Montag, 4. Oktober 2021

Zum ersten Mal das Meer sehen

Im Rahmen des Jahresprojekts 2020 für Rumänien unterstützte die GAW-Frauenarbeit eine therapeutische Freizeit für Erwachsene mit körperlichen Behinderungen. Sie gehören einer ungarischsprachigen lutherischen Gemeinde in der Nähe von Braşov/Kronstadt an.

Hilde Palfi leitet die Gruppe ehrenamtlich. Sie berichtet von der großen Freude, die die Reise allen Beteiligten geschenkt hat:

"Eine Woche lang hatten wir mit 15 Teilnehmern einen wunderbaren Aufenthalt in einem Hotel in Goldstrand in Bulgarien. Die meisten von ihnen haben noch nie den Kreis Braşov verlassen, geschweige denn sind sie in einem Hotel gewesen. Es war ihr erster richtiger Urlaub. Das Meer, so schreibt ein Freiwilliger, kannten sie nur von Bildern oder aus dem Fernsehen.

Das Hotel war perfekt an die Bedürfnisse der Gruppe angepasst. Alles war barrierefrei. An allen öffentlichen Plätzen gab es barrierefreie Toiletten – was bei uns leider selten der Fall ist. Aus diesem Grund können wir in Rumänien nirgendwo hingehen, mit mehreren Personen, die im Rollstuhl sitzen. Morgens waren wir immer im Hotelpool schwimmen. Alle gingen ins Wasser, außer Kati, die wegen ihres Katheters das Wasser nur mit den Füßen berühren konnte. Trotzdem sang sie fröhlich "Das Leben ist schön". Sie strahlte über das ganze Gesicht, ich habe sie noch nie so glücklich gesehen. Das Hotel verfügte auch über einen Fitnessraum und ein Hallenbad. Wir haben sie alle ausprobiert. Berti, ein ehemaliger Sportlehrer, sorgte dafür, dass wir jeden Tag Bewegung bekamen.

Nach dem Mittagessen gingen wir immer zum Meer. Die Größe und die blaue Farbe des Meeres ließen alle atemlos werden. Mit ein wenig Hilfe gelangten alle - außer Kati - ins Meer. Eine Herausforderung war es, die Rollstühle etwa 50 Meter über den Sand zu tragen. Aber wir hatten zwei starke Männer und bekamen immer Hilfe von Umstehenden. Zum Glück: Als eine starke Welle Melinda ins Wasser warf, rannten sofort fünf Leute los, um zu helfen.

Izabella badet im Meer
Die sieben Tage von Montag bis Sonntag vergingen wie im Fluge, aber es blieben Erinnerungen und Gefühle zurück, die man nicht in Worte fassen kann, deshalb sende ich Ihnen Fotos, um Ihnen die Freude in den Augen der Teilnehmerinnen zu zeigen"

Die Mutter einer körperbehinderten Teilnehmerin schrieb uns nach der Reise: "Vielen Dank, dass ihr an unsere kranken Kinder denkt und auch an uns Mütter, die wir uns mit großer Liebe um unsere Kinder kümmern."


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