Sonntag, 31. Mai 2020

Komm herab - o Heiliger Geist und erneuere uns!

Komm herab - o Heiliger Geist!
Komm herab, o Heiliger Geist - komm ganz neu in deine Kirche,
- erneuere uns und deine Welt und gib dich ihr zu erkennen;
- führe uns aus der Dunkelheit zum Licht;
- inspiriere unser Denken und Fühlen;
- mache unser Inneres hell.

Komm - Heiliger Geist, der du die liebst, die in Not sind,
- tröste unsere Glaubensgeschwister, die im Krieg leben wie in Syrien;
- stehe denen bei, die in der Coronakrise besonders betroffen sind wie in Brasilien und Russland;
- beschütze unsere Glaubensgeschwister, die sich in evangelischen Seniorenheimen weltweit um Alte und Betagte kümmern, dass sie nicht vereinsamen.

Komm - Heiliger Geist, der du gute Gaben auch in Notzeiten gibst,
- schenke den Ärzten, Pflegern und Forschern Weisheit und Energie;
- erfülle die Herzen der Politiker und der Verantwortlichen im Krisenmanagement Besonnenheit;
- berühre unser aller Herzen mit Sanftmut und nicht mit Wut.

Komm - Heiliger Geist, der du jedes Herz erhellst,
- lass die Corona-Pandemie abschwellen;
- lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist;
- lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Du allein bist ewig. Wir vertrauen Dir. Amen.

Samstag, 30. Mai 2020

Die Corona-Pandemie ist für Länder wie die Ukraine eine zusätzlich Katastrophe

Kristina Bado aus dem Bischofsbüro der Reformierten Kirche in der Ukraine in Berehowe/Beregszász schreibt uns:

"Die Covid-19-Pandemie bereitet uns weltweit viele Probleme. In der Ukraine ist sie komplizierter als in anderen Ländern, denn die Gesundheitsversorgung im Land ist schlecht. Es gibt keine Virologen oder Spezialisten, die die Bevölkerung über die Situation informieren könnten. Die Krankenhäuser waren und sind nicht bereit für eine solche Pandemie. Es gibt wenig Schutzkleidung, kaum Atemschutzmasken. Einige Krankenhäuser haben sogar geschlossen. Die Schulen, Einkaufszentren und Kindergärten sind geschlossen, und wir wissen nicht, wann sie geöffnet werden. Am 25. Mai waren ca. 21 500 Infizierte registriert, von denen 623 gestorben sind.

In unseren reformierten Kirchen können keine Gottesdienste abgehalten werden und es dürfen keine kirchlichen Veranstaltungen mit physischer Präsenz organisiert werden. Das ist schlimm. Pastoren und Gemeinden fragen uns täglich im Bischofsbüro, wann sie mit den Gottesdiensten wieder beginnen können. Derzeit ist es nicht absehbar. Die Mitglieder der Gemeinden vermissen die Gottesdienste und natürlich die gemeinsamen Versammlungen. Zu Hause zu bleiben verursacht viele andere Probleme bei den Menschen. Wir vermissen das Gemeindeleben auch wenn online-Angebote der Gemeinden gut sind. Sie ersetzen das nicht.

Beliebt bei unseren Leuten ist der drive-in Gottesdienst an jedem Sonntagnachmittag in der Stadt Beregszasz. Man kann sich wenigstens von Auto zu Auto grüßen und sich zuwinken. Auch den Pfarrer können wir sehen."

In Zeiten wie diesen sind die vom GAW geförderten Projekte der reformierten Kirche in Transkarpatien wichtige Hoffnungszeichen. Folgende Projekte will das GAW in diesem Jahr dort fördern:  https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#184

Freitag, 29. Mai 2020

Ein deutsches Altersheim in Caracas - es funktioniert unter erschwerten Bedingungen

Im dt. Seniorenheim in Caracas
Pfarrer Arno Erdmann berichtet aus Caracas über die Auswirkungen der Coronakrise besonders auf das Seniorenheim der deutschen Gemeinde:

"Seit Mitte März sind wir in Quarantäne. Venezuela war eines der ersten lateinamerikanischen Ländern, das eine Ausgangssperre zu verordnete Anders als in den meisten anderen Ländern ist die Covid19-Epidemie hier aber nicht die Hauptkrise. In Venezuela leidet man vor allem unter der sehr prekären allgemeinen Versorgungslage. Es fehlen Medikamente und Lebensmittel für die Bevölkerung. Normale Wasser-, Strom oder Gasversorgung gibt es überhaupt nicht mehr. Immer wieder wurde gegen das Regime demonstriert. Aber mit der Ausgangssperre ist jegliche politische Aktivität im Keim erstickt. Seit 3 Monaten gibt es auch kein Benzin mehr, außer für regierungstreue Anhänger, Ärzte und Berufsgruppen mit besonderer Erlaubnis in einem der erdölreichsten Länder der Welt. Unter diesen Umständen erfordert es besonders viel an Kraft und Aufwand , um ein Seniorenheim gut und sicher zu führen und die Heimbewohner mit dem Notwendigen zu versorgen. Die Heimleitung und alle Mitarbeiter leisten zusammen mit dem Vorstand, einen schon beinahe “übermenschlichen” Einsatz, damit die Heimbewohner ein sauberes, Hygiene gesichertes und gemütliches Heim haben, in dem es ihnen an nichts mangelt. 
Trotz aller Widrigkeiten hat die Heimleitung durch viele Aktivitäten versucht, das Leben der Heimbewohner abwechslungsreich zu gestalten. ...
Damit die Heimbewohner an den Gottesdiensten der lutherischen Michaelsgemeinde in Caracas teilnehmen können, werden Fahrdienste organisiert. Das mag alles in Europa was ganz alltägliches sein, in Venezuela ist es ein besonderes Geschenk, weil es der Unsicherheit und den schwierigen Lebensumständen wegen, die Ausnahme ist. 
In Venezuela gehört unser Heim zu den bestgeführtesten, was uns auch immer wieder von den Behörden bestätigt wird.
Mehr als drei Monate nach Beginn der staatlich verordnen Quarentäne können wir dankbar sein, dass es im Heim keine Infektionsfälle der Covid19-Epidemie gegeben hat. Das liegt zum grössten Teil daran, dass die Leitung sehr schnell äußerst strikte Regeln eingeführt hat. So sind Ausgänge aus dem Heim nicht gestattet, Besuche von Freunden oder Angehörigen ebenfalls nicht."

Die deutschsprachige Michaelsgemeinde (https://www.caracas-evangelisch.de/unsere-kirchengemeinde/), die in den wirtschaftlichen Boomjahren des Landes an die 2.000 Gemeindemitglieder hatte, ist durch die gravierende wirtschaftliche Krise des Landes stark dezimiert. Ein Pfarrer aus Deutschland ist schon seit ein paar Jahren nicht mehr da. Sie versucht sich aber weiter zu engagieren. Durch die Coronakrise sind die Aktivitäten derzeit eingeschränkt. Im deutschen Seniorenheim arbeitet man mit, in der Ökumene, in der Humboldtschule , im deutsch-venezolanischen Hilfsverein, in der Zusammenarbeit mit den deutschen Institutionen im Land und in der Evangelischen Lutherischen Kirche in Venezuela.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Leere Kirchenbänke in Dunaszerdahely in der Slowakei

Leere Kirchenbänke in Dunaszerdahely
Klaudia Takács war 2013/14 GAW-Stipendiatin in Leipzig. Inzwischen ist sie Pfarrerin der reformierten Kirche in der Slowakei in Dunajská Streda/ Dunaszerdahely, 50 Kilometer östlich von Bratislava gelegen. Sie berichtet über ihre Erfahrungen aus den letzten Monaten:

"In der reformierten christlichen Gemeinde in Dunaszerdahely ist normalerweise viel los. Die Stadt hat eine gute Lage: Sie liegt etwa in der Mitte zwischen der österreichischen und der ungarischen Staatsgrenze und mit der Mehrheit an ungarischen Einwohnern ist sie heute ein bedeutendes Zentrum in Oberungarn. Zu der Gemeinde gehören ein Krankenhaus, zwei Altenheime und mehrere Grund- und Mittelschulen, die in der Stadt betrieben werden, so dass das Gemeindeleben hier sehr vielfältig ist. 

Ref. Kirche in Dunaszerdahely

Aber ab Mitte März hat sich alles im Nu verändert: Zuerst das Krankenhaus und die Altenheime, dann die Schulen und auch die Kirchen mussten ihre Tore schließen, um die Verbreitung das Coronavirus aufzuhalten. Zuerst hat uns das sehr geschockt, denn das Gemeindeleben lief eben in diesen Bereichen. Dann aber blieben die Kirchenbänke leer … 

Doch das Leben in der Gemeinde machte dennoch keine Pause, denn die Menschen brauchen in einer solchen Situation noch mehr geistliche Hilfe. Darum haben wir nach Möglichkeiten gesucht und die Gottesdienste, den Religionsunterricht und die Kindergottesdienste online abgehalten. Die Gemeindeglieder, die keinen Internetzugang haben, haben die Predigten ausgedruckt in den Briefkasten bekommen; so blieben auch sie nicht ohne Wort Gottes. 

Pfarrerin Klaudia Takács
Die Seelsorge per Telefon war auch eine gute Lösung, so konnten wir zahlreiche gute Gespräche führen. Es stärkte sich die Solidarität untereinander. Aber nicht nur geistlich, sondern auch physisch konnten wir anderen helfen: Einige Frauen aus der Gemeinde haben Schutzmasken genäht, die wir mit der Stadtleitung unter Einwohnern über 64 Jahren ausgeteilt haben. 

Und die Diakonie hat auch in anderen Formen funktioniert, z. B. einkaufen für die ältere und kranke Gemeindemitglieder; einige haben für sie auch gekocht. In den ersten zwei bis drei Wochen fühlte man, dass die Menschen Angst hatten. Aber Gott sei Dank haben unsere strengen Beschränkungen in der Corona-Krise Früchte gebracht: Die Epidemie hat in unserer Umgebung nicht so viele Opfer gefordert und am 6. Mai 2020 erhielten wir die Nachricht, dass wir wieder Gottesdienste in der Kirche feiern können, aber nur mit einigen Vorgaben (z. B. räumliche Trennung zwischen Menschen über und unter 65 Jahren, zwei Meter Abstand beim Sitzen; jeder soll eine Maske tragen usw.). 

In den ersten zwei Wochen hatten wir das Gefühl, dass einige noch vorsichtig sind und lieber noch nicht in die Kirche kommen. Das wird jede Woche besser. Was diese Krise uns konkret gebracht hat und welche Folgen sie haben wird, wissen wir noch nicht. Aber wir wissen, dass Gott auch aus menschlich schweren Situationen die Beste herausholen kann, und so vertrauen wir im Blick auf unsere Zukunft auf Ihn: „Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend (Ps 84)."

Mittwoch, 27. Mai 2020

Pflegende haben Angst, das Virus in das Altenheim einzuschleppen


Altenheim in Schweischer
In diesem Jahr sammelt die GAW-Frauenarbeit innerhalb ihres Jahresprojekts auch für das Altenheim in Schweischer / Rumänien. Heike Orian, die Projektbearbeiterin des Landeskonsistoriums in Sibiu/Hermannstadt, schreibt uns über die derzeitige Situation im Heim: 

"Während des "Ausnahmezustands" leistete jeweils ein Team in zweiwöchigem Turnus seinen Dienst in "Arbeitsplatz-Isolation". D.h. in der jeweiligen Dienstphase lebte das Pflegeteam unter strengen Hygieneregeln ausschließlich in den Dienstgebäuden und wohnte in den Gästezimmern des Altenheims, um jegliche Kontakte zur Außenwelt auszuschließen. Diese Mitarbeitenden blieben danach zwei Wochen in Heimisolation (also zu Hause isoliert). 

