Freitag, 29. Januar 2021

In Warschau hat die lutherische Kirche ein Archiv aufgebaut

Kirchliches Archiv in Warschau
"Es ist geschafft! Das zentrale Archiv für die Geschichte unserer Evangelischen Kirche A.B. in Polen konnte eingerichtet werden. Damit können jetzt endlich all die Akten, Dokumente, Korrespondenzen etc fachmännisch archiviert werden. So können sie erhalten bleiben und die Geschichte der Kirche - insbesondere der Nachkriegszeit - dokumentiert werden und für die Forschung zur Verfügung gestellt werden, " schreibt Ewa Sliwka aus dem lutherischen Kirchenmat in Warschau. 

Bisher wurde das Archiv notdürftig eingelagert. Das hat sich ungünstig auf den Zustand der Dokumente ausgewirkt. Außerdem ist eine bedeutende Anzahl der Dokumente auf säurehaltigem Papier gedruckt und droht zu zerfallen. 2011 empfahl der Synodalausschuss die Gründung eines kirchlichen Zentralarchivs, um die Sichtung und Sicherung der Archivdokumentation und ihre Freigabe für die Forschung zu ermöglichen. 

Die Herrichtung des Archivs hat sich allerdings verzögert. "Das hing damit zusammen, dass die Christliche Theologische Akademie in Warschau nach langjährigen Bemühungen einen neuen Standort mit größeren Räumlichkeiten bekommen hat und in der Folge aus dem Lutherischen Zentrum ausgezogen ist. Daraufhin hat die Kirchenleitung die Ausführung des Projektes zunächst zurückgestellt und beschlossen, das kirchliche Archiv nicht wie ursprünglich geplant im Keller des Lutherischen Zentrums, sondern in den Räumen der Akademiebibliothek unterzubringen. Nach dem Umzug der Akademie im Dezember 2018 konnte das Projekt schließlich im Jahr 2019 beginnen," schreibt Ewa Sliwka. Dafür waren einige Planungsänderungen notwendig. 

Jetzt geht es darum die Archivdokumente professionell zu erfassen. Auch soll bestimmtes Material konserviert und digitalisiert werden. "Anfang diesen Jahres 2021 konnten wir eine Archivarin einstellen, die die Arbeit aufgenommen hat, um das Archiv professionell aufzustellen. Da liegt eine Menge Arbeit vor ihr. Wir danken dem GAW bei der Unterstützung für den Aufbau des Archivs!"

Im Projektkatalog 2015 hat das GAW 10.000€ dafür gesammelt. Mitbeteiligt an der Finanzierung waren auch der Martin Luther Bund und die Ev. Kirche Hessen-Nassau.

Donnerstag, 28. Januar 2021

Von Oberneuland nach Griechenland - Apothekerin spendet für den GAW-Nothilfefond

Eine tolle Fundraisingaktion aus Bremen: Schutzmasken verkaufen und dabei Flüchtlingen in Griechenland helfen!

"Amelie Backhoff, Apothekerin aus Bremen-Oberneuland, hat immer gute Ideen, Menschen beratend zur Seite zu stehen. 

Die Notsituation der vielen flüchtenden Menschen, die aus Kriegsgebieten nach Europa kommen, lässt sie nicht los. 

Die Eigenbeteiligung in Höhe von 2 € für die FFP-II-Schutzmasken der Bundesregierung gehen nun an den Nothilfefond des GAW-Bremen. 

Damit wird das Flüchtlingsprojekt der evangelischen Gemeinde in Volos (Griechenland) unterstützt. Der dortige Pastor Meletis Militiades wird seit Jahren von Bremen aus gefördert. 

Wir sagen danke für eine gute Idee, die den Geist der Menschlichkeit auch über Grenzen hinweg trägt." 

(Pastor Frank Mühring, Vorsitzender GAW-Bremen)

Mittwoch, 27. Januar 2021

Erinnern an den Holocaust in Modra Kraľova in der Slowakei

Holocaustgedenkstätte in Modra-Kralova
Der 27. Januar ist der "Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust". Im Jahr 2005 wurde er von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.

Ein wichtiger Gedenk- und Erinnerungstag in der Geschichte Deutschlands - und weltweit!

Auch in den Ländern vieler Partnerkirchen spielt der Tag eine wichtige Rolle, um gegen Antisemitismus aufzustehen.

In der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Modra Kraľova in der Slowakei ist das spür- und erlebbar. Die Stadt liegt unweit von Brastislava am östlichen Fuße der Kleinen Karpaten. Sie wird auch die „Perle der Kleinen Karpaten“ genannt. In der Nähe der lutherischen Kirche der Stadt haben Freiwillige der Gemeinde eine Holocaustgedenkstätte errichtet an dem Ort, wo bis zum Jahr 1941 das Familienhaus und der Laden von Jakob Grünwald (1872 – 1944) stand.

Jakob und seine Frau Cäcilia hatten sieben Kinder. Nur zwei von ihnen konnten überleben – die älteste
Lutherische Kirche in Modra-Kralova

Tochter Kornelia wurde von einer christlichen Familie versteckt und dem jüngsten Sohn Armin gelang es noch vor dem Kriegsausbruch zu flüchten. Die Familie Grünwald samt fünf ihrer Kinder wurde ins KZ verschleppt und dort ermordet. Das Haus wurde "arisiert". Es stand in der Nachbarschaft der lutherisch-evangelischen Pfarre, und deswegen hat nach dem Krieg die örtliche Kirchengemeinde ihr Interesse daran gezeigt und es von den Nachkommen der Familie Grünwald gekauft.
Das baufällige Gebäude wurde abgerissen. Seit 2013 steht an seiner Stelle eine durchsichtbare Stahlkonstruktion, die mit Steinen aus dem ursprünglichen Haus aufgefüllt ist. Im Gelände des Denkmals finden Konzerte, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen statt.

In diesem Jahr sammelt das GAW 16.000 € für die lutherische Gemeinde, damit das Kirchendach saniert werden kann. Das ist dringend notwendig (https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#168).

Zur lutherischen Gemeinde Modra Kraľova gehören 572 Glieder in neun Ortschaften. Es ist eine aktive Gemeinde mit eigenem Diakoniezentrum. Im Stadtteil entsteht ein größeres Neubauviertel, das Wachstumspotential für die Gemeinde mit sich bringt. Bei einem heftigen Hagelsturm 2016 wurde das Kirchendach zerstört und musste sofort saniert werden. Dafür musste die Gemeinde sich verschulden. Sie braucht die Hilfe des GAW. 

https://ecavkralova.sk/

Montag, 25. Januar 2021

Coronazeiten - Klagezeiten

Pfarrer Hovhannes Hovsepyan, Jerewan
Mein Schwiegervater ist an Corona verstorben. Ich bereite jetzt gerade die Beerdigung vor," schreibt Pfarrer Hovhannes Hovsepyan von der evangelischen Gemeinde aus Jerewan in Armenien. Vor Kurzem hat das GAW erstmalig einer Gemeinde seiner Kirche in Stepanakert geholfen. Und weiter schreibt er bezogen auf Corona: "Meine Schwiegermutter liegt mit Corona im Krankenhaus. Meine Frau ist positiv getestet auf das Virus. Bitte denkt im Gebet an uns!"

Das werden wir tun! Hier in Leipzig werden wir für Hovhannes und seine Familie in den www.klagezeiten-leipzig.de beten. Bis zum Karfreitag sind Menschen jeden Freitag um 17 Uhr in der Peterskirche und im Wechsel der Propsteikirche zu einer digitalen "Klagezeit" eingeladen. 

Die Initiatoren der schreiben: „Die unterschiedlichen, widersprüchlichen Facetten des Leidens in dieser Krise wollen wir nebeneinander ertragen und sie Gott vorhalten. Wir wollen genau hinhören und für die Menschen unserer Stadt in ihrer konkreten Situation beten.“ 

Um den weltweiten Horizont der Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren ist das GAW eingeladen, sich einzubinden und von Menschen wie Hovahnnes zu berichten.

Freitag, 22. Januar 2021

Am Deutsch-Französischen-Tag ist auch das GAW dabei!

Evangelische Kirche in Roubaix
Jacques Chirac und Gerhard Schröder erklärten im Jahr 2003 40 Jahre nach Unterzeichnung des Elysée-Vertrages den 22. Januar zum Deutsch-Französischen-Tag. Es heißt dort: 

„Wir erklären den 22. Januar zum ‚Deutsch-Französischen Tag‘. Wir wünschen, dass dieser Tag künftig in allen Einrichtungen unserer Bildungssysteme der Darstellung unserer bilateralen Beziehungen, der Werbung für die Partnersprache und der Information über die Austausch- und Begegnungsprogramme sowie über die Möglichkeiten des Studiums und der Beschäftigung im Partnerland gewidmet wird.“

Diesem Wunsch entsprechen wir als GAW durch unsere lange Partnerschaft mit den beiden evangelisch-unierten Kirchen Frankreichs. Diese Partnerschaft reicht weit bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Auch in diesem Jahr fördert das GAW wichtige Projekte der Kirche. So u.a. in Roubaix. Hier soll ein Kirchengebäude saniert werden.

Die protestantische Gemeinde von Roubaix (www.eglise-protestante-unie.fr/roubaix-tourcoing-p40246) ist Besitzerin eines stattlichen Kirch- und Gemeindekomplexes, das unter Denkmalschutz steht. Die Gemeinde im Norden Frankreichs zählt 300 Glieder. Ein junges Leitungsteam hat schon neuen Schwung in die Gemeindearbeit gebracht. Nur: Die Gebäude sind veraltet und wenig einladend. An erster Stelle der dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen steht das Kirchgebäude mit der Dach-, Fassaden- und Innenraumsanierung. 

10.800 € wollen wir sammeln und helfen, dass die Kirche ein schöner Ort bleibt, wo das Evangelium glänzen kann.

Hier der Link zur Projketbeschriebung im Projektkatalog 2021 des GAW:


Montag, 18. Januar 2021

Eine neue lutherische Kirche wurde in Berjosowskij (Ural) eingeweiht

Neue Kirche in Berjosowskij
Es ist schon ein Wunder, dass es jetzt in Berjosowskij eine lutherische Kirche gibt. Im Dezember wurde sie eingeweiht. Das GAW hat beim Bau geholfen mit einer Unterstützung aus dem Projektkatalog 2020.  

Berjosowskij liegt am Rand des Ural-Gebirges, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Jekaterinburg. Der Aufbau einer lutherischen Gemeinde begann im Jahr 2009 mit einem ersten Gottesdienst. 

Schon 2006 hatte der damalige Bürgermeister die Vertreter der lutherischen Kirche, die eine Gemeindegruppe besuchten, gefragt, warum es denn keine lutherische Kirche in seiner Stadt gibt. Es dauerte dann. Inzwischen traf sich die Gemeindegruppe für ihre Veranstaltungen in verschiedenen Räumen. Der Gemeindeaufbau war nicht nur deswegen schwierig. Es gab auch Widerstände von orthodoxer Seite. Mit Hilfe der guten Vermittlung des Bürgermeisters gelang es dann aber ein Grundstück für den Kirchbau zu finden. Die Baupläne hat die Gemeinde selbst finanziert. Dann konnte der Bau mit Hilfe der Kirche und auch des GAW beginnen. Im Jahre 2019 wurde der erste Spatenstich gemacht. Es gab noch die ein und andere Schwierigkeit zu überwinden bis dann die fertige Kirche stand. Nun ist es geschafft!

"Mit großer Freude und Dankbarkeit weihten wir das Haus Gottes am 20. Dezember 2020 ein," schreibt Bischof Alexander Scheiermann. "Leider konnten an diesem Fest wegen der Coronapandemie nur 50 Personen teilnehmen. Die Einladung von Gästen aus der Nähe und Ferne war nicht möglich. Es kamen nur paar Leute aus der Propstei Ural und der jetzige Bürgermeister der Stadt. Für uns war das ein großes Weihnachtsgeschenk! In dem Einweihungsgottesdienst wurden zudem zwei Prediger für ihren Dienst vor Ort eingesegnet."

Alles Unterstützern und Spendern für diesen Kirchbau danken wir herzlich!

Freitag, 15. Januar 2021

Lettische Theologinnen melden sich zu Wort!

In Lettland gibt es derzeit eine Debatte um den Familienbegriff.  Zahlreiche Kirchen vertreten einen sehr konservativen Familienbegriff. 

Lettische Lutherische Tehologinnen melden sich zu der Debatte ebenfalls zu Wort und weisen darauf hin: Familien sind unterschiedlich – erfahren aber nicht alle die gleiche Anerkennung.


Übrigens: Noch gibt es zu den lettischen Theologinnen ein spannendes Buch aus dem Verlag des GAW! 

"Lettische Theologinnen melden sich zu Wort":

Das Buch enthält Predigten und Andachten sowie geistliche Betrachtungen und Gedichte. Den Texten vorangestellt ist jeweils ein Lebenslauf der Autorin. Für die lettischen Theologinnen bedeutet die Herausgabe des Buches eine Rückenstärkung und moralische Unterstützung - sowie die Möglichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Hg. von der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW und vom Konvent der Ev. Theologinnen in der BRD

272 Seiten, 2,50 €
ISBN: 978-3-87593-103-7

Donnerstag, 14. Januar 2021

Die lutherische Kirche im lituaischen Priekulė ist saniert

Dachsanierung in Priekule
"Wir danken dem GAW für die Unterstützung von 13 500 Euro für die Renovierung der evangelisch-lutherischen Kirche im litauischen Priekulė. Ihre Spende war uns sehr wichtig. Mit Ihrer Hilfe konnten wir unser Gebetshaus renovieren und eine Fußbodenheizung einrichten. Die Gemeinde freut sich sehr und ist dankbar, dass sie endlich in der renovierten Kirche beten kann. Möge Gott den guten Dienst von GAW zur Unterstützung der Schwesterkirchen in der Welt fortwährend segnen," schreibt Pfarrer Darius Petkūnas aus Priekulė.

Im Projektkatalog 2019 wurde für die lutherische Gemeinde Geld gesammelt. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde alles getan, um die Sanierung der Kirche zu vollenden. 350 Mitglieder zählt die aktive Gemeinde.erische Gemeinde von Priekulė (Prökul) besteht seit dem 16. Jahrhundert. Die Kleinstadt liegt rund 20 Kilometer südlich von Klaipėda an der Landstraße nach Šilutė. Die meisten Bewohner in diesem Gebiet des einstigen Memellands sind inzwischen katholisch. 

Konfirmation in Priekule
Die historische lutherische Kirche brannte 1944 aus und wurde zehn Jahre später durch sowjetische Machthaber abgerissen. Die heutige lutherische Kirche von Priekulė war ursprünglich das Konfirmandenhaus der Gemeinde. Dort versammelten sich junge Menschen vor ihrer Konfirmation und wurden unterrichtet. Nach dem Verlust ihrer Kirche teilte die Gemeinde das Konfirmandenhaus in einen Kirchsaal und einen Gemeinderaum auf und errichtete einen kleinen Turm. Wegen Schäden an dem 50 Jahre alten Dach stand diese Sanierung an. Auch der Fußboden musste erneuert werden, in den die Heizung integriert wurde. 

Im Jahr 2019 erhielt die Gemeinde 27 500 Euro von der Stadt Klaipėda und konnte zunächst das Dach ersetzen und die Sanitäranlagen erneuern.Mit der Hilfe des GAW wurde die Fußbodenheizung eingebaut. Im Juli 2020 feierte die Gemeinde ihr Konfirmationsfest in einer bereits restaurierten Kirche. Ohne die Hilfe des GAW wäre das alles schwer umsetzbar gewesen.


Montag, 11. Januar 2021

Der GAW-Projektkatalog - eine lange lebendige Tradition


Der GAW-Projektkatalog hat eine lange und lebendige Geschichte - davon zeugt das Foto. Unterstützungspläne und Projektkataloge von 1871, 1915, 1930, 1977, 1989, 2000 und 2021 zeigen exemplarisch wie sich das Erscheinungsbild im Laufe der Zeit verändert hat. Was sich nicht verändert hat: Schon 1871 taucht die Gemeinde in Caracas/Venezuela auf. Auch die Evangelischen in Madrid/Spanien bitten um Hilfe. Viele weitere Beispiele der kontinuierlichen Hilfe tauchen auf. Damit wird die lange Verbundenheit zu unseren evangelischen Partnern weltweit und die solidarische Hilfe für sie durch die Geschichte deutlich.

Auch weiterhin werden unsere Partner uns brauchen - und wir sie, damit wir uns nicht "um unsere Kirchtürme" allein kreisen, sondern der Blick in die Welt geweitet bleibt. 

Gerade hat die neue Spendenkampagne des GAW begonnen. Schauen Sie in unseren aktuellen Projektkatalog. Wir brauchen für die über 130 Projekte, die wir in diesem Jahr unterstützen wollen, Ihre Hilfe: https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#0


Freitag, 8. Januar 2021

"Die Vielfalt der GAW-Projekte zeugt davon, wie wir weltweit evangelischen Gemeinden helfen, ihren Glauben zu bewahren, der uns allen anvertraut ist"

Die GAW-Spendenkampagne 2021 hat begonnen! Mehr als 130 Projekte und noch viel mehr will das GAW weltweit auch in diesem Jahr unterstützen. Und das alles unter erschwerten Bedingungen. Im Vorwort des neuen Projektkataloges macht die GAW-Präsidentin Prälatin Gabriele Wulz Mut, unsere Partner auch in diesem Jahr zu unterstützen:

Inmitten der „Coronakrise“ im Jahr 2020 ermutigte Synodalsenior Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien seine Kirche mit den tschechischen Worten „Víru si chraň, viru se braň!“. Ins Deutsche übertragen heißt das: „Den Glauben bewahre dir, vor dem Virus schütze dich!“ Im Tschechischen liegen das Wort Glaube (víra) und das Wort Virus nah beieinander. Und letztendlich geht es doch darum: Dass wir unseren Glauben in solchen Krisenzeiten bewahren und dass wir aus unserem Glauben heraus lernen, mit Krisen umzugehen. Die Bibel ist voll von Texten, in denen es um das Bewahren unseres Glaubens in Krisenzeiten geht, und in denen es nicht klar ist, wie es weitergehen wird. Gerade in solchen Phasen des Lebens ist das Hören auf das Evangelium – der guten Nachricht von Jesus Christus – notwendig. Nur durch ihn spricht zu uns Gott, der will, dass allen Menschen geholfen wird.

Helfen heißt in dem Fall, zuzuhören und auf die Möglichkeiten zu verweisen, die wir haben. Als evangelisches Hilfswerk sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch in Krisenzeiten kreative Wege zu finden, unseren Glaubensgeschwistern weltweit zur Seite zu stehen. Denn wir haben einen Auftrag! 

Pfarrerin Agnes von Kirchbach von der Vereinigten Protestantischen Kirche in Frankreich hat inmitten der Coronakrise eindrücklich beschrieben, dass das lateinische Wort „Communion“ Gemeinschaft bedeutet. Es meint das „tiefes aneinander Teilhaben“ im Bereich der Familie, der Freundschaften und der Kirche. Was viele aber nicht wüssten: das Wort stammt nicht von der Wurzel union = Einheit ab, sondern von dem Wort munus = Aufgabe. Miteinander in «Communion» sein bedeutet also sich gemeinsam einer Aufgabe stellen, sie verantwortungsbewusst übernehmen, aktiv mit anderen wirken. 

In diesem Sinn wollen wir uns gemeinsam der Aufgabe stellen und aktiv werden, die Projekte des aktuellen Projektkataloges unserer 50 Partnerkirchen in 40 Ländern weltweit zu bewerben. 

Wir wollen Mut machen, kreative Wege zu finden, um unseren evangelischen Glaubensgeschwistern solidarisch zur Seite zu stehen, damit sie ihren Glauben bewahren können. Dafür braucht es Kirchen. Sie gilt es zu erhalten – wie z.B. in Marcinelle in Belgien. Das Dach der Kirche ist zusammengesackt. Die Gemeinde kann sich hier nicht mehr versammeln. Da tut Hilfe not. Oder in Santa Rosa in Brasilien, wo eine alte baufällige Holzkirche ersetzt werden muss. „Nicht, dass ein Gebäude an sich unsere Mission erfüllen würde, denn das ist die Rolle der Gemeindeglieder, und außerdem ist es Gottes Mission, aber die Leidenschaft muss unsere sein. Ein schöner und gut erhaltener Raum motiviert und hilft zweifellos“, schreibt das Pfarrerehepaar der dortigen Gemeinde. Das beschreibt, was wir als GAW als unsere Aufgabe ansehen: helfen, Glauben zu bewahren und nach außen zeigen, dass dieser Glaube dem Guten Raum gibt und schön ist. 

In vielen Projekten in dem vorliegenden Katalog geht es darum, dass wir aus diesem Glauben heraus gerufen sind anderen zu helfen – wie das z.B. in Kirgistan im Seniorenheim in Winogradnoje geschieht. Hier wird Barmherzigkeit gelebt an Menschen, die in Würde ihren letzten Lebensabschnitt gehen. Oder in Wien in Österreich, wo es gilt eine „Armengaststätte“ zu sanieren. 

