Donnerstag, 7. Juli 2022

Belgien: Neue Hoffnung nach der Flut

Das alte Protestantische Zentrum Nessonvaux

Die Flutkatastrophe, die im Juli 2021 viele Städte und Dörfer in Deutschland verwüstete, war nicht allein auf Deutschland beschränkt. Auch das Nachbarland Belgien beispielsweise war stark betroffen. Unsere Partnerkirche, die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien, stand nach dem Hochwasser im Ort Nessonvaux vor der Ruine ihres Protestantischen Zentrums: Ein Teil des Gebäudes an der Brücke war weggeschwemmt, die Inneneinrichtung größtenteils nicht mehr brauchbar.
Nessonvaux ist ein idyllischer wallonischer Ort in der Provinz Lüttich am Fluss Vesdre (Weser), der an dieser Stelle normalerweise drei Meter breit ist. Hier war vor 50 Jahren im Haus der kleiner werdenden protestantischen Gemeinde ein beliebtes Freizeitzentrum entstanden.

Schon bald nach dem Hochwasser kamen Zweifel auf, ob das Zentrum wiederaufgebaut werden kann und soll: wegen der Statik des Gebäudes und den Bestimmungen des Hochwasserschutzes. Inzwischen ist das Schicksal des Protestantischen Zentrums in Nessonvaux besiegelt: Die Kirche hat die Gebäude aufgegeben. Als Ersatz wurde in der Kommune Jalhay, ganz in der Nähe der Stadt Spa, ein neues Haus gekauft. Dort soll ein neues Begegnungs- und Freizeitzentrum entstehen, das sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche richtet.

Das neue Protestantische Zentrum Warfaaz
„Wir haben gestern die Büros und das, was wir in Nessonvaux retten konnten, umgezogen“, berichtete am 28. Juni 2022 Ferdinand Dehousse, der Schatzmeister der Partnerkirche. „Nun müssen wir Brandschutzmaßnahmen durchführen lassen, bevor wir die 50 Betten, die erforderlich sind, aufstellen und belegen können.“
Das Gebäude ist klimafreundlich ausgestattet, verfügt über eine geothermische Heizung, eine Wärmepumpe und eine Solaranlage. Die Toiletten werden mit Quell- und Regenwasser versorgt.
Die Erstellung von technischen Unterlagen und einige notwendige Umbauarbeiten werden noch eine Zeitlang in Anspruch nehmen. Dehousse hofft, dass das neue Zentrum in ein bis maximal zwei Jahren betriebsbereit sein wird. „Das Team ist dankbar für den Weg, den wir zurückgelegt haben, und für die Zukunftsaussichten“, aber er weiß auch: „Es müssen noch einige zusätzliche Finanzierungen gefunden werden.“
Das GAW hat das Protestantische Zentrum bereits 2021 mit einer Nothilfe von 7 000 Euro unterstützt. „Diese Summe werden wir jetzt gut gebrauchen können, da wir vom Kartoffelschäler bis zu den Betten alles neu kaufen müssen“, so Ferdinand Dehousse.

Keine Kommentare: