Montag, 27. Juli 2020

Rumänien: Die Arbeit in der Kirche ist schwerer geworden

Gruppenfoto während der Pandemie: Abstand halten. Vikar
Zsolt Ersze organisiert Jugendveranstaltungen in seiner Kirche.
Zsolt Erzse ist Vikar im Kirchenkreis Kronstadt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien. 2016/2017 war er Stipendiat des GAW und hat zwei Semester an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig studiert. Er schreibt über die Erfahrungen, die er in seiner Arbeit während der Corona-Pandemie macht: 

"Ich habe mir nie vorstellen können, wie es ist, in solch einer Situation zu leben. Mir persönlich geht es gut, aber die Arbeit in der Kirche ist schwerer geworden. Auch in Rumänien gab es einen strengen Lockdown und die Kirchen waren einige Zeit geschlossen. Inzwischen sind sie wieder geöffnet, aber viele Gemeindemitglieder haben Angst, in die Kirche oder zu Gemeindeveranstaltungen zu kommen. Sie haben Angst, sich anzustecken. Ich kann das verstehen. Umso wichtiger ist es, in Kontakt mit den Menschen zu bleiben, zu glauben und zu beten.

Ich arbeite als Vikar sehr viel mit Jugendlichen. Während des Lockdowns haben wir viele Veranstaltungen und Andachten online gemacht. Jetzt, wo wir wieder richtige Veranstaltungen organisieren dürfen, merke ich, dass das gar nicht so einfach ist. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt und wir müssen uns an bestimmte Auflagen halten. Ich finde die persönliche Begegnung aber sehr wichtig. Deshalb nehme ich das in Kauf und habe schon einige Veranstaltungen für Jugendliche organisiert und habe einige in Planung.
Schwierig ist auch die finanzielle Situation. Bei uns gibt es keine Kirchensteuer. Unsere Kirche lebt von den Spenden ihrer Mitglieder. Doch viele sind arbeitslos geworden und haben selbst nicht mehr genug Geld. Das ist auch ein Problem bei der Finanzierung unserer Veranstaltungen für Jugendliche - gerade, wenn sie jetzt in den Ferien mehrere Tage gehen sollen. Viele Jugendliche können keine Beiträge für ihre Teilnahme bezahlen. Bisher haben wir aber immer eine Lösung gefunden. Wir helfen einander. 'Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen , ein Leib in Christus, aber untereinander ist eines des andern Glied.' (Römer 12,4-5)"

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