Samstag, 31. Dezember 2022

Zwei Stromgeneratoren für die Ukraine

Bischof Nowak bei der Auslieferung
der Generatoren
Wegen der russischen Angriffe auf das Energienetz sind die Menschen in der Ukraine immer wieder mit Stromabschaltungen konfrontiert. Russland will das Land und die Menschen zermürben. Es ist brutal – gerade jetzt im Winter.

Kurz vor dem Jahreswechsel ist es Bischof Leon Nowak von der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien gelungen, zwei Hyundai-Dieselgenerator (10 kW dreiphasige Vollversorgung) nach Uzhgorod in die Ukraine zu bringen. „Beide Generatoren werden  von da aus Anfang des Jahres an die lutherische Paulusgemeinde in Odessa ausgeliefert,“ schreibt Nowak. „Ich bin dafür am 29. Dezember frühmorgens um 2 Uhr nach 17 Stunden Fahrt wieder zu Hause angekommen. Danke für die Spende und das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung dieses Projektes.“ Beide Generatoren haben zusammen ca. 13.000 € gekostet. Das GAW hat die Kosten übernommen.

Pfarrer Alexander Gross aus Odessa erwartet die Generatoren. Er schreibt: „Wir planen, am 10. Januar einen Generator in die Nähe Chersons zu bringen in das Dorf Smeevka zusammen mit humanitärer Hilfe. Die Gemeinde hat ein Kirchengebäude mit Elektroheizung und ein Gemeindehaus. Seit Oktober gibt es dort keinen Strom. Am 30. Dezember wurde gerade hier ein Lagerraum der Gemeinde von einer Rakete zerstört. Völlig sinnlos! In der Region ist es nicht ungefährlich. Der Generator wird gute Dienste leisten. Für die Gemeinde ist das ein Hoffungszeichen!“ Der zweite Generator wird in das Gebiet Charkiw gebracht.
Zerstörter Lagerraum 
in Smeevka

Wir brauchen solche Geschichten der gelebten Solidarität in Europa! Als GAW sind wir dankbar für die erhaltenen Spenden in dem zu Ende gehenden Jahr. Und gerade jetzt im Winter konnten wir evangelischen Gemeinden der reformierten und der lutherischen Kirche über 30 Generatoren übergeben. Sie sind Hilfe, dass die Menschen die Chance haben zu bleiben.

Mehr zur GAW-Winterhilfe für die Ukraine finden Sie hier mit der Möglichkeit zu spenden:

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Diese Geburt in Bethlehem ändert alles! - Weihnachtsgrüße aus der Diaspora

Weihnachtsbaum in der lutherischen
Kirche in Odessa
Mit 50 evangelischen Partnerkirchen weltweit in 40 Ländern sind wir in unserem Glauben verbunden. Wir helfen weltweit, dass evangelischer Glaube hör- und sichtbar bleibt. Immer wieder ist das eine große Herausforderung. In den Tagen vor Weihnachten haben uns zahlreiche Weihnachtgrüße erreicht, die das unterstreichen. In vielen von ihnen klingt die Not mit, die das Jahr 2022 gebracht hat.

Pfarrer Mindaugas Kairys von der lutherischen Kirche in Litauen schreibt: „Diese Weihnachtszeit ist überschattet von vielen Krisen, die nach den Jahren der Pandemie unerwartet das Leben vieler Menschen beschweren und die niemanden gleichgültig lassen können … Wir spüren deutlich, dass die Wirtschaftskrise immer mehr Menschen in Not bringt, aber wir tun, was immer wir können, um zu helfen. Auch die steigenden Energiepreise machen uns in unseren diakonischen Einrichtungen und Gemeindehäusern zu schaffen.“

Pröpstin Olga Termibulatowa aus Samara von der Ev.-Luth. Kirche im Europäischen Russland stimmt dem zu: „Das Jahr 2022 war mit vielen dramatischen Ereignissen gefüllt, die uns gelehrt haben, Gottes Gnade und Barmherzigkeit neu zu schätzen. Frieden ist nicht selbstverständlich, sowie auch ein Dach über dem Kopf und gutes Essen und gutes Einkommen – alles kann in einem Augenblick zerstört sein. Und das Leben auch …“ 

Sie schreibt diese Worte aus dem Russland, das mit seinem brutalen Vernichtungskrieg so viel Leid verursacht hat. 

