Montag, 10. Mai 2021

Zwischen Anpassung und Kampf um die eigene Identität des GAW im 3. Reich - ein neues GAW-Jahrbuch

"Die Geschichte der Evangelischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus ist eine Geschichte des Versagens und der Blindheit gegenüber den Nöten der damaligen Zeit," so beginnt das Vorwort von Klaus Fitschen und Wilhelm Hüffmeier zu der neuen Ausgabe des Jahrbuches des GAW „Die evangelische Diaspora“. Es setzt sich mit der Geschichte des GAW in dieser Zeit auseinander und zeigt, wie vielschichtig sie ist. Einerseits waren die Vertreter des GAW Teil der Kirche und ihres Versagens und somit auch eingebunden in den sog. "Kirchenkampf", der vor allem ein Kampf der Kirche um ihre Selbständigkeit gegenüber staatlichen Eingriffen war. Andererseits waren die Vertreter des GAW lavierend und agierend zwischen Anpassung, Mitmachen, Neutralität, Versagen und in einzelnen Fällen auch des Mutes, die Stimme zu erheben für die, denen Stimme gewaltsam genommen wurde. Überall in den regionalen verbänden ist auf unterschiedliche Weise zu sehen, wie versucht wurde, die eigenständigen Vereine in ihrer Selbständigkeit zu erhalten - bei aller Widersprüchlichkeit.

Um diese Geschichte - oder vielmehr Geschihcten - zu erforschen, gab es eine wissenschaftliche Tagung Ende 2019. Deutlich wurde dabei, dass mit diesem GAW-Jahrbuch nun ein beitrag zur Aufarbeitung der  Geschichte des deutschen Vereinsprotestantismus geleistet wird, den diese ist nur rudimentär erforscht.
Das GAW war/ist damals Teil des deutschen Verbandsprotestantismus. Diese Geschichte braucht noch der weiteren Aufarbeitung. 

Wir sind dankbar, dass wir zahlreiche Autorinnen und Autoren aus den GAW-Gruppen für dieses Projekt gewinnen konnten. Die Autorinnen und Autoren investierten viel Arbeit für Recherchen in Archiven und für das Ordnen und Einordnen von Rechercheergebnissen.

Die Auseinandersetzung des GAW mit seiner Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus ist – neben all den aktuellen Herausforderungen, denen wir uns täglich stellen – ein wichtiger Meilenstein. 

Gerade wurde am 8. Mai an den Tag der Befreiung erinnert. Pünktlich dazu ist nun dieses für die GAW-Geschihcte wichtige Buch erschienen, dem eine briete Leserschaft zu wünschen ist.

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