Montag, 14. Juni 2021

Belgien: Die Protestantische Fakultät in Brüssel ist saniert und bereit für e-Learning


Aula der Fakultät vor nach der Sanierung

Das Gebäude der Protestantischen Theologische Fakultät befindet sich im Herzen Brüssels. Hier bildet die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien (VPKB) ihre Pfarrerinnen und Pfarrer aus. Im Grunde sind es sogar zwei Fakultäten in einem – die eine arbeitet auf Niederländisch, die andere auf Französisch. Und die beiden sind sehr verschieden: Die französischsprachigen Studierenden stammen weitgehend aus Afrika und bringen ihre Prägung und Kultur mit. Eine große Herausforderung für die Ausbildungsstätte, ist die kleine Zahl der Studierenden, so Dekan Johan Temmermann. In der niederländischen Abteilung gibt es höchstens ein, zwei Studierende pro Jahrgang, in der französischen Abteilung fünf bis zehn. Im e-Learning-Programm wiederum nimmt die Anzahl der Studierenden zu.

Das Fakultätsgebäude ist über die Jahre abgenutzt und schlecht ausgestattet. In der Aula saßen die Studierenden und Gäste auf dreißig Jahre alten ausrangierten Kirchenstühlen und die Küche im Aufenthaltsraum der Studierenden war unbrauchbar. Und für das e-Learning, das perspektivisch ausgebaut werden sollte, war die technische Ausstattung der Räume überhaupt nicht ausreichend.
Mit Unterstützung des GAW in Kooperation mit der Württembergischen Landeskirche konnte die dringend notwendige Sanierung in den Jahren 2017-2020 ausgeführt werden
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. 

„Die mit Abstand meisten Arbeiten fielen auf die Renovierung des Kellers und des Erdgeschosses“, berichtet Professor Johann Temmermann, der auch der Dekan der Fakultät ist. „Die Küche im Aufenthaltsraum ist jetzt eine moderne und komfortabel ausgebaute Küchenzeile und der ganze Raum ist zugänglicher und angenehmer.“ Das Sekretariat zog in ein neu entstandenes Büro hinter der Aula um, die eine neue Garderobe und neue Möbeln erhielt. Zeitgleich mit der Renovierung des Gebäudes überarbeiteten die französisch- und niederländischsprachigen Abteilungen der Fakultät das Bildungsprogramm. Ein breiteres Online-Angebot soll internationale Studierende anziehen und es trotzdem ermöglichen, Theologie und Religionswissenschaften aus der Distanz zu studieren.“ 

Die Räume auf den höheren Etagen wurden mit modernen Möbeln und zeitgemäßen pädagogischen Hilfsmitteln (Video-Bildschirme, Internet-Möglichkeiten, etc.) ausgestattet. Eine notwendige Anpassung des Netzwerks im Gebäude vervollständigte diese Maßnahmen und die Renovierung.
„Wir sind sehr dankbar für die reibungslose und freundliche Unterstützung durch das Gustav-Adolf-Werk. Wir sind dankbar und sehen gleichzeitig die Herausforderungen, die vor uns liegen“, schreibt Professor Temmermann. 

Aufenthaltsraum der Studierenden vor und nach der Sanierung

Montag, 7. Juni 2021

Theologiestudium: Künftig nur noch digital?

Studierende im Gespräch an der Lutherisch-Theologischen Fakultät FLT in Mato Preto (Brasilien).
Digitalisierung hat gute Seiten, aber der direkte Austausch darft nicht auf der Strecke bleiben.

An den theologischen Fakultäten unserer Partnerkirchen in Europa und in Lateinamerika hat die Coronapandemie viel durcheinandergewirbelt. Zugleich haben die neuen digitalen Unterrichtsformen die Frage aufgeworfen: Können sie das bisher überwiegende Präsenzstudium ersetzen – und sollen sie es überhaupt? 

