Montag, 26. Oktober 2020

Wir sehnen uns danach, wieder gemeinsam Mate zu trinken...

Pfarrer Hilario Tech
Pfarrer Hilario Tech ist Pfarrer der Schweizer Evangelischen Kirche in Ruiz de Montoya der Iglesia del Rio de la Plata (IERP). Er schreibt uns über die Auswirkungen der Coronapandemie auf die evangelische Schule der Gemeinde, das Instituto Linea Cuchilla: "Im März 2020 wurden die Schulen in Argentinien geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

In der Schule unserer Kirche, die über 400 Jugendliche besuchen - die Hälfte davon im Internat - wurde das kurz zuvor begonnene neue Schuljahr nach kaum drei Tagen Unterricht unterbrochen. Die ganze Schulgemeinschaft war geschockt. Alle gingen nach Hause in der Hoffnung, es würde nur eine vorübergehende Quarantäne geben, und nachher würde sich alles wieder normalisieren. 
Instituto Linea Cuchilla


Die Lehrer*innen mussten neue Wege finden, um in Kontakt zu bleiben. Unser Motto wurde: ”Distanziert aber trotzdem nah”. Seit sieben Monaten geht das nun schon so. Es ist nicht einfach und kostet Kraft. Den Schülern fehlen die sozialen Kontakte. Problematisch ist es für Schüler*innen, die keinen Internetanschluss haben. 

Kirche in Ruiz de Montoya Misiones
Auch für die übrigen Arbeitskräfte des Internats mussten wir Lösungen finden. Einige stellen in den Werkstätten Schutzmasken her und verkaufen sie
an andere Institutionen in unserem Dorf. Das Küchenpersonal, das in normalen Zeiten für etwa 400 Schüler kocht, macht das jetzt für die bedürftigsten Familien im Dorf. Die Kommune hat die benötigten Lebensmittel bezahlt. Andere Mitarbeiter haben sich als Maler betätigt und die Schule und das Internat renoviert.
 
Wir hoffen, dass sich das Leben in absehbarer Zeit wieder normalisiert und wir unser Schulleben wieder aufnehmen können, obwohl wir noch nicht wissen wann es uns erlaubt sein wird. Wir sehnen uns danach, wieder zusammen zu sein, uns zu umarmen, zu feiern, zu lachen - und Mate zu trinken… Aber derzeit geht die Quarantäne im Lande weiter ... Möge uns Gott den Weg zeigen und uns Kraft und Stärke in dieser Zeit geben!"

In Argentinien steigen die Zahlen der an Corona Infizierten wie überall auf der Welt. Bei ca. 10.000 Infizierten täglich liegen die offiziellen Zahlen. Knapp 29.000 Menschen sind verstorben. Insgesamt haben sich über 1 Mio. Menschen infiziert - in einem Land von 40 Mio. Einwohnern.

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