Freitag, 23. Oktober 2020

Gemeinsam beten und handeln in Zeiten wachsender Sorge

Die leitenden Geistlichen unserer osteuropäischen Partnerkirchen und Sachsens wenden sich gemeinsam in einem Schreiben an ihre Gemeindemitglieder:

Schwestern und Brüder in Christus, liebe Freunde, 

wir erleben eine eigenartige Zeit. Angst vor der bedrohlichen Pandemie bestimmt das Leben der einzelnen Menschen und der ganzen Gesellschaften. Mit Bangigkeit hören wir von der steigenden Zahl von Covid-19 Erkrankten. 

Mit Trauer denken wir an diejenigen, die der Krankheit erlegen sind, und wir denken mit Zittern daran, wer der Nächste sein wird. 

Beten wir für die Kranken, für ihre Angehörigen. 
Beten wir für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in den Sozialdiensten und in den diakonischen Einrichtungen, für alle, die sich ganz einbringen im Kampf gegen die Krankheit. 
Beten wir für die Familien, insbesondere für die Kinder, damit die Geborgenheit Gottes in ihrem Leben trotz der immer schwierigeren Lage erhalten bleibt. 
Beten wir auch für Schüler, Studenten und Lehrer. Unterstützen wir die Bemühungen derer, die in der Zeit von Einschränkungen und Verboten sich selber und anderen Mut machen, die Hoffnung gegen die sich ausbreitende Krankheit verbreiten. 

Entdecken wir die wunderbare Kraft des Evangeliums, dass Christus den Tod besiegt und uns in den Zeiten der Traurigkeit und der Krankheit tröstet. 

Machen wir uns gegenseitig Mut mit einem hoffnungsvollen Wort darüber, dass mit dem Verlassen von gegenwärtigen Gewohnheiten das Wunder des Lebens nicht endet, dass mit einer Veränderung des gewohnten Lebensstils das Kommen des Reiches Gottes weder gebremst noch aufgehalten wird. 

Helfen wir uns gegenseitig bei alltäglichen Aktivitäten, bleiben wir in Kontakt mit den Einsamen. Suchen wir in der schwierigen Situation das Wesentliche, nämlich Liebe, Hoffnung, Glauben; wünschen wir diese uns selber, unseren Nächsten und Menschen jenseits der Grenzen unserer Familien und Länder. 

Haben wir Mut, das Unwesentliche zu verlassen, auch wenn dies unser bisheriger Lebensstandard sein sollte. Lernen wir bescheidener als bisher zu leben und zu teilen, was wir haben. Denn auch so bietet unser mitteleuropäischer Raum günstigere Lebensbedingungen als die Mehrheit der Gegenden unserer schönen Erde. 

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. Hebräer 10,23                                                               
                                                                                                                                  
Synodalsenior Daniel Ženatý Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder
Bischof Jerzy Samiec Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen
Bischof Tomáš Tyrlík Schlesische Evangelische Kirche A.B. 
Generalbischof Ivan Eĺko Evangelische Kirche A. B. in der Slowakei 
Bischof Tamás Fabiny Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn 
Landesbischof Tobias Bilz Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens 

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