Mittwoch, 14. September 2022

Ein sicherer Zufluchtsort in Katerini - Perichoresis

Videokonferenz mit ukrainischen Geflüchteten
in Katerini/Griechenland
18 660 Ukraine-Flüchtlinge
haben derzeit in Griechenland Schutz gefunden (Stand 6. September 2022). Die Geflüchteten kommen in der Regel über den Norden Griechenlands im Land an. Sie wählen die Route über Rumänien und Bulgarien. 

Davon berichtete auch Valeria in einem ZOOM-Gespräch aus Katerini. Valeria stammt aus der Nähe von Kiew: "Es gibt im Grunde in der ganzen Ukraine keinen wirklich sicheren Ort. Zwei Monate war ich in Rumänien. Dort kam ich bei Freunden unter ehe ich weiterzog." Weil sie vor einigen Jahren schon einmal eine Zeitlang in Griechenland war, entschloss sie sich, dorthin zu ziehen. Sie erreichte Katerini im Norden des Landes. 

Hier kam sie in Kontakt mit der evangelischen NGO Perichoresis. Seit 2015 kümmert sich diese kirchliche Hilfsorganisation um Flüchtlinge - jetzt auch um Menschen aus der Ukraine. Mit Unterstützung des GAW konnten drei Appartements angemietet werden. Sie wurden ausgestattet und drei Großfamilien (insgesamt 21 Personen) zur Verfügung gestellt. "Inzwischen sind wir hier eine ukrainische Comunity", sagt Valeria. "Wir verstehen uns gut und unterstützen uns gegenseitig."

Alexandra - Leiterin von Perichoresis - organisiert die Unterstützung und Integration für die Geflüchteten. "Wir werden erst einmal hier bleiben müssen," sagt Valeria. Und eine ältere Frau ergänzt: "Wo soll ich mit meiner Familie hin? Wir stammen aus Mariupol. 90 % der Häuser und Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar. Dort werden wir in absehbarer Zeit nicht zurück können." Sie weint, als sie es sagt. Und dann ergänzt sie, dass noch einer ihrer Söhne dort sei. Der Kontakt mit ihm sei nur hin und wieder möglich. Die Frau erzählt noch von der brutalen Belagerung Mariupols, den Bombardements, dem Hunger und die vielen Toten, die teilweise in Massengräbern verscharrt wurden.

Alexandra vermittelt psychologische Hilfe an die Geflüchteten: "Etliche von ihnen haben durch die Kriegs- und Fluchterlebnisse Traumata. Da müssen wir helfen." Zudem organisiert sie Griechisch- und Englischunterricht. Ziel sei es, dass die Menschen eine Lebensperspektive in Griechenland sehen. "Dafür brauchen sie uns", sagt Alexandra.

Für die Flüchtlingsarbeit in Katerini hat das GAW 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Wir wollen die Arbeit weiterhin unterstützen. 


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