Dienstag, 8. Dezember 2020

Die Not wird in Venezuela nach den Wahlen eher größer

 Venezuela in Not
In Venezuela fanden am 6. Dezember Parlamentswahlen statt. Die Wahlbeteiligung war gering. Sie lag bei nur 31 %. Nach Angaben der Wahlbehörde kam das Parteienbündnis Maduros bei der Wahl auf knapp 68 Prozent der Stimmen und beherrschat damit wieder die Nationalversammlung. Maduro sitzt nun fester im Sattel denn je. Ein großer Teil der Opposition hatte ztum Boykott aufgerufen. Die Wahlen waren alles andere als fair, weil nur Kandidaten zur Wahl standen, die vom Regime zugelassen waren. Zudem wurde durch die Intervention des Obersten Gerichtshofs die Leitung von 7 Oppositionsparteien durch Personen ersetzt, die aus dem Lager der Sozialisten kommen. Ein Unding.

Das Interesse der Menschen an dieser sog. Wahl war zudem so gering, weil sie schlicht und ergreifend ums Überleben kämpfen. Sie lassen sich inzwischen auch nihct merh durch Drohungen einschüchtern, dass wer nicht wählen geht keine Lebensmittelrationne mehr erhält.

Der Mindestlohn liegt derzeit bei einem Dollar im Monat. Über 5,5 Millionen Menschen haben das Land verlassen. Rund 90 Prozent der Menschen leben in Armut. Es gibt kein Wasser, keinen Strom, kein Benzin in dem eigentlich ölreichen Land. Die US-Sanktionen wirken sich zudem vor allem auf die Zivilgesellschaft aus. Viele Menschen haben resigniert, vertrauen weder der Opposition noch der Regierung.

Kirchliche Vertreter zeigen sich sehr besorgt, weil viele Bereiche der Gesellschaft in einer Art politischen Depression verharrt. Sie sehen keine Chance eines Wandels. Das Militär greift nicht ein, weil sie Teil des korrupten Systems und in Menschenrechtsverletzungen involviert sind. "Eigentlich kann nur die Politik die Probleme des Landes lösen. Die befindet sich aber auf der Intensivstation," sagte einer deprimiert. "Alle Venezolaner verlieren! Die Politik kümmert sich in keiner Weise um das Wohl aller."

Diese Einstellung teilen Vertreter der lutherischen Kirche und der Acción Ecuménica in Caracas.

Als GAW leisten wir Nothilfe, die dringend benötigt wird:

In Valencia unterstützen wir beispielsweise das Kinderheim für „Casa Hogar“. Hier werden 25 Jungen betreut, die aus schwierigsten Verhältnissen kommen. Da es in Venezuela durch die wirtschaftliche Krise kaum Lebensmittel zu kaufen gibt, müssen diese für die Versorgung der Jungen aus dem Ausland besorgt werden. Hierfür wird Hilfe benötigt. Zudem braucht es Unterstützung für die Schulausbildung der Jungen: für Schultransport, Lernmaterial und Schulkleidung. 

In Caracas helfen wir, dass das Personal des Medizinzentrum der Acción Ecuménica gerade in dieser Pandemiezeit weiterhin offen bleiben kann und an der Seite der Menschen ist.

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