Der stellvertretende Erzbischof der Ev.-Lutherischen Kirche in Russland Anton Tikomirov hofft, „dass das rettende Licht von Gottes Wahrheit aufscheinen kann in den verhärteten Herzen, die im Finstern sind.“ Die Namen derer mit verhärteten Herzen sind bekannt…

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind auch in Griechenland zu spüren. Der Präsident der evangelischen Diakoniestiftung Perichoresis in Katherini, Paris Papageorgiou, betont das und lenkt den Blick weiter: „Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika ertrinken immer noch im Mittelmeer, um in Europa Zuflucht zu finden. Der Krieg in der Ukraine hat viele weitere Millionen Menschen zur Flucht in den Westen veranlasst, die Europäer selbst sind von der Energiekrise und der hohen Inflation betroffen.“ Er setzt dem den Trotz der Weihnachtsbotschaft entgegen: „Dennoch gibt es Hoffnung, wenn wir bewusst die Geburt des Messias feiern, der der ganzen Menschheit eine gute Nachricht bringt durch die Verheißung seines kommenden Reiches für alle, die an ihn glauben. Liebe und Frieden schenkt er, Liebe und Frieden soll auch sein Volk auf der Erde verbreiten.“

Weihnachtsmotiv
aus Argentinien
Das betont auch Pastorin Sandra Reis, Kirchenpräsidentin der Presbyterianischen Kirche in Portugal: „In Zeiten wie diesen, in denen Menschen im Finstern sind, und viele Menschen in Ländern totaler Dunkelheit leben, brauchen wir den Zuspruch, dass das Licht in der Finsternis aufscheint.“

Denn – so schreibt es der Präsident der National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (NESSL) Joseph Kassab: „Die Geburt, der Tod und die Auferstehung von Jesus haben die Welt für immer verändert. Die christliche Hoffnung auf einen Neuanfang mit Gott ist eine der vielen Segnungen, die die Geburt Christi begleitet haben.“

Gerade von dieser Hoffnung spricht auch Synodalsenior Pavel Pokorný aus der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien: „Hoffnung wurde damals geboren, als es niemand erwartet hat. Hoffnung wurde dort geboren, wo sie niemand gesucht hat. Vielleicht ist jetzt gerade so eine Zeit und so ein Ort …“ 

Denn: „Diese Geburt in Bethlehem ändert alles! Krieg, Hunger, Gewalt, Angst und Verzweiflung, die die ganze Welt und Millionen von Menschen beherrschen, treten zurück. Für einen kurzen Moment werden die ohrenbetäubenden Schreie des Terrors durch das Weinen des in der Krippe geborenen Kindes zum Schweigen gebracht. In den Augen der Welt ist er klein, aber seine Liebe ist so groß, dass sie die ganze Erde erfüllen wird,“ davon ist Kirchenpräsident Leonardo Schindler aus Argentinien überzeugt.

Wir wünschen allen, die sich für die evangelischen Partnerkirchen weltweit einsetzen Gottes Segen für diese Weihnachtszeit! 

Dienstag, 20. Dezember 2022

Ukraine: Die Geschichte hinter einer Weihnachtsbriefmarke

2020 präsentierte die ukrainische Post vier Briefmarken der Reihe „Nationale Minderheiten der Ukraine: Deutsche“. Gestaltet hatte sie der berühmte ukrainische Künstler Mykolaj Kotschubej. Der Tag und der Ort waren wohlgewählt: im Rahmen der Veranstaltungen zum 79. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus der Ukraine vor dem Gebäude der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche St. Katharina in Kiew.

Eine der Briefmarken zeigt ein idyllisches, etwas kitschiges Weihnachtsmotiv: Ein Mann an der Orgel, drei singende Kinder und ein Weihnachtsbaum. Die Geschichte hinter diesem Bild hat aber tragische Bezüge. Der Mann auf der Briefmarke ist unverkennbar Theophil Richter, ein Musiker, Pädagoge und Komponist deutscher Abstammung. Er wurde 1872 in Schytomyr geboren, einer Stadt westlich von Kiew, studierte in Wien Klavier und Komposition. Mitten im Ersten Weltkrieg 1916 zog Theophil Richter nach Odessa, wo er Organist an der lutherischen St.-Pauls-Kirche wurde. Ein Jahr zuvor war in seiner Familie der Sohn Swjatoslaw Richter geboren, der spätere weltberühmte sowjetische Pianist.

In Odessa erlebte die Familie Richter die dramatischen Ereignisse von Revolution und dem Bürgerkrieg. Parallel unterrichtete Theophil Richter Klavier am Odessaer Konservatorium. Die Arbeit in der Kirche musste er aufgeben, nachdem ihm 1925/26 vorgeworfen wurde, dass er als kirchlicher Mitarbeiter ungeeignet sei, sowjetische Jugend zu unterrichten. Anschließend spielte er im Orchester der Oper, wurde aber auch in den 1930er Jahren nicht vom NKWD in Ruhe gelassen.


Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde der inzwischen fast 70-jährige Theophil Richter im August 1941 denunziert, vom NKWD verhaftet, wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen zum Tode verurteilt und am 6. oder 7. Oktober erschossen. Mit ihm starben in dieser Nacht weitere 23 Personen, darunter sechs Deutsche. Swjatoslaw Richter, der damals in Moskau studierte, erfuhr erst Jahre später, was mit seinem Vater geschehen war. In den Jahren 1961/62 wurde Theophil Richter schließlich rehabilitiert. 

Heute erinnert an Theophil Richter ein Denkmal an der St.-Pauls-Kirche, die 2013 eröffnete internationale Theophil-Richter-Schule in Odessa – und die Weihnachtsbriefmarke der Ukraine aus dem Jahr 2020.

Bildquellen:Ukrposhta; Сарапулов - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82714884

Dienstag, 6. Dezember 2022

Hilfe aus dem GAW Pfalz für ukrainische Flüchtlinge in Polen

Logo der Ukrainehilfe der Diakonie Polen

Seit der Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1983/1983 besteht zwischen dem GAW Pfalz und der Bratnia Pomoc, dem Gustav-Adolf-Werk in Polen, eine Partnerschaft, vertraglich bestätigt im Jahr 2015. Friedhelm Hans aus Bad Bergzabern, stellvertretender Vorsitzender des GAW Pfalz, hat kürzlich die dortigen Partner besucht. Er berichtet:

„Seit Ausbruch des Russisch-Ukrainischen Krieges am 24. Februar 2022 nehmen die Gemeinden der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen Flüchtlinge aus der Ukraine auf und leisten alle erdenkliche Hilfe.

GAW Pfalz unterstützt diese Arbeit mit Geldspenden.
Den gut besuchten Gottesdienst am Ersten Advent in Golasowice mit Bischof Marian Niemiec aus Kattowitz/Katowice und Pfarrer Marcin Makula verfolgten per Video und simultaner Übersetzung auch 15 Personen aus der Ukraine in der Sakristei. 

Die ersten Flüchtlinge trafen zwei Tage nach Kriegsbeginn ein. Im Dorf sind insgesamt 57 Flüchtlinge untergebracht, die meisten privat. Einige Familien wohnen im Gemeindehaus. Zwischenzeitlich waren es 30 Personen, inzwischen sind es 15. Zwei Wohnungen wurden den Flüchtlingen von katholischen Christen überlassen, ein gutes Beispiel praktizierter Ökumene. Die Kinder besuchen die regulären Schulen oder Kindergärten. Die Gemeinden weisen jedoch darauf hin, dass viele von ihnen traumatisiert sind. Sie wirken verschüchtert und erschrecken bei jedem lauten Geräusch in Erinnerungen an die Raketeneinschläge in ihrer Heimat.

Sorgen bereiten die hohen Energiekosten. Die Gemeinde erhält keine staatlichen Mittel, mit nur 700 Gemeindegliedern ist die Gemeinde dringend auf Hilfe von außen angewiesen. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist zum Glück groß.“
GAW Pfalz sammelt Spenden zur Finanzierung der Strom- und Heizungskosten der Flüchtlinge: https://www.gaw-pfalz.de/

Mittwoch, 30. November 2022

Evangelische Kirche in Ioannina saniert

"Wir danken dem GAW ganz herzlich für die großzügige Unterstützung bei der Sanierung unserer evangelischen Kirche in Ioannina (Griechenland). Wir haben im Juni 2020 mit den Arbeiten begonnen. Die Kirche ist jetzt fertig. Insbesondere das Dach hatte uns Sorgen gemacht. Es war undicht, und es war nur eine Frage der Zeit, bis das Dach noch schlimmere Schäden davongetragen hätte. Ebenso konnten wir die Kirche isolieren und sparen so Energiekosten. Auch die Beleuchtung wurde verbessert," berichtet Pfarrer Leonidas Kollaros.