Zahlreiche evangelisch-theologischen Fakultäten freuen sich aktuell über den digitalen Zuwachs. Vorlesungen via Internet haben neuen Personengruppen einen Zugang zur evangelischen Theologie ermöglicht. „Wir sind im Frühjahr 2020 wegen der Pandemie ganz auf Fernunterricht umgestiegen“, so Professor Lothar Vogel, der an der Waldenser-Fakultät in Rom (Italien) die Geschichte des Christentums unterrichtet. „Das Online­Verfahren hat uns nochmals 20–30 interessierte Gasthörer gebracht, was wiederum beweist, dass die Theologie an sich mehr Anziehungskraft hat als das Pfarramt.“

An der Theologischen Fakultät Montpellier (Frankreich) wird die Fernausbildung mit rund 50–60 Studierenden schon länger angeboten und ist ein Erfolg. Für diese Studienform entscheiden sich oft Menschen, die berufstätig sind oder nach einem Sinn in ihrem Leben suchen. „15–20 % dieser Studierenden machen danach jedoch einen vollen theologischen Kurs, um Pfarrer zu werden“, betont Professor Gilles Vidal. „Das ist ziemlich ermutigend für uns und für die Kirche.“

Vor allem für ältere Studierende ist die Digitalisierung ein Segen. „Unsere Studierenden sind meist schon berufstätig. Damit haben sie mehr Zeit für ihre Familien“, sagt Daniel Codoy von der evangelisch-ökumenischen Hochschule CTE in Chile. Die Hochschule merke jedoch, dass das Fehlen persönlicher Kontakte auch Nachteile hat. „Bei allen Vorteilen, die die Technik bietet, lebt die Theologie vom direkten Austausch. Und wir müssen in Zukunft eine psychosoziale Begleitung der Studierenden anbieten, um etwas gegen Vereinsamung zu tun.“

„Eine reine digitale Theologieausbildung auf Distanz ist für junge Studierende nicht wirklich motivierend“, ist Pfarrer Daniel Beros, Koordinator der Lernplattform REET in der Evangelischen Kirche am La Plata überzeugt. „Die Mehrheit bevorzugt ein studentisches Leben und eine Gemeinschaft, die sie unterstützt.“ Deshalb soll nun ein neues Programm die akademische Ausbildung mit studentischen Gemeinschaften verbinden, die in Einrichtungen der Trägerkirchen von REET in verschiedenen Städten angesiedelt sein werden.

Für Pastor Carlos E. Ham vom Evangelischen Seminar für Theologie SET in Matanzas (Kuba) steht ebenfalls fest, dass das digitale Studieren nicht der einzige Weg werden kann: „Das Zusammenleben hat einen Wert an sich und ist notwendig für die Ausbildung zukünftiger leitender Verantwortlicher in der Kirche. Das kann die Digitalisierung nicht bieten.“ Und er weist noch auf ein weiteres Problem hin: „Der Internetzugang ist nicht für alle Menschen in allen Ländern und Regionen Lateinamerikas ein garantiertes Recht.“ 

In „Evangelisch weltweit“ 1/2021 und 2/2021 haben wir zwei Artikel über die aktuelle Lage an den Theologischen Fakultäten unserer Partnerkirchen in Europa und in Lateinamerika:
Europa: https://www.gustav-adolf-werk.de/files/gaw/ga-blatt-archiv-2/2021/2021-1_fakultaeten_EU.pdf
Lateinamerika: https://www.gustav-adolf-werk.de/files/gaw/ga-blatt-archiv-2/2021/2021-2_theol_ausbildung_la.pdf

Donnerstag, 3. Juni 2021

Gottesdienst zum Schulbeginn erschienen

Unser Gottesdienst zum Schulbeginn ist erschienen. Mit dem Entwurf können Sie einen ganzen Gottesdienst gestalten oder auch nur Teile entnehmen. Sie können eigene Ideen einbringen und kreativ mit dem Material umgehen. Die beiden für den Gottesdienst vorgeschlagenen Aktionen können unter Einhaltung der Abstandregeln gut durchgeführt werden.


Der Entwurf der Gottesdienstes stammt von Pfarrerin Elvira Hücklekemkes aus Berlin. Die können den Gottesdienst auf unserer Internetseite abrufen: https://www.gustav-adolf-werk.de/gottesdienste-zum-schulbeginn.html oder in Papierform bestellen: jugendarbeit@gustav-adolf-werk.de. 


Im Gottesdienst wird um eine Kollekte für die evangelische Luis-Siegel-Schule in Los Polvorines in Argentinien gebeten. Projektinformationen bietet das 8seitige Materialheft "Gut, dass wir einander haben", das sich mit kindgerechten Information zum Schulalltag in Argentinien, Ausmalbild, Geschichte und Bastelvorschlägen auch gut als Mitgebsel für die Familien im Gottesdienst eignet. Das Materialheft ist kostenlos und kann ebenfalls bestellt werden über jugendarbeit@gustav-adolf-werk.de. Auch ein Download ist möglich: www.gustav-adolf-werk.de/kindergabe.html