Donnerstag, 18. Juni 2020

Solidarität in der Coronakrise ist das Gebot der Stunde

Martin Junge in der digitalen Konferenz des LWB
Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes beschrieb das Auftauchen des Coronavirus in aller Welt als eine existenzielle und spirituelle Herausforderung. Sie zeige, was das politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, spirituelle und ökologische Gefüge unserer Gesellschaften und der Menschheit als Ganzes zusammenhält. „Wo der Zusammenhalt schon schwach war, sorgt COVID-19 jetzt dafür, dass alles auseinanderfällt“ und „wir erleben gerade erst den Anfang eines starken wirtschaftlichen Abschwungs weltweit."

Neue Denkweisen seien notwendig nicht nur in Bezug auf aufkommende theologische Fragestellungen, wie die Kirche Kirche sein kann, wenn die Menschen nicht persönlich zum Gottesdienst, zu Gesprächskreisen und zum Dienst zusammenkommen können, sondern auch in Bezug auf das diakonische Engagement und die finanzielle Lage von Kirchen, unabhängig davon, ob diese sich auf die Einnahmen aus der Kollekte am Sonntag oder andere Einkommensquellen stützt.

Der LWB sei abhänig von seinen Mitgliedskirchen und andere Finanzierungspartnern. Unsicher bleibe es, zu prognostizieren, wie sich das auf die Arbeit des LWB auswirken werde. Genau deshalb sei es geboten, so Junge, „zu lernen, wirklich global und auf polyzentrische Art und Weise zu funktionieren und zu interagieren“.

Die Isolation der Menschen, Hunger, Gewalt und Traumata/psychische Gesundheit sind in vielen Kirchen zentrale Themen, mit denen sie sich neben dem wirklich großen Bedarf an theologischer und pastoraler Unterstützung und diakonischem Engagement in ihrer laufenden Arbeit befassen müssten. Menschen, die mit Arbeitslosigkeit, Hass, Fremdenfeindlichkeit, anhaltender Armut, einer möglichen Hungersnot, vermehrter Gewalt gegen Frauen und einer Vielzahl von weiteren furchtbaren Prognosen konfrontiert sind, „erleben einen Schock nach dem anderen, ohne dazwischen Zeit für Heilung zu haben oder das Erlebte verarbeiten zu können“.

Deshalb sei Solidarität miteinander in dieser Coronakrisenzeit das Gebot der Stunde, um Anteil zu nehmen und Hoffnung zu stiften.

(Quelle: LWB)

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