprogramme organisieren.

Stärke die Bereitschaft zum Teilen und zur Solidarität!

Steh den Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern bei, die mitten im größten Elend Menschenleben retten.

Gott, lass uns deine Nähe spüren, stärke den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, schenke uns Vertrauen und Hoffnung für das Leben.

Vaterunser...

Amen.