Montag, 22. November 2021

Pflegebetten, Schränke, Tische …

Ulrich Hirsch (r.) packt beim Beladen von gespendeten Pflegebetten immer mit an. Foto: Gröh

Das GAW Württemberg vermittelt gebrauchtes Mobiliar an diakonische Einrichtungen
im Osten Europas

„So beglückend wie Weihnachten“ empfand eine Spenderin das Gefühl, ein Pflegebett an ein Altenheim in der Slowakei zu schenken. Anfang November brachte das GAW Württemberg die gut erhaltenen, nicht mehr benötigten Pflegebetten aus Einrichtungen in Herrenberg, Ludwigsburg und Gronau nach Prešov in der Ostslowakei. Am 17. November 2021 erfolgte ein weiterer Hilfstransport mit Pflegebetten aus dem Samariterstift in Geislingen. Derzeit wird in Prešov ein Alten- und Pflegeheim saniert und entsprechend den heutigen Anforderungen modernisiert. Im Diakoniezentrum „Elim“ der lutherischen Kirche sind neben 37 Alten- und Pflegeplätzen auch eine Sozialberatung, Büros, Küche, Speisesaal, Waschküchen, Essen auf Rädern und mobile Krankenpflegedienste geplant. Der Abschluss der Arbeiten ist für den Herbst 2022 geplant.

Projektleiter Ulrich Hirsch aus Sachsenheim war berührt von dem Weihnachtsgefühl der Bettenspenderin: „Normalerweise freuen sich Menschen, wenn sie Geschenke bekommen. Sie hat alles gegeben und doch sich beschenkt gefühlt.“ Hirsch, ein früherer Geschäftsführer des GAW Württemberg im Ruhestand, hatte bereits 2020 den Transport von mehr als 100 Pflegebetten aus diakonischen Einrichtungen Württembergs für die Diakonie in Slowenien organisiert. In diesem Jahr wird die Zahl der Transporte mit Pflegebetten, aber auch vielen  anderen Einrichtungsgegenständen wie Schränken, Stühlen, Tischen, Rollstühlen und Kleinmöbeln noch übertroffen.

Den Anfang machte ein Lkw mit mehr als fünf Tonnen gut erhaltenem Mobiliar aus dem nicht mehr benutzten Bestand der landeskirchlichen Verwaltung in der Stuttgarter Gänsheide. Diese erreichten Prešov schon im Juli 2021.

Die zweite und die dritte Sendung kamen aus Herrenberg. Von der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal wurde ein Teil der Ausstattung des Wiedenhöfer-Stifts, die durch einen Neubau nicht mehr benötigt wird, gespendet. Ein Teil davon ging an eine Pflegeeinrichtung in Dzięgielów in Polen. Das polnische Diakonat „Eben-Ezer“ betreibt dort neben dem Diakonissenmutterhaus auch das Alten- und Pflegezentrum Emaus. Pfarrer Marek Londzin freute sich sehr über die Spende, die im September in Dzięgielów angekommen ist. Ein zweiter Teil der Möbel wurde im Oktober nach Litauen geschickt, wo der Diakoniepfarrer Mindaugas Kairys sie für das Familienzentrum in Jurbarkas gut gebrauchen konnte.

Die Transporte Nummer vier und fünf im November waren mit Pflegebetten für Prešov beladen.

Die sechste Sendung mit Tischen soll im Dezember wieder in die Slowakei gehen, an eine evangelische Schule in Prešov und an das kirchliche Freizeitzentrum in Liptovský Mikuláš.

Die Finanzierung der Transporte erfolgte durch die Kirchenleitung bzw. durch die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“. Das GAW übernahm die organisatorische Aufgaben, die nicht geringzuschätzen sind. „Das ist genau die Brückenfunktion des GAW: Wir vermitteln zwischen den Spendern und den Empfängern“, sagt Ulrich Hirsch. „Und wir verantworten die Logistik, organisieren Helfer, Gabelstapler etc.“ Unter Leitung von Gerhard Groß und Ulrich Hirsch hatten bei dem ganzen Projekt bis Ende Oktober rund 20 ehrenamtlich Mitarbeitende bereits über 80 Arbeitsstunden geleistet. Die Arbeitsstunden von Ulrich Hirsch selbst sind da gar nicht mitgezählt. Und in seinem Kopf nimmt bereits der nächste Pflegebettentransport Gestalt an. Konkrete Gespräche laufen inzwischen mit der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.

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