Mit den neuen Bestimmungen im "Alarmzustand" seit dem 15. Mai fällt nun die Isolation am Dienstort - zur Erleichterung der Betroffenen - weg. Alle anderen Schutzmaßnahmen sind natürlich weiterhin in höchstem Maße zu beachten z.B. das Tragen von Schutzkleidung, die Desinfektion der angelieferten Waren und die Vorsicht beim Austeilen des Essens.

Ein Schwatz im Freien ist 
derzeit leider nicht möglich
Schön für die Bewohner*innen ist, dass sie nun wieder Besucher empfangen dürfen. Kein Besuch, kaum Ablenkung, wenig Körperkontakt, darunter leiden die Menschen im Altenheim (wie auch viele andere) zurzeit sehr. Nun hat sich das Besuchsverbot etwas gelockert, ist aber immer noch sehr eingeschränkt – nur zu bestimmten Zeiten, keine Umarmungen, kein Händehalten und schon gar keine Küsschen, aber immerhin, man sieht sich mal wieder und kann mit miteinander reden. 

Das Pflegepersonal ist damit vor neue Herausforderungen gestellt. Besuche dürfen nur nach vorheriger Anmeldung, unter ganz strengen Sicherheitsbedingungen und in einem extra dafür vorgesehenen desinfizierten Raum stattfinden. 

Es gibt momentan so viele Umstände, die den Mitarbeitenden den Tagesablauf erschweren. Zu dem großen organisatorischen Aufwand kommt noch psychischer Stress durch die ständigen Überwachungen des allgemeinen Gesundheitszustandes (Temperatur- und Blutdruckmessungen, regelmäßige Blutanalysen). Und die Angst bleibt, das Virus doch noch ins Heim zu schleppen... Das bedeutet, weiterhin besondere Vorsichtsmaßnahmen auch im Privatleben einzuhalten. Momentan bedarf es also unbedingt auch emotionaler Unterstützung der Pflegenden, denn es ist - heute mehr denn je - eine sehr starke Belastung für alle, die im medizinisch-diakonischen Bereich tätig sind. Die Betreuer*innen im Altenheim Schweischer nehmen diese auf sich, um die alten Menschen so gesund wie möglich zu erhalten.

Kurz gesagt: die neue "Lockerungslogistik" bedeutet für das Heimpersonal viel Mehrarbeit in sehr kurzer Zeit. Das Sicherheitskonzept zu erstellen und alles zu koordinieren, ist sehr anspruchsvoll. Was sicher einen zusätzlichen Stressfaktor darstellt, ist die Ungewissheit über die Dauer der neuen Regelung."

Dienstag, 26. Mai 2020

Was in Frankfurt geschehen ist, darf sich nicht wiederholen - weder bei uns in Spanien noch sonstwo!

Derzeit ist die Kirche "El Salvador" in Madrid noch leer...
Wann sind Gottesdienste möglich?
Joel Cortes, ehemaliger Vorsitzender der Comisión Permanente der Iglesia Evangélica Española (IEE) schrieb uns gestern besorgt. In seiner Gemeinde in Barcelona wird derzeit geplant, die Gottesdienste wieder zu beginnen. Nun wurde in den spanischen Medien von dem Vorfall und den hohen Infektionszahlen nach einem Gottesdienst Ende Mai in der Frankfurter Baptistengemeinde berichtet. 

Joel schreibt: "Uns beunruhigt die Nachricht aus Frankfurt sehr. Wir diskutieren in unserem Kirchenvorstand, wie wir uns auf die Gottesdienstfeiern entsprechend vorbereiten und wie wir Sicherheitsmaßnahmen umsetzen. Was sind die besten Desinfektionsmöglichkeiten? Wie sichern wir, dass nur 1/3 des Gottesdienstraumes besetzt werden darf per Gesetz? Es müssen 2 Meter Abstand gehalten werden. Gesichtsmasken sind Pflicht. Gesungen werden darf nicht. Wer älter als 60 Jahre alt ist darf nicht teilnehmen. Das sind heftige Auflagen und motiviert uns nicht sehr, Gottesdienst zu feiern. Aber: was in Frankfurt geschehen ist, das darf sich nicht wiederholen! Deshalb sind wir sehr vorsichtig, wie wir weiter vorgehen werden. Denn kein Verantwortlicher in unserer Gemeinde und der gesamten IEE möchte die Verantwortung tragen müssen, die die Gemeindevorsteher und der Pastor in Frankfurt jetzt tragen müssen."

