Freitag, 7. Mai 2021

Aus Cluj-Napoca nach Leipzig - ein GAW-Stipendiat berichtet

2013 bat mich unser damaliger Pastor, in  der  Kirche  das  Bibelwort  laut  vor­zulesen.  Ich  war  damals  erst  14,  aber  ich  hatte  bereits  das  Gefühl,  dass  ich  Pastor werden wollte. Deshalb begann ich nach dem Abitur mein Studium am Protestantisch­Theologischen  Institut  von  Cluj­-Napoca.  Doch  in  Cluj  ange­kommen,  befürchtete  ich  die  ersten  zwei Monate, es nicht zu schaffen. An­dererseits  wurde  mir  Kraft  gegeben  fortzufahren;  tief  in  meiner  Seele  hat­te ich das Gefühl, dies tun zu müssen. Es  war  vielleicht  eine  der  besten  Ent­scheidungen meines Lebens.

Heute,  im  Jahr  2021  studiere  ich  als  Sti­pendiat  an  der  Theologischen  Univer­sität  in  Leipzig.  Im  Februar  des  zweiten  Studienjahres  in  Cluj  bekam  ich  die  Möglichkeit,  mein  drittes  Studienjahr  in  Leipzig  abzuschließen.  Ich  freute  mich  darüber,  da  ich  sehr  gespannt  war,  wie  das Leben eines Theologen in Deutsch­land  aussieht,  und  wartete  sehnlich  auf  den  Tag,  an  dem  ich  hinfahren  konnte.  Doch als die Zeit kam, hatte das Corona­virus  auch  in  dieser  Geschichte  ein  Mit­spracherecht bekommen. Ich konnte ei­nen Test am Flughafen durchführen und musste zwei Tage unter Quarantäne auf das Ergebnis warten.

Meine  Mitbewohner  in  der  WG  in  Leip­zig  begrüßten  mich  mit  offenen  Ar­men,  worüber  ich  mich  sehr  freute.  Der  erste  Monat  verging  mit  einem  On­line­Sprachkurs,  obendrein  musste  ich  viel  Papierkram  erledigen,  also  hatte  ich viel zu tun. Noch vor dem Semester­beginn  reiste  der  Generalsekretär  des  GAW,  Enno  Haaks,  mit  mir  und  Andrej  –  ein  weiterer  Stipendiat  –  zu  einer  GAW­Veranstaltung  nach  Osnabrück.  Es war ein einzigartiges und besonde­res Erlebnis. Danach  sind  wir  in  das  Studienleben  eingestiegen,  was  sich  in  diesem  Jahr  etwas  seltsam  gestaltet,  aber  immer  noch gut läuft. Anfangs durften wir ein paar  Seminare  besuchen,  da  es  noch  keine  so  strengen  Einschränkungen  gab,  aber  inzwischen  finden  alle  Ver­anstaltungen online statt. Trotzdem ist es eine unglaublich gute Erfahrung, in Leipzig zu sein. Es  ist  eine  unvergessliche  und freudige Erfahrung, die ich jedem empfehlen würde. Vielen Dank an das GAW für diese Gelegenheit!

Levente Dinka, Stipendiat des GAW aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien
(Magazin Evangelisch weltweit 1/2021)

Unterstützung für das Stipendienprogramm des GAW

Mittwoch, 5. Mai 2021

Evangelisch weltweit 2/2021 - Schwerpunkt theologische Ausbildung

Nach einem Jahr im Griff der Pandemie stellt sich immer öfter die Frage: Was macht das mit uns? Mit unseren Kirchen? Mit unserem Glauben? Wir streiten darüber, ob die Kirchen systemrelevant oder überhaupt irgendwie relevant sind. Professor Klaus Fitschen sagt in unserem Interview über die Theologie der Diaspora, über theologische Ausbildung, Säkularisierung und die Einflüsse von Corona: Es kommt auf die Menschen an, die in der Gemeindebasis wirken.
Solche Menschen, auf die es ankommt – zum Beispiel Pfarrerinnen und Pfarrer –, kommen auch aus theologischen Fakultäten. Dort sollen sie ihr Handwerk lernen. Allerdings: „In meinem Theologiestudium hatte ich das Gefühl, ich soll zu einem kleinen Professor erzogen werden, aber nicht zum Gemeindepfarrer“, gesteht Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW, in dem Interview mit Professor Fitschen. Interwiev lesen

Auf die Qualität der theologischen Ausbildung kommt es also an. Wie gelingt es unseren Partnerkirchen in Lateinamerika, ihre Ausbildungsstätten zu halten und zu entwickeln, mit und trotz der Pandemie? Darüber berichten im zweiten Teil unserer Reihe über theologische Fakultäten Rektoren und Direktoren dieser Bildungsstätten. Bericht lesen

Weitere Themen sind das Hilfswerk Perichoresis in Griechenland, das sich unter der Schirmherrschaft der Griechisch-Evangelischen Kirche um Flüchtlinge und Roma kümmert (und mit der Konfigabe 2021 unterstützt werden soll) sowie Frauen in der Evangelischen Kirche in Syrien und im Libanon (deren Frauenarbeit mit dem Jahresprojekt der GAW-Frauenarbeit 2021 unterstützt wird).

Wir können unsere Glaubensgeschwister in den Partnerkirchen jetzt nicht besuchen. Aber wir können sie kennenlernen – durch Videokonferenzen oder durch die Berichte in diesem Magazin.

Magazin "Evangelisch weltweit": https://www.gustav-adolf-werk.de/evangelisch-weltweit-das-magazin-des-gaw.html

Montag, 3. Mai 2021

Ein neues Kirchendach in Horní Čermná (Tschechien)

Evangelische Kirche in Horní Čermná
"Herzlich bedanken wir und beim GAW und den Spendern für die Unterstützung bei der Sanierung des Daches unserer Kirche in Horní Čermná," schreibt Pfarrer Jakub Keller.

Die Gemeinde der Böhmischen Brüder in Horní Čermná wurde nach dem Toleranzpatent des Kaisers Josef II. im Jahr 1784 gegründet. Die Gemeinde zählt 420 Glieder. Dank ihrer Mitgliedsbeiträge sowie einiger Wald- und Feldgrundstücke, die gut bewirtschaftet werden, hat die Gemeinde einen ausgeglichenen Haushalt. 
„Allmählich gelingt es uns, das Kirchengebäude und das Pfarrhaus zu renovieren und deren Umgebung zu verschönern“, schreibt Pfarrer Jakub Keller. Mit Konzerten aber auch Reihen wie das „Offene Treffen“ im Pfarrhaus wendet sich die Gemeinde an eine breitere Öffentlichkeit. Die größte Veranstaltung des Jahres ist ein Gemeindefest am Ende des Sommers mit einem Festgottesdienst, einem Theater- oder Musikstück, einem karitativen Basar und einem Filmprojekt mit Klienten einer benachbarten Sozialeinrichtung.

Die heutige evangelische Kirche in Horní Čermná wurde 1838 errichtet. Das Dach wurde zuletzt in den 1960er Jahren renoviert - allerdings wurden bei den Arbeiten Asbestplatten benutzt. Diese Platten mussten jetzt erneuert werden, weil sie nicht mehr dicht hielten. Sie wurden als Sondermüll entsorgt. Über der Apsis waren die Beschädigungen bereits so fortgeschritten, dass das Dach in diesem Bereich im Jahr 2015 erneuert werden musste. Für die neue Dachbedeckung wurden jetzt Dachplatten aus Aluminium verwendet.

"Wir sind froh über das neue Dach der Kirche! Unsere Kirche ist und bleibt zentraler Sammlungsort der Gemeinde. Dank an das GAW!" schreibt Pfarrer Keller.

Im Projektkatalog 2019 wurden 14.000€ für dieses Projekt gesammelt.