Montag, 26. September 2022

Ukraine: Die Hilfen sind wie ein Tropfen auf dem heißen Stein

Bischof Zán Fábián von der Reformierten Kirche in Transkarpatien blickt trotz der jüngsten Erfolge der ukrainischen Armee besorgt in die Zukunft. Denn durch den Mobilisationsbefehl macht Russland deutlich, dass es sich auf einen langen Krieg einstellt.

Die Schlachtfelder im Osten der Ukraine sind zwar weit vom Transkarpatien entfernt. Der Landstrich grenzt an Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien. Doch die Folgen des Krieges sind auch hier sicht- und spürbar, nicht zuletzt auf den Friedhöfen. „Wir haben immer öfter Beerdigungen von gefallenen Soldaten in unseren Gemeinden“, sagt Zán Fábián. Gerade jetzt, wo das Bataillon aus Transkarpatien, dem auch viele junge Männer aus den ungarischsprachigen Dörfern angehören, an der vorderen Linie der Front im Gebiet Cherson war und aufgerieben wurde, sodass nur noch 20 % der Kämpfer einsatzfähig sind, wie er erzählt.

„Das Bild, das von der ukrainischen Armee vermittelt wird, dass sie nur die westlichen Waffen braucht und mit allem anderen sonst versorgt ist, das stimmt so nicht. Unsere Armee hat nicht mal genug zu Essen.“ Ein junger Mann aus seiner Gemeinde wurde von seinem Bataillon nach Hause geschickt mit dem Auftrag, dort Essen und Kleidung für die Kameraden zu besorgen. Die Kirchengemeinde konnte Essensvorräte anbieten und hat in Rumänien Gummistiefel und Regenmäntel bestellt. Der Rest der Bedarfsliste war für sie nicht machbar.

Alle Hilfen sind wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Kürzlich haben wir 50 Rollstühle an ein Krankenhaus in der Nähe von Kiew geschickt“, berichtet Zán Fábián. Als sich das Krankenhaus mit Dank zurückmeldete, sagten sie, dass sie eigentlich 500 Rollstühle bräuchten ... So viele Leute haben ihre Beine verloren. Mit Unterstützung der Johanniter in Ungarn werden demnächst drei Krankenwagen weitergegeben.

Wie viele Menschen die Ukraine verlassen haben, wird jetzt, wenn das Schuljahr wieder angefangen hat, deutlich. „Im Kindergarten, den wir 2017 für 80 Kinder eröffnet haben, sind jetzt nur 30 Kinder,“ sagt Zán Fábián. Ein wenig Stolz schwingt in seiner Stimme mit, wenn er hinzufügt: „Unsere kirchliche Gruppe ist voll. Aber die beiden staatlichen Gruppen haben zusammen nur zehn Kinder. Auch unsere kirchlichen Schulen sind alle voll, während die staatlichen leer sind.“ Eher beiläufig erwähnt der Bischof, dass es auch Probleme mit der Stromversorgung gibt. „Wir haben das schon in den 1990er Jahren erlebt. Da waren die Unterbrechungen noch länger.“

Die reformierte Kirche versucht, nach Möglichkeiten die Armee, Kinderheime und Bedürftige in den eigenen Dörfern mit Lebensmitteln zu versorgen. „Wir haben so viel Nachfrage, dass wir nicht alle beliefern können“, sagt Zán Fábián. Für Pfarrfamilien gibt es dank einer amerikanischer Stiftung Notpakete, die für 30 Tage reichen müssen. Mit Hilfe einer Großaktion der Ungarischen Reformierten Hilfswerks soll nun in Ungarn ein Lager mit Lebensmitteln angelegt werden. Der Bischof ist froh, dass die Mitarbeitende der Diakonie zumindest zurzeit davor geschützt sind, eingezogen zu werden. So kann die Versorgung von Menschen weitergehen.

Aber wie es im Herbst wird, wenn es kalt wird, im Winter? „Wir wissen nicht, welche Schritte der Staat und die Armee als nächstes machen werden.“

Samstag, 24. September 2022

Die evangelische Gemeinde in Mistelbach (Österreich) braucht ein neues Dach

Bischof em. Dr. M. Bünker
vor seiner Kirche in Mistelbach
"2-3% der Bevölkerung sind in Niederösterreich evangelisch," berichtet Bischof em. Dr. Michael Bünker beim Besuch der evangelischen Kirche in Mistelbach nördlich von Wien und 25 km entfernt von der tschechischen Grenze. 

"Wir sind in eine tiefen Diaspora - aber wir haben eine sehr schöne und besondere Kirche," schwärmt Bünker. 

Seit knapp zwei Jahren hat er die Pfarramtsvertretung übernommen. Die Gemeinde befand sich in einer schwierigen Situation. In dieser Zeit sind die Verantwortlichen auf Bünker zugegangen und haben ihn um Hilfe gebeten. Die Gemeinde musste wieder zusammengeführt werden. Und... - ein Sanierungskonzept für die schöne Kirche musste erarbeitet werden. Bünker nahm diese Herausforderung nach seinem Ausscheiden aus dem Bischofsamt an. "Dass ich noch mal Religions- und Konfirmandenunterricht in meinem Ruhestand übernehmen würde... - das hätte ich mir vorher nicht ausgemalt," erzählt er mit einem Lächeln.

Im Frühjahr 2023 wollen die Gemeinde und er die Sanierung der Kirche angehen. Dafür haben sie beim GAW um Hilfe gebeten. 

1904/05 wurde in Mistelbach der Nachfolgebau der Spitalkirche St. Elisabeth errichtet. Seit 1941 kann die evangelische Gemeinde darin Gottesdienste feiern und hat das Gebäude 1966 gekauft. Die Gemeinde ist mit 750 Gliedern relativ klein und über ein großes Gebiet verstreut. 

Viele Gemeindeglieder sind Nachfahren von Siebenbürger Sachsen, die nach dem Zweiten Weltkrieg hier eine neue Heimat fanden, andere sind aus Wien zugezogen. Architektonisch ist die Kirche ein Juwel aus der Zeit des Späthistorismus. 

Im Herbst 2021 musste die Kirche wegen der Schäden am Dach und an der Mauerkrone mit einem Schutzzaun umgeben werden. Nun stehen umfangreiche Restaurierungsarbeiten vom Kirchendach bis zur Turmspitze an – dies alles unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes. (www.mistelbach-laa.evang.at)

Im Jahr 2023 will das GAW 20.000 € für die Sanierung des Kirchendaches sammeln. 

"Ihr seid für uns eine große Hilfe! Und wir danken dem GAW von Herzen dafür!" sagt Bünker zum Schluss.



Freitag, 23. September 2022

Das "s`Häferl" in Wien - ein Ort wo Menschen gesehen werden

Im Speisesaal des "s´Häferl"
Beeindruckt zeigten sich die 15 Theologiestudierenden aus verschiedenen Fakultäten aus Deutschland über den Besuch im "s´Häferl" der Wiener Stadtdiakonie der Evangelcihen Kirche A.B. in Österreich. "Faszinierend ist es, wie sich so viele Ehrenamtliche für diese Arbeit für die Ärmsten der Armen in Wien einsetzen," so Charlotte, die derzeitig beim GAW ein vierwöchiges Praktikum macht. "Es ist gut vor Ort zu erleben, wie das GAW hilft, dass Projekte durchgeführt werden können. Das GAW macht dabei einen Unterschied." 

Auch wenn die 12.000 € Unterstützung aus dem Projektkatalog 2021 nur 1/6 des Gesamtvolumens der Sanierungsarbeiten war, ist diese Hilfe eine große Motivation, sich um weitere Förderungen zu bemühen. 

Das Küchenteam im "s`Häferl"
Es ging bei dem Projekt um die Neuausstattung der Speisekammer, die Erneuerung der Elektrik, die Behebung von Feuchtigkeitsschäden und neue Lampen für den Speisesaal.

„´s Häferl“ wurde 1988 als Tagesstätte für Haftentlassene, Freigänger und Obdachlose gegründet. Inzwischen wäre die Bezeichnung Armenwirtshaus wohl treffender, denn ungeachtet der individuellen Situation können Menschen, die Schutz und Wärme suchen oder hungrig sind, „'s Häferl“ besuchen. Vorrangige Zielgruppe sind wohnungslose und armutsbetroffene Menschen. Diese Einrichtung der Stadtdiakonie Wien befindet sich im 6. Wiener Gemeindebezirk in den Räumen der evangelischen Pfarrgemeinde Gumpendorf.

Gemäß dem Selbstbild als Armenwirtshaus hat „´s Häferl“ weder Klient:innen oder Kund:innen, sondern Gäste. Von Donnerstag bis Sonntag erhalten täglich rund 200 bis 300 Gäste des „´s Häferl“ ein dreigängiges Menü aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert. Alles wird vor Ort frisch gekocht und in der Speisenfolge an den Tisch serviert. Darüber hinaus gibt es eine „Bekleidungskammer", aus der sich die Gäste neu einkleiden können. Auch die gesellschaftliche Komponente ist wichtig; für die Gäste ist „s´Häferl“ ein vertrauter Ort, an dem sie sich treffen, „tratschen“ können und sich gegenseitig unterstützen. Jeden Donnerstag wird zudem eine niederschwellige Sozial- und Beratungsarbeit angeboten.

Generell sind alle Menschen willkommen, die in ihrer Selbsteinschätzung das Angebot des „Häferl“ benötigen. „´s Häferl“ verfügt über ein Lebensmittellager, eine kleine Küche und ca. 60 Sitzplätze für seine Gäste. Neben einer hauptamtlichen Mitarbeiterin und Zivildienstleistenden unterstützen zahlreiche Ehrenamtliche die Arbeit.

Nur aus Spenden finanziert sich dies Arbeit der Stadtdiakonie in Wien. Für das "s`Häferl" werden 90.000€ pro Jahr benötigt. 40.000 Menüs werden pro Jahr ausgegeben. 20 Tonnen Lebensmittel werden ausgegeben im Jahr. Ohne die Hilfe der "Tafel" kämen die Lebensmittel nicht zusammen.

Die Theologiestudierenden waren Gäste im Häferl und wurden bedient wie jeder andere auch - ohne Unterschied der Person. "Uns ist wichtig, dass wir die Würde eines jeden achten," so Elisabeth, die die Küche leitet und mit ganzem Herzen diese Arbeit macht. "Ich gehe immer wieder beschenkt von der Arbeit nach Hause!"

Donnerstag, 22. September 2022

Abendmahlsfasten in der Coronazeit

 

Besuch mit ev. Theologiestudierenden in Wien
"180 Jahre haben die Evangelischen ohne das Sakrament des Heiligen Abendmahles in beiderlei Gestalt gelebt," erzählt Bischof Michael Chalupka von der Evangelischen Kirche A.+H.B. in Österreich. "Warum sollten wir nicht die überschaubare Coronazeit mit einem Abendmahlsfasten überstehen?" Das war die Entscheidung der evangelischen Kirche als die Frage aufkam, wie man das Sakrament des Altars mit Leben füllen kann in der Coronazeit. "Damals hatten  die Menschen zur Zeit des Geheimprotestantismus und der brutalen Verfolgung der Evangelischen zur Zeit Zeit der Gegenreformation keine Chance, sich öffentlich zu ihrem evangelischen Glauben zu bekennen und die Sakramente öffentlich zu empfangen." Die Kirche konnte an diese Erfahrung anknüpfen.

Lebendig berichtete Bischof Chalupka bei einem Treffen mit evangelischen Studierenden aus Tübingen, Heidelberg, Mainz, Berlin und Leipzig von der Situation der Evangelischen in Österreich. "Wir sind schon lange dort, wo ihr in Deutschland noch hinkommt! Wir leben Diaspora und verstehen uns als Kirche, die ausgestreut ist in eine Welt, die immer säkularer wird," sagt er. "Wir können als Kirche egal wie groß wir sind etwas tun!" Für Österreich spiele die Diakonie eine große Rolle, um in Freiheit Verantwortung zu übernehmen. Über 9.000 Mitarbeitenden habe die Diakonie der Kirche und gehört damit zu den größten Wohlfahrtsverbänden des Landes - trotz der Minderheitssituation der Kirche.  U.a. kümmere man sich derzeit um Vermittlung der ukrainischen Geflüchteten derzeit in Privatquartiere, um Rechtsbeistand und Beratung. 60.000 Ukrainer:innen halten sich derzeit in Österreich auf.

Ca . 265.000 Gemeindemitglieder gehören in 191 Gemeinden zur Evangelischen Kirche A.+H.B. 164 Pfarrer und 81 Pfarrerinnen betreuen die Gemeinden. 

