Mittwoch, 12. Januar 2022

Dank aus Stepanakert / Berg-Karabach für die Kirchenausstattung

Kirchenmobiliar für Stepanakert
"Nach dem Krieg hat die Evangelische Kirche Armeniens mit Hilfe und finanzieller Unterstützung des GAW in mehreren Schritten nicht nur die Renovierung des Kirchengebäudes in Stepanakert (Berg-Karabach/Artsakh) erfolgreich abgeschlossen, sondern auch alle notwendigen Einrichtungsgegenstände einschließlich der Kirchenmöbel bereitgestellt. Die Fertigstellung dauerte fast 4 Monate. Am 28. Dezember 2021 feierten wir dann in Stepanakert in Artsakh einen Gottesdienst zum Jahresende mit all den neuen Kirchenmöbeln. Es war ein sehr symbolträchtiger Gottesdienst. Mit dem Gottesdienst wird die Gemeinde ermutigt, dass Gott trotz aller Ungewissheit und der Nachkriegssituation treu ist und wir in diesen Tagen nur durch den Glauben standhaft bleiben können. Wir haben gemeinsam das Heilige Abendmahl gefeiert und für Frieden und Stabilität in der Region gebetet," schreibt Pfarrer Hovhannes
Hovsepyan von der Evangelischen Kirche Armeniens.

Der Krieg um Bergkarabach 2020 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Streitkräften Armeniens und denen der Republik Arzach auf der einen Seite und den Streitkräften Aserbaidschans auf der anderen Seite, die im Juli 2020 begann und vier Monate später mit einem Sieg Aserbaidschans endete. Sie ist Teil des Konflikts um die Region Bergkarabach, wo sich 1991 die Republik Artsakh für unabhängig erklärte und einen Krieg gegen Aserbaidschan 1994 mit armenischer Unterstützung gewann, international jedoch nicht anerkannt wurde. In dem Krieg wurde auch die Evangelische Kirche in Stepanakert stark beschädigt. Das Kirchenmobiliar wurde ebenso zerstört.

Derzeit ist die politische Lage in Armenien angespannt. Ca. 100.000 Menschen aus Bergkarabach sind geflohen. Sie fanden Unterkunft in Häusern der Regierung, in Hotels und privat bei Freunden und Verwandten. Dem relativ schnellen Handeln der Regierung und der enormen Solidarität unter den Armeniern ist es zu verdanken, dass sich die sozialen Folgen derzeit noch in Grenzen halten. Corona macht die Lage nicht einfacher. Und immer wieder gibt es ein Aufflammen von Gefechten. Wie es mit den Armeniern in Artsakh weitergehen wird ist ebenso unsicher und hängt von Verhandlungen und der Haltung und dem Engagements Russlands ab.

Keine Kommentare: