Freitag, 12. Juni 2020

Wenn der Glaube nicht wäre - wir würden uns gottverlassen fühlen ...

Kinder des Straßenkinderheims in Valencia
„Gestern, am 11. Juni, hatten wir fast 12 Stunden keinen Strom in Valencia. Wir konnten deshalb nicht ins Internet. Auch aufgrund der großen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten im Land haben wir Probleme, z.B. mit euch im GAW direkt zu kommunizieren. Ich bitte euch um Geduld, wenn ich Euch Informationen und Projektberichte deshalb nicht immer zeitnah zusenden kann“, schreibt mir Gerardo Hands, Kirchenpräsident der lutherischen Kirche in Venezuela. 

„Die Situation im Land belastet mich sehr. Es ist alles so schwierig und schwer geworden in dem Land, das einmal zu den reichsten Ländern Lateinamerikas zählte. Manchmal fehlt mir die Kraft. Wenn der Glaube nicht wäre - wir würden uns wirklich gottverlassen fühlen. 

Stell dir vor: Um eine Tankfüllung für ein Auto zu bekommen – wenn man es überhaupt bekommt –, braucht man 10 Mindestgehälter. Diese liegen bei 3 ½ US-Dollar pro Monat. Die Leute heizen und kochen inzwischen mit Holz, weil Gas nicht zu bekommen ist.

Für unser Straßenkinderheim Casa Hogar in Valencia ist die Situation eine riesige Herausforderung. Ehrlich: Ohne Hilfe von euch könnten wir das Heim nicht offen halten. Wir wüssten nicht, wie wir klar kommen. Wir haben auf dem Gelände den Garten ausgeweitet, um eigenes Obst und Gemüse zu ernten und zu verwerten. Das reicht natürlich nicht für die  Lebensmittelmengen die wir brauchen. Was wir in Venezuela bekommen, kaufen wir hier. Dafür ist die Hilfe des GAW gut. Das Geld bekommen wir dann meist direkt. Kaffee, Nudeln, Mehl, Schokolade, Hygieneartikel kaufen wir in Miami in Florida. Es gibt eine Zusammenarbeit mit einer Firma, die uns bei der Lieferung nach Venezuela hilft.
Auch in Venezuela muss alles in Dollar gekauft werden. Der Bolivar ist so gut wie weg. Man kann damit nicht mehr bezahlen. Die Läden sind „dollarizados“. Aber alles ist sehr teuer. Deshalb müssen wir immer wieder sehen, das Notwendige aus Miami zu transferieren."

Bewegend beschreibt Gerardo Hands die komplizierte Situation in seinem Land. Um der lutherischen Kirche zu helfen, das Straßenkinderheim weiter zu erhalten, wollen wir erneut Hilfe auf den Weg bringen. Dafür bitten wir um ihre Spende: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

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