In diesem Jahr wird im Projektkatalog für die Sanierung der Kirche "El Salvador" gesammelt, auf dass dort in absehbarer Zeit wirklich wieder befreit Gottesdienste gefeiert werden können...:

Montag, 25. Mai 2020

Alle müssen ihren Anteil in der Coronakrise leisten... - auch in Ivoti in Brasilien

Darli Breuning
Das Coronavirus verbreitet sich in Brasilien rasant. Mittlerweile gilt es als Epizentrum der Corona-Pandemie. Tausende Menschen sterben. Betroffen sind unsere Partner im Land, die sich große Sorgen machen.

Darli Breuning ist einer von ihnen. Er leitet das IFPLA-Institut in Ivoti in Brasilien. Es ist mit der lutherischen Kirche (IECLB) assoziiert und bildet Deutschlehrkräfte u.a. für die knapp 60 Schulen der lutherischen Kirche aus.
Jedes Jahr im Januar kommen neun dieser Studierenden nach Deutschland. 14 Tage verbringen sie in Leipzig im GAW.  Darli Breuning schreibt uns jetzt: 

"Seit dem 18. März wird am IFLPLA-Institut nur noch Online-Unterricht angeboten. Es ist nicht vorauszusehen, wann Präsenz wieder irgendwie möglich sein wird.  Da wir eine Privatschule mit -hochschule sind und unsere finanziellen Ressourcen fast  ausschließlich von Matrikelgebühren abhängen, bedeutet das ökonomisch
IFPLA-Studierende
große Schwierigkeiten, denn viele Eltern haben ihre Arbeitsstelle verloren und sind nicht in der Lage, die Schulgelder zu zahlen. 

Bis jetzt haben wir noch niemanden unserer Mitarbeiter*innen entlassen müssen und hoffen, dass es auch nicht nötig sein wird, denn die ersten wären das Küchen- und Reinigungspersonal, die in der aktuellen Lage gar nicht arbeiten können, da die Schule geschlossen ist. Und diese Menschen würde es besonders hart treffen... Wir sind uns dessen bewusst, dass alle ihren Anteil leisten müssen, auch wir, um diese schwierige Zeit zu überstehen."

Das GAW unterstützt jedes Jahr den Aufenthalt in Deutschland über den Stipendienfonds. Neben Leipzig besuchen die Studierenden aus die GAW-Hauptgruppen in Anhalt, der Nordkirche und der EKBO.

Wir hoffen, dass wir im Januar 2021 die neue Gruppe in Leipzig begrüßen können.

Sonntag, 24. Mai 2020

Wir bringen vor dich - Gott - die Sorgen unserer Zeit

Jesus verheißt den Seinen den Geist der Wahrheit und der Liebe. In diesem Geist beten wir zu Gott in den Nöten unserer Tage:


Wir bringen vor Gott die Sorgen um die gesellschaftliche Lage in Ländern, die neben der Coronakrise mit anderen Gefahren und Problemen zu kämpfen haben -
wie in Venezuela, wo die Menschen hungern und ohne Perspektive auf einen Wandel da sind
wie in Syrien, wo der Krieg nicht endet und die Menschen leiden
wie in Brasilien, wo der Präsident die Gefahr des Virus herunterspielt
Wir bitten um einen Wandel in diesen Ländern.
Den überreichen Gott rufen wir um Hilfe an: Herr erbarme dich.