Die Gründer der evangelischen Gemeinde in Ioannina waren griechische Flüchtlinge, die in Sizilien Schutz vor der osmanischen Verfolgung gefunden hatten und als evangelische Christen zurückkehrten. 1896 schloss sich die Gemeindegruppe der Griechisch-Evangelischen Kirche an. Der Gemeinde gehören heute etwa 50 Personen an, darunter Familien mit Kindern. Ein Schwerpunkt der Gemeindearbeit ist es, evangelischen Studierenden an der örtlichen Universität für die Zeit ihres Studiums eine geistige Heimat zu bieten. Jede Woche trifft sich eine Studenten- und Jugendgruppe in der Kirche. Die Studierenden bereiten jährlich einen besonderen Gottesdienst vor, zu dem sie auch ihre Studienfreunde einladen. „Da es weit und breit keine andere christliche Kirche gibt, bieten wir sogar Studierenden aus anderen Konfessionen an, in unserer Kirche Andachten zu halten“, berichtet Pfarrer Leonidas Kollaros. „So entstehen lange anhaltende Beziehungen zu Studierenden und ihren Familien.“

18.000 € wurden im Projektkatalog 2018 für die Gemeinde gesammelt. Insgesamt hat die Sanierung 54.000 € gekostet.

Dienstag, 29. November 2022

Sozialzentrum in Portugal kämpft mit hohen Lebensmittelpreisen

Pfarrerin Sandra Reis
Heute erreichte uns ein Hilferuf aus Portugal. Pfarrerin Sandra Reis, Leiterin des Sozialzentrums Cova Gala, schreibt: 

"Wir befinden uns in einer sehr heiklen Situation. Wir verwenden unsere Reparaturfonds, um die täglichen Rechnungen für Benzin und Lebensmittel zu bezahlen. Aber bald wird uns das Geld ausgehen, und die Regierung hilft uns nicht."

Das Sozialzentrum am Stadtrand von Figueira da Foz betreibt einen Kinergarten, eine Sozialkantine für bedürftige Menschen und einen Pflegedienst mit Essen auf Rädern. Es gehört zur Presbyterianischen Kirche in Portugal. 2022 feierte das Zentrum sein 50-jähriges Bestehen.

Auch in Portugal sind die Lebensmittelpreise sehr stark gestiegen. Da die Menschen dort im Schnitt niedrigere Einkommen haben und über weniger Gespartes verfügen als hierzulande, spüren sie die Inflations- und Energiekrise stärker. Pfarrerin Sandra Reis schreibt: 

"Die Preise für Lebensmittel und Energie sind seit Februar um 20 Prozent gestiegen. Für das Sozialzentrum ist das ein wahrer Albtraum. Die Zahl der Menschen, denen wir helfen, ist seit der Pandemie gestiegen, die Unterstützung durch die Regierung hat sich jedoch nicht entsprechend erhöht. Einige soziale Einrichtungen in Portugal werden bald schließen müssen, weil sie die Inflationsrate nicht mehr auffangen können."

Die Köchinnen des Sozialzentrums
Ganz konkret kann das Sozialzentrum momentan das gesetzlich verpflichtende Weihnachtsgeld für die 46 Angestellten nicht auszahlen. "Das ist eine sehr kritische Situation für Familien, denn normalerweise verwenden sie das Geld, um Steuern, Versicherungen, Autoreparaturen usw. zu bezahlen; wenn wir aber dieses Weihnachtsgeld zahlen, können wir keine Lebensmittelrechnungen mehr bezahlen. Das ist eine unmögliche Entscheidung." 

Das GAW wird versuchen, hier zu helfen, damit die wichtige soziale Arbeit in Figueira da Foz weitergehen kann.

Die GAW-Frauenarbeit unterstützt mit ihrem laufenden Jahresprojekt einen neuen Herd und neue Schränke für die Küche des Sozialzentrums: https://www.gustav-adolf-werk.de/frauen.html 

Einen aktuellen Bericht über die Arbeit des Zentrums finden Sie hier: https://www.gustav-adolf-werk.de/files/gaw/ga-blatt-archiv-2/2022/2022-3_portugal.pdf

Ukraine: "Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr!"

Krisztina Badó aus dem Bischofsbüro der Reformierten Kirche in Transkarpatien/Ukraine schrieb uns eine bewegende Mail:

"Seit einer Woche versuche ich, Ihnen eine Mail zu schicken, aber die Stromausfälle
haben es leider unmöglich gemacht ... Es ist uns nun gelungen, einen Generator für das Bischofsbüro zu besorgen. Die Häuser in den Dörfern sind dunkel, kalt und ohne Wasser. Es gibt keine Straßenbeleuchtung. Das sind wir nicht gewohnt. Bei allem sind wir dankbar, dass es in unserer Gegend keine Bombenangriffe gibt. Alle Pastoren sind nach wie vor bei ihren Gemeinden. Auch die meisten Mitarbeiter sind geblieben und tun ihre Arbeit.
 
Das ukrainische Energiesystem hat schwere Schäden erlitten. Kiew und die dortige
Energieversorgung sind durch die Angriffe besonders stark betroffen. Es gibt drastische Notfallbeschränkungen, um einen totalen Stromausfall zu verhindern. Die Regierung stimmt die Bevölkerung auf längere Abschaltungen ein. Die Verantwortlichen setzen alles Mögliche in Bewegung, um die Situation so schnell wie möglich zu stabilisieren, heißt es in einer Stellungnahmen.

Allerdings machen der Krieg, die lückenhafte Energie- und die Lebensmittelversorgung und dazu die alltäglichen Probleme allen Gemeinden und diakonischen Einrichtungen der Reformierten Kirche in Transkarpatien zu schaffen. Die Aufrechterhaltung des Betriebes der Schulen, Kindergärten und der Heime ist gefährdet. Der Gründe sind nicht allein die hohen Lebensmittel- und Energiepreise, sondern auch die zunehmende Abwanderung unserer Gemeindemitglieder.

Wir hoffen, dass bald Frieden einkehrt und diese schreckliche Zeit ein Ende hat. Ich lege Ihnen ein Gebet eines unserer Pastoren bei. Dieses Gebet zeigt unser tägliches Leben und unsere Schwierigkeiten, aber auch unsere Hoffnung.

Bitte betet für uns und besonders betet um Frieden in dieser Adventszeit!"


Gebet
(von Pfarrer Zoltán Laskoti)

Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, und erleuchte uns mit deiner Gnade!

Unsere Kerzen sind verbrannt und verglüht, unsere Batterien sind leer, wir haben keinen Empfang und kein Internet - wir beten, bis die Dunkelheit uns einhüllt. 
Wir erinnern uns an die Zeiten, als das Wasser noch verlässlich aus dem Hahn floss, Licht die Zimmern erhellte und die Heizung funktionierte und wir nicht in ständiger Sorge aufwachten. 

Unser Leben ist voll von Klagen und Spannungen, Herr. Viele von uns sind gestresst. Man sieht es ihnen an. Einige suchen Trost im Alkohol. Viele Männer sind verzweifelt. Ihre Frauen leben in Angst. 
Bleib bei uns in den langen Nächten, Herr, finde die Verlorenen und Verlassenen und führe sie zurück.

Unsere Kinder sitzen in feuchten, dunklen Kellern während der Luftangriffe. In unseren Kirchen zünden wir Kerzen an und wärmen unsere Hände an ihren Flammen. Wenn wir singen, haben viele feuchte Augen. Unsere Augen und Seelen sind müde von den Strapazen. Wir hören oft leichtgläubig den düsteren Nachrichten zu. Wir haben Angst vor dem Winter und der Kälte. 
Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, denn der Winter kommt!

Wir warten auf dich, Herr, wie die Wächter auf den Morgen warten, wie die, die im Dunkeln sitzen, auf die ersten Lichtstrahlen. Wir warten darauf, dass du sprichst, dass du handelst, dass du uns leitest.

Wir hoffen auf deine Verheißungen und dass sie nichts von ihrer Kraft verlieren. Wir vertrauen auf Dich.

Wir danken dir für die Familien, die zusammengeführt werden, Herr, gib, dass diese Not die Menschen einander näher bringt und nicht auseinander!

Danke, dass unsere Zeit in deinen Händen liegt und nichts - weder Mächtige noch Gewalten - uns trennen kann von dir. Auf dich vertrauen wir, denn du schenkst uns Gnade und Erlösung.

Bleib bei uns durch die langen Nächte, Herr, und die Nacht wird enden, sie wird sicher enden. Amen