Die Kirche hat eine spannende Geschichte hinter sich. Gehörten in der Reformationszeit ca. 95% der Österreicher zum evangelischen Glauben, so begann mit der Gegenreformation eine zum Teil sehr brutale Verfolgung. Diese Geschichte gehört zur Identität der Kirche. 180 Jahre lebten die Gemeinden ohne geistliche Begleitung im Untergrund ehe sie 1781 mit dem Toleranzpatent Joseph II. wieder als Gemeinden existieren konnten.

Es ist schmerzhaft, dass den Evangelischen der Karfreitag als Feiertag weggenommen wurde per Gesetz. 1956 wurde ihnen dieser Feiertag zuerkannt in Erinnerung an die Verfolgungszeit. Durch eine Urteil des Europäischen Gerichtshofes musste dieser Feiertag gestrichen werden, um eventuelle Diskriminierungen zu verhindern. Nun aber wird eine Minderheit diskriminiert... - wie das ausgehen wird...? Für die Kirche ist das eine offene Wunde.

Freitag, 16. September 2022

Missionsprojekt für die Landesgartenschau in Torgau 2022

Dieses Jahr laden Christinnen und Christen unter dem Motto „Nimm Platz! Atme auf!“ bei der sächsischen Landesgartenschau in Torgau zum Glauben ein. Dies geschieht im Rahmen der ökumenischen Verbundenheit, da Christinnen und Christen aller Glaubensrichtungen in Torgau in einer Diaspora leben. Interessant ist auch, dass Torgau politisch zu Sachsen gehört, kirchlich jedoch zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

In Abstimmung mit der Landesgartenschau entstand auf der Ausstellungsgelände ein Kirchenwäldchen - mit Blick auf die Elbe. Hier fanden die Menschen an heißen Sommertagen Schatten und an regnerischen Herbsttagen ein trockenes Plätzchen unter den hohen Baumkronen. Das Kirchenwäldchen ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt. Er lädt aber auch dazu ein, miteinander ins Gespräch kommen. Dafür stehen im Kirchenwäldchen verschiedenste Sitzmöglichkeiten bereit, ein Hirtenwagen mit Seelsorgeangebot und ein Altar, an welchem jeden Tag um 15 Uhr eine Andacht gefeiert wird.

Das Projekt steht für ein Zusammenkommen der unterschiedlichsten Menschen. Für Christen und Christinnen, Menschen anderen Glaubens oder Menschen, die ohne Glauben leben oder diesen verloren haben. Nicol Speer, Projektleiterin des Kirchenwäldchens, erzählt, dass es schön sei, mit so unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie erinnert an ein Gespräch mit einem Menschen, der den Bezug zum Glauben und zur Kirche verloren hatte. Suchende, Verbitterte, Traurige und Neugierige trafen im Kirchenwäldchen auf Menschen, die ihnen zuhörten und von ihrem Glauben erzählten. Denn ohne die Freiwilligen, die hier anwesend und gesprächsbereit waren, mit Menschen auch häkelten oder bastelten, wäre dieses Angebot so nicht möglich gewesen. "Ich weiß nicht bei allen, aus welchen Kirchen sie kommen", sagt Nicol Speer. Gelebte Ökumene.

Das GAW hat dieses Projekt mit 4.000 € im Rahmen des Fonds "Innerdeutsche Diaspora" finanziell unterstützt. Beim Betriebsausflug der GAW-Zentrale haben Generalsekretär Enno Haaks und die Mitarbeitenden der Zentrale das Kirchenwäldchen nun besucht, mit Verantwortlichen und Freiwilligen gesprochen und um Abschluss gemeinsam mit allen eine Andacht gefeiert.

Mittwoch, 14. September 2022

Ein sicherer Zufluchtsort in Katerini - Perichoresis

Videokonferenz mit ukrainischen Geflüchteten
in Katerini/Griechenland
18 660 Ukraine-Flüchtlinge
haben derzeit in Griechenland Schutz gefunden (Stand 6. September 2022). Die Geflüchteten kommen in der Regel über den Norden Griechenlands im Land an. Sie wählen die Route über Rumänien und Bulgarien. 

