Freitag, 31. Juli 2020

Bischof Markus Schoch sagt: Unsere Kirchen sollten mehr voneinander wissen!

Versöhnungsgemeinde in Tbilissi
Markus Schoch ist Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien und dem südlichen Kauskasus. Er schreibt an die anderen Bischöfe im Verbund der ELKRAS (Evangelisch-Lutherische Kirchen in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien):

"Liebe Brüder im Bischofsrat der ELKRAS, über das Gustav-Adolf-Werk in Leipzig habe ich erfahren, dass die Lutherische Kirche in Kirgisien schwer von der Corona-Pandemie betroffen ist und dort schon zehn Gemeindeglieder gestorben sind. Diese Nachricht hat mich sehr betroffen gemacht und ich habe bemerkt, wie wenig wir in unserem Kirchenbund der ELKRAS voneinander wissen, wie es uns gerade in dieser schwierigen Zeit geht.

Ich möchte euch daher kurz etwas über unsere Situation im Südkaukasus berichten. Gott sei Dank sind bei uns, soweit mir das bekannt ist, keine Gemeindeglieder unserer Kirche an Corona erkrankt und wir haben auch keine Todesfälle in diesem Zusammenhang zu beklagen. Unsere Länder sind unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen: Am schlimmsten ist es in Armenien, wo es immer täglich 400 bis 500 neue Infektionen gibt - bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 3 Mio. Menschen.

Bischf Schoch beim Kindergottesdienst
In Aserbaidschan sind es täglich fast ebenso viele neue Infektionen, allerdings bei einer Bevölkerung von fast 10 Mio. Menschen. Dort gibt es jetzt wieder eine sehr strenge Ausgangssperre und man darf nur mit vorheriger Genehmigung per Telefoncode die Wohnung für zwei Stunden verlassen. In Armenien und Aserbaidschan sind derzeit keine öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen möglich, auch keine Gottesdienste.

Am besten ist die Situation in Georgien: Hier gab es insgesamt nur etwas mehr als 1.000 Infektionen und 17 Todesfälle. Seit Ende Mai können wir auch wieder mit Hygienemaßnahme Gottesdienste feiern. Auch andere Veranstaltungen wie Sonntagsschule, Bibelstunden, Frauenkreise können langsam wieder stattfinden, meist jedoch im Garten an der frischen Luft und noch nicht in geschlossenen Räumen.

Wenn ihr möchtet, dürft Ihr auch gerne uns berichten, wie es Euch gerade in Euren Kirchen geht. Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten besonders bei den Brüdern und Schwestern in Kirgisien, die besonders schwer betroffen sind."

Neben der Versöhnungsgemeinde in Tiflis/Georgien gehören weitere fünf georgische Gemeinden zur Kirche, sowie je eine Gemeinde in Baku (Aserbaidschan), in Suchumi (Abchasien) und eine bisher staatlich noch nicht registrierte Gemeindegruppe in Eriwan (Armenien). Es gibt ca. 800 konfirmierte eingeschriebene Gemeindeglieder, dazu kommen weitere Personen im Umfeld der Gemeinde (beonders in der Kinder- und Jugendarbeit), die (noch) nicht konfirmiert sind.


Keine Kommentare: