Mittwoch, 30. März 2022

Ukraine: "Wir feiern Gottesdienste und arbeiten diakonisch"

Bischof Pawlo Schwarz ist wieder gut in seiner Gemeinde in Charkiw angekommen - auch wenn das Gebiet um die Stadt eines der stark umkämpften Gebiete in der Ukraine ist. Die Kirche ist trotz des fortwährendenen Beschusses der Stadt durch die russische Armee heil – und wird es hoffentlich bleiben. Schwarz hat mit dem vom GAW und MLB geförderten Minibus Hilfsgüter mitgebracht, die jetzt verteilt wurden. Sein Plan ist, eine Woche zu bleiben und auch Gottesdienste zu feiern. Und gleich, unter seinem entsprechenden Posting in sozialen Medien, wird die Frage gestellt: Wann? Die Antwort von Pawlo Schwarz lautet: „Am Sonntag – so wir leben – zur üblichen Zeit.“

Man merkt an verschiedenen Orten, dass sich die russischen Truppen verlagern. Auf der einen Seite gibt es dadurch Entlastung, an anderen Stellen mehren sich die Kämpfe wie im Donbassgebiet. Pfarrer Alexander Gross aus Odessa sagt: „Wir hoffen sehr, dass wir bald in das Gebiet um Cherson fahren können. Noch sind die russischen Truppen da. Telefonverbindung gibt es derzeit nicht, aber das Internet funktioniert noch einigermaßen. Anders sieht es im Gebiet um Sumy aus. Es gibt faktisch keine Verbindung mehr, da dort das ukrainische Netz durch das russische ersetzt wird. Wie es dort weitergehen wird - wir wissen es nicht“, sagt Gross. „In den schwer umkämpften Gebieten ist es unmöglich humanitäre Hilfe zu leisten. Die russische Armee lässt das nicht zu. Sie zerstören nur. Und das ist sehr schlimm. Sie spüren, dass sie die Ukraine nicht einfach für sich einnehmen können."

Aus Odessa berichtet er, dass die Lage ruhig sei und hoffentlich so bleibt. Es gäbe hin und wieder Luftalarm aus Sicherheitsgründen. „Wir feiern regelmäßig unsere Gottesdienste und arbeiten diakonisch. Für die Hilfe
dafür, die wir bekommen, danken wir“, sagt Gross. "Das Leben hat uns vor schwierige Aufgaben gestellt. Unter der Bedrohung der bevorstehenden Okkupation haben wir all unsere Zeit in die soziale Arbeit investiert. Wir haben enorme Unterstützung von unseren Partnern und Freunden verspürt. Die Zusammenarbeit hat uns in dieser Zeit Kraft und Inspiration gegeben."

Montag, 28. März 2022

Tschechien: Der Krieg in der Ukraine erinnert uns an die sowjetische Okkupation

Pfarrer Mikuláš Vymětal (2. v.l.) 
Aus Tschechien schreibt Pfarrer Mikuláš Vymětal (Minderheitenpfarrer der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder) zu den aktuellen Herausforderungen in der tschechischen Gesellschaft angesichts der Flüchtlinge aus der Ukraine:

"Zur Zeit ist das Haupthema in unserer Gesellschaft wie auch in der Kirche der Krieg in der Ukraine. Die militärische Aggression Russlands hat Menschen auf der ganzen Welt tief erschüttert. In der tschechischen Gesellschaft ist die Erinnerung an die sowjetische Okkupation bis 1991, besonders an das Jahr 1968, noch sehr lebendig. Der russische Staat als die Nachfolgerin der Sowjetunion hat sich für die Okkupation nie entschuldigt.

Das Leiden des Krieges weckt in der tschechischen Gesellschaft eine große Welle der Solidarität. Mit dem Stand von 20. März 2022 gab es in der Tschechischen Republik ungefähr 270 000 Flüchtlinge aus Ukraine, meistens Frauen mit Kindern. Die Atmosphäre in der Gesellschaft erinnert an die in Deutschland im Jahr 2015. Einige Menschen bezweifeln, ob diese Solidarität lange andauern wird. Andere helfen einfach, anstatt sich mit Zweifeln aufzuhalten. In vielen Pfarrhäusern und auch in Familien wohnen jetzt Flüchtlinge. Einige kommen auch in unsere Gottesdienste. 

Zugleich ändert sich die Beziehung der Tschechen zu den Ukrainern. Bisher wurden die Ukrainer vor allem als Gastarbeiter wahrgenommen und oft übersehen. Jetzt sind sie ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft geworden, die dank ihnen auch vielfältiger wird. Wir wissen nicht, wie sich die Lage in der Ukraine und mit den Flüchtlingen in unserem Land weiter entwickeln wird. Wir beten für den gerechten Frieden. Ich glaube aber, dass wir als Kirchen auch in dieser Situation noch viel Gutes tun können – und dass uns das stärken wird."