Wir bringen vor Gott in diesen Wochen alle, die durch die Corona-Krise 
besonders bedroht, betroffen und beansprucht sind: 
die Menschen mit Risiken, Mediziner und Pflegekräfte, Betreuer von alten Menschen und Behinderten. 
Wir danken für die Einsatzbereitschaft, die sich in vielen Bereichen zeigt, 
in der Versorgung, in den Nachbarschaften, für die geweckte Phantasie, Hilfe zu bieten. 
Wir danken für Rücksicht, Verantwortung und Achtsamkeit im öffentlichen Leben, für maßvolle Entscheidungen in der Politik 
Wir danken mit allen Genesenden. 
Wir gedenken aller Verstorbenen und derer, die um sie trauern.
Den Gott der Zuwendung und Güte rufen wir um Hilfe an: Herr erbarme dich.

Als Christinnen und Christen wissen wir uns geborgen in Gott,
der will, dass allen Menschen geholfen werde.
Ihm vertrauen wir diese Welt und uns selbst an.
AMEN

Samstag, 23. Mai 2020

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf gesellschaftlich benachteiligte Roma-Gemeinschaften in Ungarn

Roma-Missionsarbeit vor Corona
Georgina Laboda studiert Politikwissenschaften in Budapest und wohnt im reformierten Roma-Fachkollegiums in Budapest. Sie schreibt:
"Mehr als zwei Monate ist es her, dass das Koronavirus auch in Ungarn aufgetauchte, und seitdem hält es das Land und fast die gesamte Welt gefangen. Seitdem die Regierung Mitte März den Ausnahmezustand ausrief, hat sich unser Leben drastisch verändert. Anfangs war das noch ganz schön. Aber schon bald wurde mir bewusst, welche schwerwiegenden Folgen diese Situation für unsere Wirtschaft haben wird und wie ernsthaft unser Leben durch Epidemie bedroht sein wird. 

Viele Menschen verloren ihre Arbeit wegen COVID-19 und ihr für den Lebensunterhalt ihrer Familien lebenswichtiges Einkommen. Aufgrund der Schließungen sind Kinder und Schulen auf digitale Bildung umgestiegen, zumindest diejenigen, die in der Lage waren. In den meist benachteiligten Gemeinschaften Ungarns verfügen die Schüler einfach nicht über die notwendige technische Ausrüstung, um an der digitalen Bildung teilzunehmen. Schulen, die auf den Mangel an Computern und Internetzugang unter den Schülern vorbereitet waren, haben gedruckte Arbeitsblätter unter den Schülern verteilt und versucht, sie durch andere "nicht-digitale" Lernmöglichkeiten im Bildungssystem zu halten, damit sie die Mindesterwartungen für einen erfolgreichen Abschluss des Schuljahres leisten können. 

Zur selben Zeit, als Schulen geschlossen wurde, wurden auch die Nachschulprogramme unterbrochen. Obwohl viele Lehrer weiterhin versuchen, den Kindern zu helfen, hauptsächlich per Telefon, ändert sich die Produktivität ihrer Bemühungen aufgrund des Mangels an Möglichkeiten ständig, und die meisten von ihnen können sich nicht auf die Unterstützung der Eltern verlassen.  

Für die gesellschaftlich benachteiligten Roma-Gemeinschaften war es üblich, ihren Haushalt aus Gelegenheitsjobs zu finanzierten, und nachdem diese Möglichkeit verschwunden war, wurde ihre Situation dramatischer. ... Mit dem Verlust ihres Einkommens sind diese Familien nicht nur außerstande, die schon vorhandenen Kredite zurückzuzahlen, sondern sie werden noch tiefer in die Schuldenfalle rutschen. 

Noch immer gibt es Menschen, für welche Wucher der einzige Weg zum Überleben bleibt und deshalb Kredite mit überhöhten Zinsen an Wucherer, die die Corona-Krise missbrauchen, zurückzahlen müssen. Glücklicherweise gibt es eine wachsende zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit von Roma- und Pro-Roma NGOs, die unterprivilegierte Roma-Gemeinschaften so weit wie möglich finanziell unterstützen...