Als GAW wollen wir aber nicht allein ein Kirchbauverein sein. Wir wollen Glaubensgeschwistern helfen, ihren Glauben zu bewahren, wenn sie benachteiligt, bedrängt oder verfolgt sind. Ihnen wollen wir ganz besonders zur Seite stehen. In diesem Jahr tut es beispielhaft die GAW-Frauenarbeit, die mit ihren Projekten diakonische Arbeit unserer Partnerkirchen im Libanon und in Syrien unterstützt. 

Zum Bewahren des Anvertrauten gehören auch die Bildungsangebote, die wir unterstützen, die Bücherhilfen sowie die Unterstützung bei der Mobilität bei Kirchen in extremer Diasporasituation. 

Die Vielzahl und Vielfalt der vorliegenden Projekte gibt ein Zeugnis davon, wie wir weltweit evangelischen Gemeinden helfen, ihren Glauben zu bewahren, der uns allen anvertraut ist. 

Vielen Dank für Ihre Hilfe und Unterstützung! 

Prälatin Gabriele Wulz
Präsidentin des GAW

Hier geht es zum aktuellen Projektkatalog: https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#0

Bitte helfen Sie uns zu helfen: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Dienstag, 5. Januar 2021

Ein neues Spendenjahr beginn unter erschwerten Bedingungen

Die Zeiten sind angespannt. Durch die Coronapandemie, durch abgesagte Kollekten und Gottesdienste ist es offen, wie wir als GAW unseren Auftrag erfüllen werden. Nichts ist derzeit normal. Der Lockdown wird verlängert. Wir müssen weiter mit Einschränkungen leben. In solchen Krisenzeiten drohen wir den Blick über die eigenen Probleme hinaus zu verlieren. Solidarität geht da schnell verloren. Die Versuchung, nur noch die eigene schwierige Lage zu sehen und sich abzukapseln, ist groß. 

Umso wichtiger ist die Arbeit des GAW. Wir können helfen, den Blick zu weiten und z.B. Empathie für die Not der Flüchtlinge in Griechenlandzu wecken oder für die brisante Lage unserer Partner in Venezuela oder auf Kuba nach der jüngsten Währungsreform. Unsere Partner brauchen unsere Solidarität – auch wenn wir selbst in einer unsicheren Lage sind. 

Wir wissen wir nicht, ob wir als GAW auch dieses Jahr hundertprozentig unser Spendenziel erreichen werden. Wir können trotzdem immer wieder auf unsere Partner und ihre Herausforderungen aufmerksam machen. Es gibt so viel Kreativität in unserer Hauptgruppen, dass ich zuversichtlich auch für dieses Jahr bin. Hoffnung und Zuversicht im Ungewissen wünsche ich uns allen! 

Und ich freue mich, dass wir im neuen Jahr mit einem Videogruß uns an unsere Partner, Spender, GAW-Engagierten wenden können, in dem unsere Präsidentin Prälatin Gabriele Gabriele, die Leiterin der AG der GAW-Frauenarbeit Inge Rühl und für unsere Partner stellvertretend Erzbischof Dietrich Brauer (Russland) und Pfrn. Najla Kassab (Libanon – Präsidentin der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen) zu Wort kommen. Am Flügel spielt unser GAW-Stipendiat Andrej aus der Slowakei. 

Alles Gute Ihnen allen – und hier nun der Video-Neujahrsgruß: https://www.youtube.com/watch?v=j5rG_OxT6H8&feature=emb_title

Pfr. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Sonntag, 3. Januar 2021

Währungsreform auf Kuba trifft die Presbyteriansiche Kirche hart

Weihnachtsgottesdienst in Cardenas
„Schon länger hatte man über eine Währungsereform auf Kuba gesprochen,“ berichtet Pfarrer Edelberto von der Presbyteriansichen Kirche auf Kuba. „Jetzt ist die doppelte Währung ab dem 1. Januar weggefallen.“

Für den CUC (Peso Convertible) bekam man einen US-Dollar. Jetzt bleibt der Peso Cubano. Sein Umtauschwert ist staatlich festgelegt. Für einen Dollar bekommt man bei den Banken 24 Pesos Cubanos. Das ist der offizielle Weg, um Devisen umzutauschen. Offiziell kann man sonst nirgends mit Dollar oder Euro bezahlen. Der Staat behält sich ein Monopol darauf vor. „Das alles ist Theorie,“ schreibt ein Pfarrer. „Auf dem Schwarzmarkt bekommt man 45 Pesos Cubanos für einen Dollar. Das braucht man auch dringend, um überleben zu können.

Die Währungsreform kommt einer Abwertung der kubanisc
hen Währung gleich. Bisher konnten die Kubaner in staatlichen Wechselstuben den CUC eintauschen, um damit dann höherwertige Konsumartikel erwerben zu können. Jetzt hofft man, dass die Vereinigung beider Währungen sich positiv auf die Ökonomie auswirken wird. Gerechnet wird mit anfänglichen schmerzhaften Auswirkungen. Langfristig erwartet man sich positive Effekte. Die anfängliche Abwertung der Währung wird mit einer erheblichen Erhöhung staatlicher Löhne und Renten versucht abzufedern. Gleichzeitig sind aber die Preise gestiegen. Die Erhöhung der Gehälter und Renten gilt nicht für Beschäftigte privater Unternehmen – auch nicht für die Pfarrer*innen der Presbyterianischen Kirche. 

„Die Situation ist für die Kirche sehr kritisch,“ sagt Pfarrer Francisco. „Keine unserer Kirchengemeinden wird in der Lage sein, die Gehälter zu zahlen, die jetzt der Staat seinen Angestellten gibt. Gleichzeitig sind die Preise für die Produkte des täglichen Bedarfs erheblich gestiegen. Das stellt uns als Kirche vor große Herausforderungen. Die kommenden Monate sind sehr entscheidend für uns, um zu sehen, wie es weitergehen kann.“ 

Das Mindestgehalt in Kuba beträgt unter den neuen Bedingungen 2100 Pesos Cubanos (= 87.50 USD). Die Grundrente beträgt 1520 Pesos Cubanos (= 63.30 USD). „Man muss die Gehälter ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten setzen, die sich verdoppelt bis verdreifacht haben. Und – keine Kirchengemeinde der Presbyterianischen Kirche wird Gehälter angepasst an das staatliche System bezahlen können. Im besten Falle werden die Kirchengemeinden das bisher Bezahlte halten können - und das wird nicht ausreichen... Es gibt eine große Unsicherheit und auch Angst innerhalb der Kirche über die Zukunft,“ sagt Pfarrer Francisco. „Dennoch ist es jetzt noch zu frisch, um über reale Auswirkungen 100%ige Klarheit zu haben.“ 

Pastor Alison sagt dazu: „Als Kirche müssen wir kreativ mit dieser Situation umgehen. Wir müssen eigentlich den Mindestlohn den Pfarrer*innen geben. Wir hoffen, dass die Mitglieder ihre Beiträge anheben können und auch höherer Kollekten in den Gottesdiensten geben können. Denn davon leben wir als Kirche. Und Pfarrer Aliion warnt: „So wie die Beiträge bisher waren, können wir nicht überleben!“ 

„In der ersten Januarwoche trifft sich die Kirchenleitung mit einem Wirtschaftsfachmann, um die Situation der Kirche zu analysieren und zu besprechen,“ sagt Pfarrer Edelberto. „Gleichzeitig haben wir alle Pfarrer*innen aufgefordert, mit ihren Gemeindemitgliedern die Situation zu besprechen und sie um Unterstützung zu bitten. Wir sind auf Solidarität untereinander in der Kirche und von unseren Partnern angewiesen.“ 

Und Pfarrer Alison ergänzt: „Sicher ist, dass wir mit einer Herausforderung konfrontiert sind, die wir bisher so nicht kannten. Traditionelle Lösungen greifen nicht mehr. Und das Ganze geschieht mitten in Pandemiezeiten, wo sowieso die gesamte kubanische Wirtschaft durch fehlende Einnahmen u.a. aus dem Tourismus leidet.“ 

Kuba leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Hilfe des befreundeten Venezuelas bleibt aus. Das durch die Trump-Administration verschärfte Handelsembargo hat die Situation ebenso verschlimmert. Es fehlt an Devisen, Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten. 

„Wir sind auf eure Hilfe als Partnerkirchen und Partnerwerke angewiesen. Alleine können wir diese neue tiefe Krise nicht bewältigen,“ schreibt Pfarrer Francisco.