Donnerstag, 1. Oktober 2020

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Menschen wird in Spanien noch lange andauern

ASP Mitarbeiter*innen in Madrid

Die diakonische Arbeit der Spanischen Evangelischen Kirche (IEE) hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie und auch während des Lockdowns zu keinem Zeitpunkt aufgehört. Allerdings musste die Arbeit mit den Ehrenamtlichen, die viele diakonische Initiativen der IEE tragen, eingeschränkt werden - aufgrund des Alters der Freiwilligen oder aufgrund des hohen Risikos. 

Die diakonischen Zentren in Madrid (Acción Social Protestante - ASP) und in Rubi (Frater Nadal) wurde vor Kurzem von den öffentlichen Gesundheitsbehörden inspiziert.  Die Abläufe, die Einhaltung von Hygieneregeln etc. wurden sehr positiv bewertet. ASP gilt in ihrer Kommune sogar als beispielhaft für andere Zentren. Nicht zuletzt diese Auszeichnung hat dazu geführt, dass ASP derzeit drei mal so viele Menschen betreut wie früher. Das setzt das Zentrum vor neue Probleme. Die Lebensmittellieferungen konnten nicht in gleichem Maße gesteigert werden und mussten deshalb rationiert werden.

Sorge bereitet den Verantwortlichen in den Zentren die gestiegene Anzahl der Menschen, die psycho-sozial betreut werden müssen. Viele sind frustriert, verunsichert und haben Ängste im Blick auf die Zukunf. Sorgen gibt es auch wegen schulische Hilfen, die dringend gebraucht werden", schreibt Pastor Alfredo Abad, Präsident der IEE. 

Die Kirchen waren von März bis Mai geschlossen, wurden inzwischen schrittweise wieder geöffnet. Problematisch ist für die IEE die finanzielle Situation. Weil keine Kollekten und Spenden gesammelt werden konnten, mussten Gehälter gekürzt werden. Durch den Verkauf einer Immobilie konnte die Notsituation vorerst überbrückt werden.

Bei den Gemeindemitgliedern spürt man, wie die Isolation auf die emotionale Situation ausgewirkt hat, insbesondere bei älteren Menschen. Die jetzt vermehrt möglichen Kontakte und direkten Beziehungen sind bei aller Vorsicht umso wichtiger. Es wird deutlich, dass in der IEE lebendige Gemeinschaften existieren.

Positiv war zu erleben, wie viel kreatives Potenzial in den Gemeinden vorhanden ist. Die Kirche will stärker reflektieren, was davon in Zukunft beibehalten werden kann.

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