Freitag, 25. März 2022

Westukraine: Unterkünfte sind überfüllt, Sorgen wachsen

Team des ungarischen reformierten Hilfswerks
vor dem Diakoniezentrum in Berehowe
Transkarpatien in der Westukraine kämpfte schon immer mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Mit dem Krieg ist das Gebiet direkt an der ungarischen Grenze - wo vor dem Krieg noch rund 65.000 Mitglieder der ungarischsprachigen Reformierten Kirche Transkarpatiens lebten - zu einer Durchgangsregion geworden.

Vor direkten Angriffen ist Transkarpatien bisher verschont geblieben. Es gab zwar schon Fliegeralarm, aber ansonsten blieb es ruhig. "Es geht uns noch ganz gut hier, aber wir machen uns große Sorgen!", schreibt Kristina aus dem Bischofsbüro der Reformierten Kirche. "Die Männer werden zu den Waffen gerufen. Kein einziger Mann ist mehr sicher. Sie fehlen uns, um die Äcker zu bestellen und die Saat auszubringen. Das wird später Folgen für uns alle haben. Es ist schrecklich." Und Kristina erzählt, dass die Mitglieder der kleinen ungarischsprachigen Minderheit in der Ukraine sich fragen: "Sollen wir gehen oder bleiben?"

Inzwischen gibt es minestens 200 000 Flüchtlinge in Transkarpatien. Nicht alle wollen weiter. Unterkünfte sind nicht mehr vorhanden. "Es sind immer mehr Menschen, die von uns Hilfe, Unterstützung und Begleitung brauchen. Wir versuchen, unser Bestes zu tun. Schlimm ist es für junge Mütter mit ihren Babys und den kleinen Kindern, die ohne ihre Ehemänner oder Brüder geflohen sind. Der Gedanke, dass sie sich vielleicht nicht wiedersehen, ist schrecklich", so Kristina.

In Transkarpatien ankommende Flüchtlinge
 Eine wichtige Rolle bei der Hilfe für Flüchtlinge spielt die Diakonie der Reformierten Kirche.
"Wir versuchen jedem bedürftigen Menschen beizustehen. Momentan wir haben ein einziges Ziel: am Leben zu bleiben", schreibt Kristina. "Der Bürgermeister der Stadt Beregszász / Berehowe hat uns nun gebeten, in der Bäckerei der Diakonie Brot zu backen für Flüchtlinge, Soldaten und andere offizielle Mitarbeitende. Unsere reformierten Schulen und Wohnheime dienen als Unterkünfte für Flüchtlinge. Direkt in unserem Diakoniezentrum wohnen in den zehn Zimmern Mütter und Kinder sowie alte Menschen. Fast alle Diensträume unseres Zentrums sind jetzt
belegt, insgesamt mit ca. 100 Personen. Um das alles aufrecht zu erhalten, Stromrechnungen für das Altersheim, das Mutter-Kind-Zentrum und die Bäckerei zu bezahlen, brauchen wir Hilfe!"

10.000 Euro stellt das GAW der Reformierten Kirche und dem Diakoniezentrum in Transkarpatien zur Verfügung, damit sie ihre Hilfen aufrechterhalten können.

"Wir danken für Eure Unterstützung!", endet Kristina.

Donnerstag, 24. März 2022

Unterricht für ukrainische Flüchtlingskinder in Michelsberg/Rumänien

Betreuung ukrainische Flüchtlingskinder in
Michelsberg/Rumänien
"Im kleinen Orten Michelsberg (rum: Cisnădioara) und Heltau (Cisnădie) nahe bei Hermannstadt (Sibiu) sind Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine angekommen. Diese - anders als die Mehrheit der Geflüchteten - haben vor bis Kriegsende zu bleiben. Teils kamen sie mit eigenen Autos, teils wurden sie in Privatinitiativen von der Grenze abgeholt und ins Dorf gebracht. 

Sie wurden im evangelischen Erholungsheim „Elim“ sowie bei Familien des Dorfes untergebracht. Aber, da sie bis Ende des Krieges bleiben wollen, reichen Essen und Schlafen nicht aus. 

Familie Tobler (Prof. Tobler lehrt an der Universität Hermannstadt ev. Theologie) hat im Rahmen der evangelischen Kirchengemeinde ein Unterrichtsprojekt für Kinder der Flüchtlingsfamilien gestartet. Zwei Räume sind im haus "Elim" vorbereitet worden. Eine Englischlehrerin und eine Kindergärtnerin, beide auch Flüchtlinge, wurden gefunden und mit in das Dorf gebracht. Der Unterricht hat inzwischen begonnen für 20 Kindern in zwei Altersgruppen von 3-6 und  von 7-11. Lehrbücher wurden über den Verband der Ukrainer in Rumänien besorgt. Der Unterricht und die Betreuung finden vorläufig nur nachmittags zwischen 14:00 bis 18:00 Uhr statt, denn vormittags sind die Kinder meist noch online zu ihren Schulen in der Ukraine zugeschaltet. Es zeichnet sich ab, dass der Zustrom der Flüchtlinge aus der Ukraine noch weiter ansteigt. Dafür hält die Kirchengemeinde in der alten Dorfschule weitere Räumlichkeiten bereit, die genutzt werden können. Die Dorfgemeinschaft ist froh, für diese Kindern und deren Eltern ein Stück Normalität geschaffen zu haben. 

Dank dem Gustav Adolf-Werk, welches unbürokratisch eine erste Hilfe von 1.500 € für den Unterricht zur Verfügung gestellt hat," schreibt Dr. Stefan Cosoraba aus der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.

Derzeit ist die Kirche dabei, einen Minibus voll mit Hilfsgütern zu beschaffen, um ihn dann nach Odessa zu bringen für den Dienst von Pastor Alexander Gross in den vier lutherischen Gemeinden um Odessa herum.

Dienstag, 22. März 2022

Ein bunter Nachmittag in der Slowakei inmitten soviel Leids...

Am 20. März wurde durch die Diakonie der Evangelischen Kirche A.B. in der Ostslowakei im Bischofsamt ein Nachmittag organisiert, um gemeinsam Zeit in dieser schweren Zeit zu verbringen und um sich abzulenken von den Folgen des Krieges. 

Die Menschen wissen nicht, wann und wie sie wieder in ihre Heimat können. Wird das überhaupt möglich sein? Wie schwer ist es, sich das vorzustellen und das auszuhalten. Umso wichtiger ist es, für die Menschen da zu sein und ihnen zu helfen.

Kinder wurden durch die Diakonie schon in Kindergärten vermittelt. In einem ev. Kindergarten wurde eine zusätzliche Gruppe für die Flüchtlingskinder aufgemacht. Auch hilft die Diakonie bei der Vermittlung von Arbeitsstellen. Es ist so viel zu tun... - um Not zu lindern!

In Presov in der Ostslowakei sind Tausende von Frauen mit Kindern aus der Ukraine untergebracht. Im Bischofsamt wurde am 20. März für Kindern ein schönes Programm vorbereitet. Dazu gab es mehrere Beiträge von Künstlern aus der Ukraine und der Slowakei. Mehr als 200 Menschen haben teilgenommen.

"Dieses Treffen war wichtig, damit sich die Menschen treffen, Kontakt halten und sich austauschen," sagt Samuel Misko, Direktor des Bischofsamtes und der Direktor des Diakoniehauses Elim.

Das GAW hat dieses Treffen möglich gemacht. Des Weiteren wurden für die Unterstützung von 4.000€ Lebensmittel und Hygienartikel gekauft. Zudem wurden Transportkosten mit dem Geld finanziert.

Es war keine Frage: Wir helfen in Kronstadt!

Pfarrerin Adriana Florea und
Diakonin Christiane Lorenz
Inzwischen sind über 500 000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Rumänien angekommen. Mehr als 80 000 werden wohl bleiben.

"Es war überhaupt keine Frage, ob die evangelische Honterusgemeinde in Kronstadt/Braşov bei der großen Not der Flüchtlinge aus der Ukraine hilft", schreibt Stadtpfarrer Christian Plajer. "Schnelle und unkomplizierte Hilfe wollten wir leisten!"

Und Plajer beschreibt, dass
die Flüchtlingshilfe mit dem zentralen Auffanglager in Kronstadt und anderen NGO´s organisiert wird. In zwei Wohnungen der Gemeinde konnten sechs Flüchtlinge untergebracht werden, die jetzt von den Mitarbeitenden der Gemeinde betreut werden. Die Wohnungen wurden soweit hergerichtet, dass die beiden Familien sich selbst versorgen können. Mit Hilfen von Kollekten und Spenden wurden die ersten Ausgaben der Gemeinde bezahlt. Die gute Begleitung der beiden Familien hat geholfen, dass sie sich schnell stabilisieren konnten, um ihr Leben neu zu ordnen.

"Relativ schnell war abzusehen, dass es insgesamt längerfristige Hilfe braucht", so Plajer. "So hat sich unsere Gemeinde einem Netzwerk innerhalb der Landeskirche angeschlossen und die Diakoniebeauftragte Christiane Lorenz wurde als eine von zwei Koordinatoren landesweit eingesetzt. Für diese Aufgabe stellt die Gemeinde sie teilweise frei. In Planung und Durchführung ist des Weiteren die Mitorganisation eines Hilfskonvois aus sieben Kleinbussen aus Deutschland nach Rumänien. Auf der Rückfahrt sollen ausreisewillige Geflüchtete mitgenommen werden nach Deutschland."

Das GAW hat die Arbeit der lutherischen Gemeinde in Kronstadt zunächst mit 2000 Euro unterstützt. 


"Wir bedanken uns im Namen der Geflüchteten für diese Hilfe, die uns hilft zu helfen!", so Plajer.


Das GAW wird bei Bedarf die Arbeit in Kronstadt weiter unterstützen.




Auch in Litauen steigt die Zahl ukrainischer Flüchtlinge

An die 25 000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine wurden bereits in Litauen registriert - darunter mehr als 10 300 Minderjährige. Das teilte die litauische Regierung vor wenigen Tagen mit.

Es wird damit gerechnet, dass die Zahlen weiter ansteigen werden, denn UNHCR spricht derzeit von 3,3 Millionen Menschen, die aus der Ukraine bis jetzt geflohen sind. 6,5 Millionen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. 13 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe.

Die Diakonie der Lutherischen Kirche in Litauen beteiligt sich an der Aufnahme und Versorgung der Geflüchteten. In Vilnius (8) , Kretinga (6) und
Pegégiai (10) wurden sie in den Kirchengemeinden untergebracht. Im Familienzentrum in Smalininkai, das mit erheblichen Mitteln des GAW aufgebaut wurde, werden 23 Personen untergebracht. Es sind hauptsächlich Frauen mit Kindern, aber auch ältere Menschen, die aus dem Kriegsgebiet in Litauen ankommen. Da das Familienzentrum barrierefrei ist, werden insbesondere Menschen mit Handicap aufgenommen. Die Geflüchteten werden mit Lebensmittel und Kleidung versorgt. Die Flucht war für viele überstürzt, so dass sie kaum etwas mitnehmen konnten und auf jegliche Hilfe nun angewiesen sind.

Die Kinder und Jugendlichen wurden inzwischen im Kindergarten und in der Schule registriert.

In Litauen ist die Spendenbereitschaft groß. Auch staatliche Unterstützung gibt es etwas. Das reicht jedoch für die kleine lutherische Kirche nicht, um den Geflüchteten gerecht zu werden. Deshalb hat das GAW die Flüchtlingsarbeit der Diakonie Litauen zunächst mit 3 000 Euro unterstützt.

Montag, 21. März 2022

Armenische Flüchtlinge aus der Ukraine werden in Varna in Bulgarien versorgt

Pfarrer Nerses Ketikyan koordiniert
die Flüchtlingshilfe
In Bulgarien sind die Armenier die fünftgrößte Minderheit. Wie viele tatsächlich in Bulgarien leben - da gehen die Schätzungen auseinander. Sie schwanken zwischen 10 bis 80.000. Armenier kamen im 5. Jahrhundert auf den Balkan in der byzantinischen Zeit und haben in der Geschichte Bulgariens immer wieder eine wichtige Rolle gespielt. Varna an der Schwarzmeerküste ist eines der Zentren der armenischen Gemeinden in Bulgarien. So verwundert es nicht, dass es auch eine kleine armenische evangelische Gemeindegruppe in Varna gibt. Sie ist Teil der Methodistischen Kirche Bulgariens - Partnerkirche des GAW - und trifft sich in deren Kirche zu ihren Gottesdiensten.

Armenische Flüchtlinge in der Method. Kirche
Die armenische Gemeinde Gruppe ist mit ca. 15 Personen klein. Und doch fällt sie gerade derzeit in der Methodistischen Kirche auf, denn sie hat 54 Armenier aus der Ukraine aufgenommen. Sie stammen aus Kiew und sind mit eigenen Autos gekommen. Unter ihnen befinden sich 3 ältere Frauen, 14 Kinder und eine schwangere Frau. Derzeit sind sie erst einmal in einer Ferienunterkunft untergekommen. Die armenische-ev. Gemeinde hilft in Zusammenarbeit mit den Behörden, die Geflüchteten zu versorgen. 

Ärztliche Versorgung in der Kirche
"Unsere vorrangige Aufgabe besteht darin, sie mit warmen Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, Hygieneartikeln usw. zu versorgen," sagt der Pfarrer Nerses Ketikyan. "Gleichzeitig helfen wir Familien aus der Ukraine, die über unsere Stadt Varna nach Armenien reisen. Sie halten hier für eine oder zwei Nächte an, essen, ruhen sich aus und setzen ihre Reise fort. Bei Bedarf helfen wir ihnen bei der Finanzierung ihrer Ausgaben wie Kraftstoff, Visa, Versicherungen und Lebensmittel. Diejenigen, die bei uns untergebracht sind, werden eine Zeit lang in Bulgarien bleiben, bis klar ist, was mit ihnen geschieht. Sie wollen zurück in ihre Häuser, aber man weiß ja nie. Ich stehe in ständigem Kontakt mit unseren Freunden aus der Ukraine, Moldawien, der Tschechischen Republik und Polen, um zu erfahren, ob weitere armenische Familien zu uns geschickt werden sollen."

Lebensmittel für die Flüchtlinge
"Die Methodistische Kirche schätzt und unterstützt die Arbeit mit den armenischen Flüchtlingen aus der Ukraine. Jede Unterstützung entlastet und ist wichtig. Wir versuchen, alles Verfügbare zu mobilisieren, denn der Bedarf ist groß, und die Menschen werden jeden Tag mehr," schreibt der noch amtierende Superintendent Daniel Topalski aus Varna. 

Das GAW hat die Methodistische Kirche schon mit 3.000€ unterstützt. Mit weiteren 3.000€ wird die Arbeit mit den armenischen Flüchtlingen der Methodistischen Kirche Bulgariens unterstützt.


Sonntag, 20. März 2022

ES IST GENUG! - ZDF-Gottesdienst mit Erzbischof Brauer

Wir brauchen Hoffnung in Zeiten großer Hoffnungslosigkeit. Was gibt Kraft in schwierigen Wegstrecken? Und das alles vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges. Die Bilder von zerstörten Städten wie Mariupol und die Schicksale der Millionen Flüchtlingen gehen an die Substanz. 

Erzbischof Dietrich Brauer
Im ZDF-Gottesdienst am Sonntag Okuli aus Eltville war Erzbischof Dietrich Brauer aus Moskau dabei. Er liest den Psalm: "Höre mein Gebet - verbirg dein Antlitz nicht vor mir!" Das liest er in seiner schweren Zeit. Was wird aus der Kirche in einem immer autoritäreren System? Wie kann sie Kirche bleiben?

Und dann sagt er im Gottesdienst: "Wir kennen uns in den verschiedenen Kirchen in Russland, der Ukraine, Belarus, Georgien, Kasachstan und Kirgistan gut. Wir haben zusammen studiert. Mit dem Krieg wird unsere Kirchengemeinschaft zu einer Gebetsgemeinschaft. Wir tun das mit Menschen vor Augen, die wir kennen. Wir beten und denken an die höllische Situation in der Ukraine, an weinende Kinder in Charkiw, an Neugeborene in Luftschutzbunkern in Kiew und an die herumliegende Leichen getöteter Soldaten und Zivilisten. Wir beten, dass Gott allen und uns Kraft schenkt." Und Brauer schließt: "Dankbar bin ich für Worte eines ukrainischen Pastors. Er sagt: Wir beten darum, dass nicht Hass uns bestimmt, sondern der Friede Gottes."

EKD Ratsvorsitzende Dr. Anette Kurschus
In ihrer Predigt nach 1. Könige 19 bezieht sich die EKD-Ratsvorsitzende Anette Kurschus auf die Worte des Propheten Elia: "Es ist genug, sagen Menschen auf der ganzen Welt angesichts des Krieges. Es ist genug sagen Geflüchtete, die alles hinter sich gelassen haben. Es ist genug - ob das auch immer mehr Menschen in Russland sagen? Es ist genug - das ist heute mein Evangelium. In diesem Satz steckt ein Funke Hoffnung. Es darf nicht mehr so weiter gehen. Es wird einen Neuanfang geben. Es bleibt nicht so. Es ist genug. Als Elia am Ende ist, da kommt ein Engel zu ihm. Er kommt behutsam und beharrlich, sanft und voller Kraft. Elia soll leben. Jetzt erst recht. Er soll neu leben ohne Machtfantasien und Eifer. Ohne Hass. Neu anfangen soll Elia. - Es ist genug...- wie gerne würde ich diese Worte aus dem Mund Putins hören. Putin ist aber kein Prophet. Aber ich wünschte mir, dass er endlich sieht und sagt: Es ist genug! Genug des Mordens und Tötens! Es ist doch längst viel zu viel. Und wahrscheinlich wird es lange dauern, bis es neu wird. Jetzt geht es auf der langen Wegtstrecke um mehr als einen Engel, um den Weg weitergehen zu können, um neue Kraft zu bekommen - letztlich um Frieden zu stiften."

Der Glaube verbindet uns weltweit. Das stärkt - so leitet Erzbischof Brauer nach der Predigt das Glaubensbekenntnis ein. Es liegt eine Kraft in diesem gemeinsamen Bekenntnis. Das gibt Kraft für den langen Weg, Menschen zu trösten, zu helfen, zu begleiten, Geflüchtete aufzunehmen. Alles zu tun, damit Frieden immer weiter wächst.

Und Brauer betet dann im Fürbittgebet: "Wir beten für die Menschen in der Ukraine, Russland und Belarus. Erlöse und vor der Macht des Bösen. Ermutige unsere Pastor:innen deine Wahrheit zu bezeugen. Gib Kraft, dieses finstere Tal zu durchstehen."

Ein bewegender Gottesdienst! 

Als GAW werden wir dranbleiben, begleiten, helfen wo es geht. Und hoffen und beten, dass es endlich genug ist. Für jetzt und die lange vor uns liegende Wegstrecke brauchen wir Eure Mithilfe: 

Freitag, 18. März 2022

Wie die DELKU ihren Gemeindegliedern in der Ukraine hilft


Route der Evakuierungsfahrten
Pavlo Schwarz hilft seiner Gemeinde in Charkiw tatkräftig in dieser Zeit der Not. Mit einem Kleinbus fährt er Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt und evakuiert Menschen in den Westen der Ukraine. Auf der Webseite der DELKU berichtet er darüber:

Die Städte Luzk, Iwano-Frankiwsk und Riwne, die in einem relativ sicheren Teil des Landes liegen, wurden nach Beginn des Krieges zu Zentren unserer humanitären Hilfe. Von dort starten die Hilfs- und Evakuierungsfahrten nach Charkiw. Obwohl Charkiw erfolgreich Widerstand leistet, wird das Leben dort immer schwieriger. Die ehrenamtliche Gemeindehelferin Tetyana Hlibova verteilt die Hilfsgüter, die wir in die Stadt bringen, und der Arzt Serhiy Kalugin berät in medizinischen Fragen und verteilt Medikamente.

Aufgrund der vielen Kontrollpunkte westlich von Charkiw dauert die Fahrt von dort aus viel länger als gewöhnlich. Dadurch sind unsere Gemeinden in Poltawa und Krementschug zu wichtigen Durchgangsstationen auf dem Weg in die Westukraine und nach Europa geworden. Flüchtlinge aus Charkiw bleiben über Nacht. Sie können sich dort ausruhen und etwas essen, bevor sie ihre anstrengende Reise fortsetzen. 

Tetyana Hlibova

Aber die Ressourcen unserer Kirche würden nicht ausreichen, um den Menschen wirklich umfassend zu helfen. Und so ist diese Krise zu einer Gelegenheit für unsere kleine Kirche geworden, die Zusammenarbeit nicht nur mit unseren Freunden und Partnern in den USA und Europa, sondern auch mit Partnern in der Ukraine zu stärken und zu vertiefen. Unsere brüderlichen reformierten Gemeinden in Riwne, Iwano-Frankiwsk und im Dorf Pidhaychyky in der Region Iwano-Frankiwsk haben trotz ihrer bescheidenen Mittel zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.


 

Geflüchtete im Zentrum "Nazareth" in Iwano-Frankiwsk
Pastor Serhiy Terentyev aus Riwne organisiert Selbsthilfegruppen für die Menschen nach ihrer traumatisierenden Flucht. In Charkiw selbst arbeitet die DELKU aktiv mit lokalen Baptistengemeinden und ihren Pastoren zusammen. Ein Teil der humanitären Hilfe wurde dem baptistischen Pfarrer Vyacheslav Bondar übergeben, um die in der Stadt verbliebenen Einwohner von Charkiw zu unterstützen. Der Krieg hat Hunderttausende Menschen in der Ukraine auf tragische Weise getroffen. Aber inmitten dieses Schreckens gibt es Gelegenheiten, uneigennützig Gutes zu tun und den Menschen die Möglichkeit zu geben, eine Berührung von Gottes Liebe zu spüren. Und wir sind dem Herrn unendlich dankbar, dass er uns gerettet und uns die Möglichkeit gegeben hat, den Leidenden zu dienen und Hoffnung zu geben.



Friedensgebet mit evangelischen Bischöfen aus Russland und der Ukraine

Dietrich Brauer, Moskau
An einer Friedensandacht für die Ukraine im Berliner Dom am Freitag den 18. März wirkten Annette Kurschus, EKD-Ratsvorsitzende, Dietrich Brauer, Erzbischof der Ev.-Luth. Kirche in Russland, Pavlo Shvarts, Bischof der Dt. Ev.-Luth. Kirche in der Ukraine, Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der ACK in Deutschland und Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber mit.

In eindringlichen Worten beschrieb Erzbischof Brauer, der seine Heimat wegen des zunehmenden politischen Drucks vor zwei Wochen verlassen musste, den Krieg:

„Diese Passionszeit hat uns eine ganz neue, erschreckende, bittere Prüfung gebracht. Auf eine schockierende Weise erfahren wir, was es heißt, ohnmächtig und hilflos vor dem Bösen zu stehen. Am 24. Februar sind wir in einer neuen Realität erwacht, einer Realität voller Dunkelheit und Angst. Vor unseren Augen stehen Krieg, Weinen und Tod. Weinende Kinder, fliehende Menschen, zerstörte Häuser und herumliegende Leichen. Es ist eine Macht, der wir allein kaum widerstehen können, die uns sprachlos macht. Wir sind aber nicht allein. Wir haben einander. Wir können zusammen beten, um Frieden bitten, die Dinge beim Namen nennen, die Wahrheit bezeugen und anderen die Augen öffnen.

Pavlo Schwarz, Charkiw
Und wir haben den Gott, der weder fern noch gleichgültig ist. Er ist da. Er ist mit den Opfern dieses Kriegs. Er ist bei den leidenden Menschen. Er ist da in der Hölle des Krieges. Er weint mit, er geht mit durch das finstere Tal. Christus ist am Kreuz hier in unserer Mitte, um uns immer neu zu vergewissern, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dass uns die Angst nicht für immer stumm macht. Er verheißt uns das Leben, das über alle Mächte des Bösen siegt. Er führt uns zum frischen Wasser der Befreiung und seines Friedens.“

Pavlo Schwarz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU), dankte allen, die dafür eintreten, diesen Krieg zu beenden, die die Menschen in der Ukraine jetzt unterstützen und sie mit offenen Armen empfangen. "Wir sind zu einem gerechten Frieden berufen - bei dem die Opfer gehört und die Täter beim Namen genannt werden. Nur so kann es zu einer echten Versöhnung kommen. Wir setzen unsere Hoffnung auf Gott und bitten ihn darum, dass wir Friedensstifter sein und uns irgendwann versöhnen können. Wir beten dafür, dass wir Christen sein können nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten.“


Donnerstag, 17. März 2022

Auf der Flucht: Leben kann man nicht zurücklassen

Es sind Bilder wie aus dem Zweiten Weltkrieg. Frauen und Kinder, Alte – und selten auch Männer – auf der Flucht. Mittendrin und rundherum beherzte Helfer, die sich bemühen, das Leid mindestens ein wenig zu mildern. Aber wer kann das schon? Fast 400 000 Schutzsuchende haben seit Anfang des Krieges die rumänische Grenze überquert. Stefan Cosoroabă erzählt, wie die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien ihnen hilft.

„Viele kommen mit ihrem Haustier im Arm“, berichtet Christiane Lorenz, Diakoniebeauftragte der Honterusgemeinde in Kronstadt. „Sie nehmen lieber ihre Katze mit als die nötigsten Kleider. Ich verstehe das völlig. Leben kann man nicht zurücklassen.“
Es sind Schicksale, die uns begegnen, und nicht nur statistische Daten. Es ist eine Mutter mit drei Kindern, die ihren Mann zurücklassen musste und sich an der Hoffnung festklammert, dass eine Kindheitsfreundin ihr in Prag helfen wird, es ist die Großmutter, die schon den Weltkrieg miterlebt hat, und nur noch stumm den Kopf schütteln kann. Es ist das ältere Ehepaar, das keinen Mut hat mit der sowjetischen Klapperkiste weiterzureisen, weil die grüne Versicherungskarte fehlt ...

Und auf der anderen Seite ist es eine Zivilgesellschaft, die mit großer Empathie (und immer wieder auch mit Pannen) versucht, den Herausforderungen gerecht zu werden. Niemand konnte es vorhersehen, und trotzdem wurden in einem der wirtschaftlichen Schlusslichter der Europäischen Union ungeheure Ressourcen freigesetzt.

Mittendrin, die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, die wegen ihrer drastisch gesunkenen Mitgliederzahl von so manchem schon seit Jahren abgeschrieben wurde. Aber siehe, sie lebt, und hat aus den Gemeinden heraus, in Werken und zusammen mit Freunden sofort und ohne Zögern die Aufgaben angenommen, die Gott ihr vor die Füße gelegt hat. Übernachtungen in Hermannstadt, Neppendorf, Kronstadt, Wolkendorf, Michelsberg, Pruden, Seligstadt werden zur Verfügung gestellt, im Lukas-Spital von Lasseln werden Traumatisierte aufgenommen. Menschen werden von der Grenze abgeholt, Hilfstransporte an die Grenze und über die Grenze gefahren. Spontane Lerngelegenheiten für ukrainische Kinder werden in Kronstadt, Mediasch, Hermannstadt und Michelsberg organisiert.

Menschen, die weiterreisen wollen, werden zu Zügen gebracht. Freiwillige bringen Essen und Trinken auf die Bahnhöfe und helfen den Transitreisenden. Am Sonntag wird der Gottesdienst spontan übersetzt, und die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr für Gespräche zur Verfügung. Ja, das alles machen engagierte evangelische PfarrerInnen und Gemeindeglieder, Freunde aus Vereinen und spontane Initiativen, und sie tun es jenseits ihrer klassischen Dienstbeschreibung. Es sind Zeichen des Lebens.

Zusätzlich zu alledem versucht das Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Koordination und Mittelbeschaffung zu unterstützen. Um die westlichen Regionen und Aktionen (Hermanstadt, Mediach und Mühlbach) bemüht sich Pfarrerin Bettina Kenst (bettina_kenst@yahoo.de, 0040 735 169 483) um die östlichen (Kronstadt, Schäßburg, Bukarest, Bukowina) Diakoniebeauftragte Christiane Lorenz (christiane.lorenz@biserica-neagra.ro, 0040 729 020 882). Hauptanwalt Friedrich Gunesch stellt die Verbindung zu der Kirchenzentrale her und Stefan Cosoroabă koordiniert das Notwendige. Gerne lassen sich alle ansprechen und anfragen. 

Doch die große Frage bewegt alle: Was wird sein, wenn Menschen auf unbegrenzte Zeit bei uns bleiben wollen? Oder müssen? Deshalb hat Hauptanwalt Gunesch über den Verband der Heimatortsgemeinschaften (HOG) und über die Siebenbürgische Zeitung einen Aufruf gestartet, um Wohnraum für längere Zeiträume zu identifizieren. Fühler werden ausgestreckt, um Arbeitsmöglichkeiten zu finden, juristische Fragen zu behandeln und nicht zuletzt, um Unterrichtsformen zu institutionalisieren. Wir sehen bang in die Zukunft, aber dann doch im Vertrauen auf den, der alles in seinen Händen hält.
Danke allen Engagierten, den Freunden und Partnern, die sich bislang eingesetzt haben und es auch weiterhin tun. Bitte bleibt uns treu!
(von Stefan Cosoroabă)

Mittwoch, 16. März 2022

Ein Lied, um Wut und Schmerz auszudrücken

 


Für die Ukraine

(Komponist: Erkki-Sven Tüür)

Weh dem, der die Stadt mit Blut baut und richtet die Stadt auf mit Unrecht! (Habakuk 2,12)
— Gott, bewahre die Ukraine!
Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! (Jesaja 5,20)
— Gott, bewahre die Ukraine!
Weh dir, du Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist, und du Räuber, der du selbst nicht beraubt bist!
— Gott, bewahre die Ukraine!
Wenn du das Verwüsten vollendet hast, so wirst du auch verwüstet werden; wenn du des Raubens ein Ende gemacht hast, so wird man dich auch berauben. (Jesaja 33,1)
— Gott, bewahre die Ukraine!
HERR, sei uns gnädig, denn auf dich harren wir! Sei unser Arm alle Morgen, ja, unser Heil zur Zeit der Trübsal! (Jesaja 33,2)
– HERR, sei uns gnädig!

Erkki-Sven Tüür ist neben Arvo Pärt einer der prominentesten Komponisten aus Estland. Zur Entstehung dieses Liedes schrieb er: „Seit der Aggression Russlands gegen die Ukraine bin ich voller Wut, Verzweiflung und Schmerz. Ich wollte etwas schreiben, das den Menschen in der Ukraine, die für ihre Freiheit kämpfen und unter einer unglaublichen Kraft des Bösen leiden, unmittelbar und direkt geistigen Beistand leisten würde. Ich war auf der Suche nach Texten, aber dann empfahl meine Frau, dass ich mir einige Passagen aus den Prophetenbüchern des Alten Testaments ansehe. Und in der Tat fand ich dort diese Tausende von Jahren alten Verse, geladen mit dem heiligen Zorn gegen das verlogene Böse. Zwischen diesen Textstellen werden die Worte – Gott, bewahre die Ukraine – wiederholt."

Das Lied ist komponiert für gemischte Chöre und die Noten sind frei zum Download:

https://www.emic.ee/failid/File/Ukrainale.pdf