Die Roma sind unter den sozial benachteiligten Gemeinschaften in Ungarn überrepräsentiert. Die meiste Zeit leben sie segregiert, in Häusern ohne jeglichen Komfort am Rande von Siedlungen.

Wenn das Virus in diese geschlossenen Gemeinschaften eindringen würde, hätte dies schwerwiegende Folgen. Es ist bekannt, dass COVID-19 insbesondere für Menschen mit einem schwachen Immunsystem lebensbedrohlich sein kann. Nun ist der allgemeine Gesundheitszustand der in Segregation lebenden Menschen sogar noch schlechter als der ungarische Durchschnitt. Noch dazu kann die Corona-Krise potenziell Hass gegen Roma-Gemeinschaften schüren. Und wir können es nicht erlauben, dass Menschenrechte unter dem Vorwand des Coronavirus eingeschränkt werden, wie es dafür in Bulgarien bereits Beispiele gibt."

Die Reformierte Kirche in Ungarn hat durch ihre landesweite Romamission in den letzten zwei Monaten gezielt Roma Gemeinschaften unterstützt. Die Hilfe richtet sich besonders an Familien und Gemeinden in ländlichen Gegenden, wo Roma oft in Segregation leben. In Zusammenarbeit mit dem reformierten Hilfswerk wurden unter anderem auch Medikamente und Desinfektionsmittel verteilt, Zugang zum digitalen Lernen und Nachschulhilfe geleistet. Die Romamission legt großen Wert auf die Unterstützung des Glaubens- Gemeinschaftslebens der Roma-Gemeinschaften. Roma Gebetstage und Bibelstunden werden regelmäßig organisiert. 

Die Unterstützung der Romamissionsarbeit im Projektkatalog 2020 ist eine wichtige Hilfe für die Fortsetzung der Arbeite:  https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#190

Freitag, 22. Mai 2020

Zwangsurlaub in Russland bewirkt soziale Krise


Lange schien Russland vom Coronavirus relativ verschont zu bleiben. Das hat sich radikal verändert. Die Zahl der Infizierten ist rasant gestiegen. Auffällig: Die Zahl der Toten bleibt auffällig niedrig. Das Gesundheitssystem ist unter Druck.

Die Pröpstin Elena Bondarenko aus der Evangelischen Kirche im Europäischen Russland (ELKER) und Frauenbeauftragte ihrer Kirche schreibt uns aus Moskau: 

„Der staatlich verordnete Zwangsurlaub in Russland dauert noch an und hat viele negative Folgen für die Menschen. Die Zahlen der Covid-Kranken sind immer noch sehr hoch. In Moskau wurde daher die Selbstisolierung bis zum 31. Mai verlängert. Die Hauptschwierigkeit ist die Arbeit. Ich möchte ihnen ein Beispiel geben von einer Frau, die bei uns mitarbeitet. Sie ist normalerweise in einem Café mit deutscher und österreichischen Küche angestellt. Sie hilft uns, obwohl sie kein Gemeindeglied ist. Sie und ihr Mann wurden nun in unbezahlten Urlaub geschickt. Sie sind nicht aus Moskau und haben deshalb eine Hypothek und einen Kredit für ihre Wohnung aufgenommen. Es gibt keine soziale Unterstützung für sie in dieser schwierigen Zeit. Es ist überhaupt nicht klar, was sie tun können. Sie suchen jetzt nach Arbeit. 

Es gibt auch mehr echte Arbeitslose, weil einige Unternehmen bankrott sind. Wir in der lutherischen Gemeinde helfen den Menschen, die sozial nicht geschützt sind, mit Lebensmitteln und Geld von der Kirche. Aber die ökonomische Situation wird schwieriger, die Preise noch höher, und es gibt eine große Unsicherheit.“

Der Erzbischof der ELKER Dietrich Brauer ist inzwischen durch die Coronazeit auch als Orgelspieler bekannt: Nun komm` der Heiden Heiland
 
Die Coronanothilfe des GAW geht weiter: https://www.gustav-adolf-werk.de/projekt-des-monats.html