Davon berichtete auch Valeria in einem ZOOM-Gespräch aus Katerini. Valeria stammt aus der Nähe von Kiew: "Es gibt im Grunde in der ganzen Ukraine keinen wirklich sicheren Ort. Zwei Monate war ich in Rumänien. Dort kam ich bei Freunden unter ehe ich weiterzog." Weil sie vor einigen Jahren schon einmal eine Zeitlang in Griechenland war, entschloss sie sich, dorthin zu ziehen. Sie erreichte Katerini im Norden des Landes. 

Hier kam sie in Kontakt mit der evangelischen NGO Perichoresis. Seit 2015 kümmert sich diese kirchliche Hilfsorganisation um Flüchtlinge - jetzt auch um Menschen aus der Ukraine. Mit Unterstützung des GAW konnten drei Appartements angemietet werden. Sie wurden ausgestattet und drei Großfamilien (insgesamt 21 Personen) zur Verfügung gestellt. "Inzwischen sind wir hier eine ukrainische Comunity", sagt Valeria. "Wir verstehen uns gut und unterstützen uns gegenseitig."

Alexandra - Leiterin von Perichoresis - organisiert die Unterstützung und Integration für die Geflüchteten. "Wir werden erst einmal hier bleiben müssen," sagt Valeria. Und eine ältere Frau ergänzt: "Wo soll ich mit meiner Familie hin? Wir stammen aus Mariupol. 90 % der Häuser und Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar. Dort werden wir in absehbarer Zeit nicht zurück können." Sie weint, als sie es sagt. Und dann ergänzt sie, dass noch einer ihrer Söhne dort sei. Der Kontakt mit ihm sei nur hin und wieder möglich. Die Frau erzählt noch von der brutalen Belagerung Mariupols, den Bombardements, dem Hunger und die vielen Toten, die teilweise in Massengräbern verscharrt wurden.

Alexandra vermittelt psychologische Hilfe an die Geflüchteten: "Etliche von ihnen haben durch die Kriegs- und Fluchterlebnisse Traumata. Da müssen wir helfen." Zudem organisiert sie Griechisch- und Englischunterricht. Ziel sei es, dass die Menschen eine Lebensperspektive in Griechenland sehen. "Dafür brauchen sie uns", sagt Alexandra.

Für die Flüchtlingsarbeit in Katerini hat das GAW 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Wir wollen die Arbeit weiterhin unterstützen. 


Montag, 12. September 2022

Der neue Stipendiatenjahrgang ist komplett

Barnabas aus der lutherische Kirche Ungarns, Sofia aus der reformierten Kirche Ungarns, Thiago, Halife und Aline aus der lutherischen Kirche Brasiliens und Vittorio aus der Waldenserkirche Italiens - das sind die sechs GAW-Stipendiaten und Stipendiatinnen des Studienjahres 2022/23. Derzeit bereiten sie sich auf die Deutsch-Sprachprüfungen vor. Mit großem Engagement gehen sie alle diese Herausforderung an. Und - sie freuen sich auf den Start des Wintersemsesters an der Theologischen Fakultät Leipzig. Alle wohnen in der Zentrale des GAW.

Am 11. September besuchte die Gruppe gemeinsam einen Gemeindeabend in der Peterskirche. Ziel ist es, dass die Studierenden aus den GAW-Partnerkirchen in Leipziger Gemeinden Kontakte knüpfen und das Leben vor Ort kennenlernen.

In der Peterskirche kam es zudem zu einem Gespräch mit Ibrahim aus der evangelischen Gemeinde in Latakia/Syrien. Er ist ausgebildeter Arzt und ist über ein Ärzteprogramm nach Deutschland gekommen. Seit 10 Tagen ist er hier. Sein Gemeindepfarrer hat das GAW gebeten, ihm beim Start in Leipzig zu helfen. Ibrahim nutzte den Abend, um sich mit den GAW-Stipendiaten zu vernetzen.

Der Stipendienfonds
des GAW ermöglicht  jungen Theologiestudierenden aus den Partnerkirchen ein zweisemestriges Theologiestudium an der Universität Leipzig. Zum Programm gehören ein Deutschkurs, ein vierwöchiges Gemeindepraktikum in den Semesterferien sowie Besuche in den Haupt- und Frauengruppen des GAW. Aufgabe des Fonds ist die Stärkung der Partnerkirchen durch Ausbildungshilfe.