Dienstag, 15. September 2020

Evangelische in Kaliningrad: "Wir warten mit Ungeduld auf die Öffnung der Grenze."

Am 1. März 2020 kehrte eine Delegation der Propstei Kaliningrad nach einer Konsultationsreise aus Deutschland ins Gebiet Kaliningrad zurück. Bereits beim Überqueren der Grenze gab es eine neue Situation: Die Grenzer und Zollbeamten trugen Masken und hielten Distanz. „Für uns war es ein trauriges Zeichen. Es wurde uns klar, dass die Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 schlimmer ist als je zuvor. Bis heute sind die Grenzen völlig geschlossen. Für das Leben der Region Kaliningrad, die von Grenzen der EU umgeben ist, ist es eine sehr empfindliche Situation“, berichtet Propst Igor Ronge aus der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland im aktuellen Propsteibrief.


Inzwischen ist die Zeit der totalen Einschränkung des öffentlichen Lebens und der Passierscheine vorbei. Doch die Außengrenzen der Region bleiben geschlossen. Und die Großveranstaltungen bleiben verboten. „Vom Gesundheitsamt haben wir bis heute keine Erlaubnis, Gottesdienste zu halten. In unserer Gemeinde gibt es leider auch Infizierte, genaue Angaben haben wir noch nicht“, schreibt Propst Ronge.


Im Altenheim „Carl-Blum-Haus“ konnte dank der rechtzeitig getroffenen Sicherheitsmaßnahmen

Infektionen unter den Bewohnern und den Mitarbeitenden vermieden werden. „Wir bedanken uns bei den in Deutschland lebenden Menschen für ihre Unterstützung in dieser schwierigen Situation, sie ist sehr erfreulich und überraschend“, schreiben Propst Ronge und Irina Mitrochina, Direktorin des Altenheims. Im GAW unterhält besonders die Hauptgruppe Sachsen Beziehungen zur Propstei Kaliningrad und unterstützt ihre Arbeit regelmäßig.

Eine gute Nachricht aus dem schwierigen Frühjahr ist, dass die Reparaturarbeiten am Gebäude der Auferstehungskirche in Kaliningrad beendet werden konnten. Bei der Errichtung der Kirche vor über 20 Jahren waren üble Baufehler passiert. Die Wände des Gebäudes wurden feucht, Schimmelpilze breiteten sich an den Wänden und in den Räumen aus. Hoffentlich ist nach den umfangreichen Reparaturarbeiten damit endlich vorbei. Wenn nur endlich auch die Gottesdienste wieder aufgenommen werden könnten!


„Während der Quarantäne waren wir voneinander isoliert und fühlten ein großes Vakuum. Uns allen fehlten Kontakte und Partnerschaft zwischen Gemeinden. Wir warten mit Ungeduld auf die Öffnung der Grenze“, spricht Pastorin Jelena Kurmyschowa, Bolschaja Poljana (Paterswalde), wohl Vielen in der Propstei aus dem Herzen.

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