Donnerstag, 29. Juli 2021

Wieviele Menschen müssen noch aus Venezuela fliehen...?

Acción Ecumenica in Caracas
Im Juni diesen Jahres traf sich eine internationale Geberkonferenz in Solidarität mit venezolanischen Flüchtlingen und Migranten. Die Europäische Union stellte humanitäre Soforthilfe in Höhe von 147 Mio. EUR für venezolanische Flüchtlinge und Migranten insbesondere für die Aufnahmeländer zur Verfügung. Deutlich wurde noch einmal die große Not in Venezuela benannt.

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Josep Borrell erklärte: „Der venezolanische Exodus, von dem mehr als 5,6 Millionen Menschen betroffen sind, stellt eine gravierende und anhaltende Krise dar, von der wenig Notiz genommen wird. Darüber hinaus hat die Pandemie die Notlage der venezolanischen Migranten und Flüchtlinge verschlimmert und die Risiken erhöht, denen sie auf ihrer Suche nach einem sicheren Zufluchtsort ausgesetzt sind. Angesichts der Notwendigkeit, Impfungen für die geflohenen Menschen und Unterstützung für die Gemeinschaften sicherzustellen, die sie großzügig aufgenommen haben, wird die Fortsetzung des Engagements umso dringlicher. Die Europäische Union ist bereit, ihren Teil beizutragen."

Im Land selbst herrsche Hunger, Armut und Verfolgung ergänzte der EU-Kommissar für Krisenmanagement Janez Lenarčič. Die EU wolle ihren Beitrag leisten, die Not zu lindern für die Flüchtlinge, die in den Nachbarländern Zuflucht gesucht haben. Wie und wann eine politische Lösung dieser humanitären Katastrophe aussehen könnte, muss erneut offen bleiben.

Die hohe Zahl der Geflüchteten bereitet auch Sorgen in den Nachbarländern, wie Kolumbien. Kirchliche Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass Ende diesen Jahres bis an die 7 Millionen Menschen das Land verlassen haben werden.

Derzeit bemühen sich Organisationen wie Acción Ecumenica (AE) in Caracas um Hilfe für die Menschen vor Ort. Das GAW unterstützt die Acción Ecumenica, damit sie insbesondere ihr medizinisches Zentrum in Caracas offenhalten kann.

Der Leiter von AE schreibt uns über die Situation - gerade auch im Blick auf die Impfungen und den fehlenden Impfstoff:

"Der Impfungen kommen in Venezuela nur sehr langsam voran. Es fehlt an Impfstoff. Die Regierung behautet, dass die Blockade durch die USA Schuld sei. Bisher wird hier mit Sputnik geimpft. Aber auch der chinesische und der kubanische Impfstoff kommen zum Einsatz. Aber es ist zu wenig. Von den Ärzten und dem Pflegepersonal, die in AE arbeiten und gleichzeitig im öffentlichen Gesundheitssystem, sind die meisten geipmpft. Aber es gibt zu viele andere, die warten. In AE dürfen wir leider nicht impfen, obwohl wir Impfungen eigentlich durchführen können. Wer wie und wann geimpft wird, ist undurchsichtig. In AE arbeiten wir intensiv daran, den Menschen hier in der Umgebung des Zentrums zu helfen, insbesondere denen, die vom Gesundheitssystem ausgeschlossen sind. Wir haben schon etlichen tausend Menschen geholfen.
Ansonsten ist die Situation im Land sehr schlimm. Die Währung soll angepasst werden, was heißt, dass etliche Nullen weggestrichen werden, sich aber nichts wirklich dadurch verändert. Die Preise werden weiter steigen. Es ist derzeit ein Teufelskreis. Unsere Sorgen in AE ist es, dass wir die Gehälter unseres Personals zahlen können. Die Hyperinflation erschwert das immer mehr. Wir sind auf Hilfe angewiesen."

In diesem Jahr unterstützt das GAW das Medizinzentrum von AE mit 10.000€. 

Bitte helfen Sie mit!

Mittwoch, 28. Juli 2021

Neue Klappkartenserie erschienen

Neue Klappkartenserie erschienen: Die Motive zeigen Antependien der estnischen Künstlerin Tiina Pukhan. Sie hat von 2009 bis 2017 insgesamt zwölf Antependien für die evangelische Johanniskirche in Tallinn entworfen und gewebt. Auf der Rückseite jeder Karte befinden sich ein Bibelspruch und eine kurze Erklärung zum Motiv. Die Karten können im Set und auch einzeln erworben werden. Preis je Klappkarte: 70 Cent (zzgl. Versand). Bestellungen: 0341-490 62 13 oder an verlag@gustav-adolf-werk.de oder über die Interseite des GAW: https://www.gustav-adolf-werk.de/postkarten-plakate.html


Montag, 26. Juli 2021

3. Frauentalk mit Simona Prosic Filip aus Slowenien

Simona Prosic Filip (links)
Pfarrerin Simona Prosic Filips Leidenschaft ist es, Menschen zusammenzubringen. Als Verantwortliche der Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche in Slowenien organisiert sie deshalb Picknicke, Seminare und Ausflüge für die Frauen der Kirche. In der Corona-Zeit war all dies nicht möglich. Also ließ die Verantwortliche der Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche in Slowenien sich etwas Anderes einfallen. Zusammen mit vielen ehrenamtlichen Frauen packte sie Geschenkpäckchen und brachte diese ins Krankenhaus in Murska Sobota auf die Covid-Station. Dort arbeiteten die Pflegekräfte und Ärzte am Limit. Sie schätzten die kleinen Aufmerksamkeiten als Zeichen der Solidarität aus der Bevölkerung. So erzählt es Simona Prosic Filip in der dritten Ausgabe des digitalen "Frauentalks weltweit" am 21. Juli.

Ihr Theologiestudium musste sie in der Slowakei absolvieren, weil es in Slowenien keine evangelisch-theologische Fakultät gibt. "Am Anfang verstand ich kein Wort Slowakisch, das war eine große Herausforderung". 1998 wurde sie gemeinsam mit Vladimira Mesaric als erste Frau in der Kirche zur Pfarrerin ordiniert. 

In der Kirche arbeiten neun Pfarrerinnen und Pfarrer. Simona leitet zusätzlich zur Frauenarbeit noch eine Gemeinde. "Die meisten unserer 13 Gemeinden befinden sich im evangelisch geprägten Übermurgebiet, gleichzeitig die ärmste Region in Slowenien. Die Kirche bekommt keine staatlichen Zuschüsse und finanziert sich ausschließlich durch die Beiträge der Mitglieder. Die Pfarrgehälter liegen knapp über dem Mindestlohn. Aber ich mache den Beruf nicht wegen des Geldes, sondern aus Leidenschaft!" Das glaubt man ihr sofort.

Als Diasporakirche hat die evangelische Kirche ein in Slowenien einmaliges diakonisches Angebot aufgebaut: Sie verleiht elektrische Pflegebetten an Familien, und das kostenlos. Da die Diakonie und die Frauenarbeit eingetragene Vereine sind, können sie staatliche Hilfen und Lotteriegelder beantragen. Auch das slowenische Weltgebetstagskomitee ist ein Verein. Der Weltgebetstag 2019 für Slowenien war für die ehrenamtlichen Frauen in ihrer Kirche eine Stärkung, erzählt Simona. Inzwischen trauten sie sich sogar zu, selbständig - ohne Pfarrer/in - Gottesdienste zu leiten!

Freitag, 23. Juli 2021

Im Dezember 2020 traf eine Flutkatastrophe Presidente Getúlio (Brasilien)

Presidente Getúlio

Die Zerstörungen durch die Flutkatastrophe in Deutschland, Belgien, Österreich und Holland sind verheerend. Aus dem Rheinland berichtete die Vorsitzende des GAW-Rheinland Pfarrerin Ulrike Veermann von der Not der Menschen, die alles verloren haben: "Häuser von Mitarbeitenden unserer Lutherkirchengemeinde sind einfach von den Fluten weggerissen worden." Und sie sagt: "Zeichen der Solidarität sind notwendig." 

Wie wichtig das ist, das wissen die Menschen der lutherischen Gemeinde in Presidente Getúlio in Brasilien. 

Am 17. Dezember 2020 wurde die die Stadt von einem grossen Unwetter heimgesucht - vergleichbar mit dem, was jetzt in Deutschland geschah. 

Pfarrer Harald Malschitzky vom GAW in Brasilien berichtet aktuell davon und dankt für die solidarische Hilfe, die das GAW in Deutschland in dieser Katastrophe geleistet hat. Er schreibt: "18 Menschen starben allein in der Stadt. Zwölf der Toten gehörten zur evangelischen Gemeinde. Die Gemeinde hat sich zusammengetan, um den betroffenen Familien zu helfen. Auch die umliegenden Gemeinden haben viel gesammelt: Lebensmittel, Kleidung, Möbel, Hausgeräte. All das haben wir an die Betroffenen weitergeleitet. Die Spenden aus Deutschland wurden für Beerdigungskosten sowie für den Neukauf von Möbeln und Baumaterial eingesetzt. Die Gemeinde dankt für die Gebete, Unterstützung und Gaben. Schmerz und Trauer derer, die viel verloren haben – einiges ist nicht mehr gut zu machen – konnten gelindert werden. Und es tut gut, weltweit verbunden zu sein - gerade auch durch die Solidarität!"

Auch die Menschen in den betroffenen Katastrophenregionen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern brauchen Hilfe und Gebet!

Dienstag, 20. Juli 2021

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle!

Centre Protestant De Nessonvaux
"Geht es Euch gut im GAW? Seid Ihr gesund? Und steht die Zentrale noch?", fragte mich am Telefon Pfarrer Joseph Kassab aus Beirut im Libanon. "Wir machen uns Sorgen um Euch, denn in den Nachrichten haben wir die schlimmen Bilder gesehen von den Überschwemmungen in Deutschland."

Zahlreiche solcher Fragen haben wir in den letzten Tagen von den Partnerkirchen des GAW bekommen. Es ist berührend, dass diese Anteilnahme oft aus Regionen kommt, wo es den Menschen auf andere Weise nicht gut geht.

Bewegend ist es, dass Ghazal Saad aus Homs in Syrien mir schrieb: „Ich habe von den schlimmen Nachrichten aus Deutschland gehört über die Naturkatastrophe, die Klimaveränderungen und die vielen Opfer. Ich hoffe, dass es Euch gut geht. Ich bete für alle, die betroffen sind und schlimme Verluste erleben mussten! Passt auf euch auf!“ - Ghazal war das Gesicht einer Konfirmandengabe vor einigen Jahren und erzählt im Materialheft der GAW-Frauenarbeit zum Jahresprojekt 2021 über sich und ihren Glauben.

Auch aus Kuba erreicht uns eine Solidaritätsnachricht. So schreibt Pfarrer Carlos Ham aus Matanzas: "Mit Erschrecken haben wir die Nachrichten über die heftigen Zerstörungen im Westen Deutschlands verfolgt. Es ist schlimm, wie viele Todesopfer allein in Deutschland zu beklagen sind. Es ist so offensichtlich, dass das die Folgen des Klimawandels sind. In Kuba erleben wir das schon seit Jahren hautnah. Wir stehen solidarisch an eurer Seite mit unseren Gebeten für die Opfer."

Ähnlich schreibt es Pfarrer Meletis Meletiadis aus Volos in Griechenland: "Wir sind fassungslos über die Verwüstung, die in Deutschland durch die sintflutartigen Regenfälle entstanden sind.Wir beten für die Menschen, die Opfer geworden sind um Gottes Barmherzigkeit. Wir hoffen, dass die Vermissten gefunden werden. Und möge Gott diejenigen trösten, die geliebte Menschen verloren haben. Mir fehlen die Worte. Meine Gebete sind bei Euch allen in Deutschland. Gibt es etwas, was wir tun können?" 

Aus Belgien – das ebenfalls schwer betroffen ist – schreibt der Synodalpräsident der Vereinigten Protestantischen Kirche Steven Fuite: „Vielen Dank für Eure Anteilnahme, und dass Ihr auch an uns denkt! Gleichzeitig sind die Bilder aus Deutschland erschütternd. Wir wissen uns vereint im Gebet.“

Es hilft in solchen Situationen in alte Gebetsworte einzustimmen. Denn in solchen Katastrophen fehlen oft die Worte:

„Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser.“ (Psalm 69,2-4)

Ja - Gott - hilf!!! - Pfr. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW


Montag, 19. Juli 2021

Für Belgien sind die Überschwemmungen die größte Naturkatastrophe der Geschichte

Centre Protestant de Nessonvaux
Neben Deutschland sind Holland, Italien, Österreich und Belgien von den starken Regenfällen und dem damit einhergehenden Hochwasser betroffen.

In Belgien ist die Zahl der Todesopfer auf über 30 gestiegen. Die Region um Lüttich gilt als besonders schwer betroffen.

Das bestätigt in einer Mail der Synodalpräsident der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien, Steven Fuite.

Er schreibt:

„Vielen Dank für Eure Anteilnahme, und dass Ihr an uns denkt! Gleichzeitig sind die Bilder aus Deutschland erschütternd. So wie Ihr an uns denkt, so denken wir auch oft an Euch. Aber vor allen Dingen ist der menschliche Tribut dieser Katastrophe wie in Deutschland sehr groß. Für Belgien ist es gerade im Blick auf die Opfer die größte Naturkatastrophe der Geschichte. Und es werden immer noch ca. 160 
Menschen vermisst. Wir denken sehr an die Familien, die in Angst ausharren, und an die, die einen geliebten Menschen oder Freund beerdigen müssen.

Die Schäden an Kirchengebäuden der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien sind mit wenigen Ausnahmen relativ gering. In einer Gemeinde gab es schwere Überschwemmungen. Besonders hart getroffen hat es das Evangelisches Zentrum Nessonvaux. Es liegt 20 km von Spa und Lüttich entfernt. Hier gibt es schlimme Verwüstungen und Zerstörungen.

Wir danken Euch für alle Anteilnahme. Wir wissen uns vereint im Gebet, eins in Christus!“

Mehr zum Evangelischen Zentrum in Nessonvaux:


Das GAW wird in enger Absprache mit den Partnerkirchen von den Hochwassern betroffenen Gemeinden helfen, die Schäden zu beheben, wie z.B. in Belgien. Helfen Sie mit:

GAW
KD-Bank
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
Stichwort: Nothilfe